Glocken der Puerta del Sol schlagen alle 15 Minuten während des Camps

Die Glocken der Puerta del Sol in Madrid läuten während des Camps alle 15 Minuten, während darüber gestritten wird, ob die Uhr die Viertelstunden immer schon geschlagen hat.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Glocken der Puerta del Sol schlagen alle 15 Minuten während des Camps
Glocken der Puerta del Sol zur jeder Viertelstunde – und ein Camp, das nicht schlafen kann

Haben die Glocken der Puerta del Sol die ganze Nacht alle fünfzehn Minuten geläutet, oder schlagen sie die Viertelstunden schon immer und es brauchte ein Camp, damit es jemand bemerkt? Der Zweifel kursiert, seit eine in sozialen Netzwerken verbreitete Beschwerde der Regierung von Isabel Díaz Ayuso ein nächtliches Läuten vorwarf, das – so der Text – gegen die Verordnung zum Schutz gegen Lärmbelastung (kommunale Lärmschutzordnung Madrids) verstoßen würde. Der Platz ist von einem Camp besetzt, und rund um die Uhr entbrennt die übliche Diskussion: Stört der Lärm wirklich, oder stört er nur je nachdem, wen es trifft?

Was an den Glocken der Puerta del Sol beanstandet wird

Der Vorwurf hat Zugkraft: Ein Glockenturm, der die Viertelstunden alle fünfzehn Minuten die ganze Nacht über schlägt – was, wiederum laut der Beschwerde, zuvor nie der Fall gewesen sein soll –, auf einem Platz voller Menschen, die in Zelten schlafen. Der Text fordert von der madrilener Regierungspräsidentin Erklärungen – mit der kommunalen Lärmschutzverordnung in der Hand. Es fehlt das Wesentliche: ein Beleg dafür, dass das Läuten eine Entscheidung jener Nacht war und nicht der gewöhnliche Betrieb der Uhr.

Die Gegenseite ist ebenso unmissverständlich. Ein Teil der Beiträge erinnert daran, dass die Uhr der Puerta del Sol die Viertelstunden seit Jahrzehnten schlägt, mit einem, zwei und drei Glockenschlägen für die Viertel-, die halbe und die Dreiviertelstunde, und dass die Anwohnerschaft damit lebt, längst bevor der Tourismus den Platz entdeckte. Der Streit, so heißt es, gelte nicht der Glocke, sondern dem Camp, das die Leute nachts Glockenschläge zählen lässt.

Schlagen die Glocken von Sol schon immer oder ist das neu?

Hier ist die Meinungsverschiedenheit total. Wer behauptet, es gebe keinerlei Neuerung, beruft sich auf den gesunden Menschenverstand: Die Uhr gibt die Zeit bei Nacht wie bei Tag an, und dieser Zeitdienst wird nicht abgeschaltet, weil jemand darunter ein Zelt aufstellt. Andere fügen hinzu, dass die Stadt seit über einem Jahrzehnt mit ähnlichem Glockenläuten lebt und der Glockenturm keine jüngste Erfindung irgendeines Akteurs ist.

Dagegen steht eine fast psychologische Erklärung, formuliert mit einem Augenzwinkern: Nicht der Klang habe sich verändert, sondern der, der ihn hört. Man spricht von Bestätigungsfehlern und tauft das Phänomen sogar als eine Art Belltrails, enger Verwandter der Estela, die immer dagewesen seien, aber erst sichtbar würden, wenn man sie suche. In der Mitte bleibt ein dritter Weg: Neu sei nicht die Uhr, sondern das Carillon, und manche fordern, es „nur für einen Tag“ zu aktivieren.

Der Lärm, den niemand bestreitet: Camp und Anwohner

Selbst wenn die Glocken nicht geläutet hätten, hat der Platz ein Eigenleben. Die Kommentare selbst sprechen von nächtlichen Batucadas, Musik, Stimmen und Schreien und stellen die Bewohner der Gegend als die großen Vergessenen der Angelegenheit dar: Sie halten seit längerem den Lärm der Besetzung aus – und obendrein den des Glockenturms. „Und die Anwohner auch“, fasst eine Antwort zusammen.

Nicht alle teilen diese Diagnose. Manche erwidern, dass es in Sol wenige Anwohner gibt, und zwar nicht erst seit jetzt, weshalb ihnen das Argument der nächtlichen Ruhe wie eine Ausrede vorkommt. Das unbequeme Detail: Die ursprüngliche Beschwerde stammt nicht von einem Bewohner, sondern von einem Social-Media-Nutzer und stützt sich auf eine kommunale Verordnung, deren Grenzwerte niemand benennt.

Von Pasodobles bis zur Drohne mit Seifenwasser

Ein guter Teil der Konversation kippt ins Alberne, samt Vorschlägen für akustische Strafaktionen. Gefordert werden Pasodobles und spanische Diskografie mit voller Lautstärke rund um die Uhr, Militärhymnen zu jeder vollen Stunde oder eine Beschränkung des Lärms auf das Zeitfenster von 6:00 bis 15:00 Uhr – in der Annahme, dass die Camper nicht früh aufstehen. Eine weitere wiederkehrende Idee: Zwölf Trauben zu verteilen und sie wie an Silvester zu verspeisen.

Zu den technischeren Vorschlägen gehören Drohnen mit Seifen- oder Desinfektionswasser, die nachts über den Platz kreisen – Überwachungsfunktionen inklusive. Keine dieser Einfälle beschreibt eine tatsächlich von irgendeiner Verwaltung ergriffene Maßnahme; es sind Stammtischideen, die zu einem Thread geworden sind, und als solche sollte man sie auch lesen.

Wer hat das Sagen über die Uhr der Puerta del Sol?

Die Diskussion selbst lässt eine verwaltungstechnische Frage offen: Die Puerta del Sol gehört zum Gebiet der Stadtverwaltung Madrid, nicht der Region. Mehrere Beiträge betonen das und fragen, warum man die Regionalregierung für etwas verantwortlich macht, das dem Rathaus untersteht, während andere daran erinnern, dass die Uhr und ihre Wartung stets in kommunaler Hand waren.

Nirgends taucht der Beleg für einen Beschluss, eine Sanktion oder eine formelle Anzeige auf. Die Anschuldigung bleibt eine Beschwerde, und das Läuten bleibt eine Routine, die die einen zum ersten Mal hören und die anderen ein Leben lang vernehmen. Vor diesem Hintergrund wäre jede Schlussfolgerung voreilig.

Kurz gesagt: Die Uhr schlägt die Viertelstunden, seit bevor das Thema Nachricht war, und die einzige überprüfbare Neuheit ist, dass jemand angefangen hat, sie zu zählen. Die Puerta del Sol hat entdeckt, dass die Glocken läuten. Jetzt muss nur noch jemand erklären, warum man sie plötzlich hört.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (118 Antworten).

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