Spaniens Bahninvestitionen seit 2023 halbiert durch Haushaltsstau

Adif erhielt nur 46 % der zugesagten Mittel seit 2023. Der Unfall von Urda zeigt kritische Wartungslücken im spanischen Hochgeschwindigkeitsnetz auf.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Bahninvestitionen seit 2023 halbiert durch Haushaltsstau
Kein Haushalt seit 2023: Adif erhielt die Hälfte der versprochenen Investitionen

Das Fehlen des allgemeinen Staatshaushalts (Presupuestos Generales del Estado) seit 2023 hat Adif und Adif Alta Velocidad mit der Hälfte des Geldes zurückgelassen, das für die Wartung und Investition in die Eisenbahn zugesagt wurde. Nach den Daten aus der Analyse des Unfalls von Urda, der bisher 69 Todesopfer gefordert hat, hat Adif Alta Velocidad nur 46 % der Transfers erhalten, die von der Zentralregierung zugesagt wurden: 4,016 Millionen Euro von einem vereinbarten Gesamtbetrag, der nie vollständig ankam. Das Verkehrsministerium räumt ein, dass man „das verfügbare Geld“ unter dem verlängerten Haushalt von 2023 investiert habe.

Der Unfall von Urda, der sich 2026 ereignete, hat die Debatte über den Zustand des Hochgeschwindigkeitsnetzes und das Verhältnis zwischen Haushaltsverlängerung und der Wartung kritischer Infrastruktur wieder eröffnet. Die Investitionen in die Eisenbahn liegen seit Jahren unter den Versprechen, und Kritiker argumentieren, dass das Sicherheitssystem der Gleise hätte früher erneuert werden müssen.

Vier Jahre ohne öffentliche Kassen und ein alterndes Netz

Spanien hat vier Geschäftsjahre ohne Verabschiedung eines allgemeinen Staatshaushalts durchlaufen. Die letzte Verlängerung, die auf 2023 zurückgeht, ist zur Norm geworden, und die Regierung hat dem Parlament (Cortes) keine neuen Haushalte vorgelegt. Die Frist für die Vorlage des Haushaltsplans 2027 endete am 30. September, ohne dass die Exekutive ihre verfassungsmäßige Pflicht erfüllte, was zu vorgezogenen Neuwahlen führte.

Diese institutionelle Anomalie hat eine unmittelbare buchhalterische Konsequenz: Die Transfers an Adif und Adif Alta Velocidad blieben weit hinter den Zusagen zurück. Im Fall von Adif Alta Velocidad machen die staatlichen Transfers kaum 46 % des vereinbarten Gesamtbetrags aus, was 4,016 Millionen Euro entspricht. Für Adif insgesamt wurde die für den Zeitraum 2021–2025 zugesagte Summe nur zu 57 % gedeckt.

Der ehemalige Verkehrsminister Óscar Puente fasste es mit einem Satz zusammen, der zum Grabstein seiner Amtszeit wurde: „Wir haben einen Haushalt von 2023; ich habe investiert, was ich hatte.“ Die Aussage bestätigt eher die Diagnose als sie zu entschuldigen: Ohne neue Haushalte gibt es keine neuen Posten, und die Netzwartung konkurriert mit jeder anderen Ausgabe um Geld, das nicht existiert.

Der Unfall von Urda und die Gleissicherheit

Der Unfall von Urda forderte 69 Todesopfer und rückte das Sicherheitssystem der Hochgeschwindigkeitsgleise ins Zentrum der Debatte. Die Frage, die über der Analyse schwebt, lautet, warum das Sicherheitssystem der AVE-Gleise (spanischer Hochgeschwindigkeitszug) nach Andalusien im Januar 2026 weder neu noch funktionsfähig war. Die Antwort in technischen Kreisen ist unbequem: Es gab kein Budget für die Erneuerung.

Investitionen in die Wartung sind kein Luxus. Sie sind der Unterschied zwischen einem funktionierenden Netz und einem, das tötet. Die Zahlen zeigen, dass diese Investitionen halbherzig waren. Das Sicherheitssystem der Gleise, das hätte Jahre im Voraus erneuert werden sollen, wartete weiterhin auf eine Finanzierung, die nie vollständig kam.

Rajoys Erbe und das Krisenargument

Ein Vergleich mit früheren Phasen ist unvermeidlich. Während der Regierungszeit von Mariano Rajoy (2011–2018) waren die Eisenbahninvestitionen die niedrigsten in der historischen Reihe. Die Rechtfertigung der Rechten lautet, dass Spanien de facto von Brüssel bevormundet wurde und jede Abweichung vom europäischen Drehbuch zu einer Rettungsaktion griechischen Stils geführt hätte. Das Argument enthält eine gewisse Wahrheit: Das Land war bankrott, und die Bedingungen der Finanzrettung von 2012 erzwangen Kürzungen.

Doch der Vergleich bricht zusammen, wenn man prüft, wohin das Geld floss. Rajoy stellte 50 Milliarden Euro für SAREB bereit, die „Bad Bank“, die auf Druck Europas gegründet wurde, um toxische Immobilienaktiva geretteter Sparkassen zu übernehmen. Dieses Geld stammte aus öffentlichen Mitteln und floss nicht in die Infrastruktur. Die Diskussion, ob dies eine Auferlegung Brüssels oder eine eigene Entscheidung war, bleibt offen, aber das Ergebnis ist gleich: Jahrelang konkurrierte die Eisenbahn mit der Bankenbereinigung um Ressourcen.

Auslandsinvestitionen, die nicht zurückkehren

Die beunruhigendste Zahl in der Ausgabenanalyse ist die Verwendung von 1,5 Milliarden Euro zur Modernisierung von Zügen in Marokko, Ägypten und der Türkei, während die Investitionen in Spanien auf ihren Tiefstand fielen. Das Paradoxon ist schwer zu rechtfertigen: Bahntechnologie wird exportiert, während Unfälle importiert werden. Auslandsinvestitionen sind nicht per se schlecht, aber der Kontrast zum Zustand des eigenen Netzes wirft Fragen nach den Prioritäten auf.

Das System, das Regieren ohne Haushalt ermöglicht

Die Kernfrage ist nicht mehr, wer schlechter regiert hat, sondern wie ein institutionelles System vier Jahre lang Regieren ohne Verabschiedung öffentlicher Haushalte ermöglicht. Die Haushaltsverlängerung wurde als Ausnahme konzipiert, um die Lücke zwischen Wahlen und Regierungsbildung zu überbrücken. Sie ist zu einer Form des Regierens ohne parlamentarische Kontrolle, ohne Aufsicht durch den Rechnungshof (Tribunal de Cuentas) und ohne spezifische Posten für die Wartung geworden.

In analytischen Kreisen zirkuliert der Vorschlag, dass die Verfassung Neuwahlen erzwingen sollte, wenn innerhalb einer bestimmten Frist kein Haushalt verabschiedet wird. Die Idee ist logisch: Wenn es keine Haushalte gibt, fehlt die Legitimität, weiter Geld auszugeben. Aber es gibt auch ein Problem: Das aktuelle System erlaubt genau das Gegenteil, und niemand scheint Anreize zu haben, es zu ändern.



Mit diesen Materialien hält der Korb nicht. Die Investitionen in die Eisenbahn sind auf ein Minimum gesunken, während das Netz altert und sich Unfälle häufen. Die unbeantwortete Frage lautet: Wie viele weitere Urdas werden nötig sein, bevor die Wartung nicht mehr der erste Posten ist, der gekürzt wird, wenn keine Haushalte vorhanden sind?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (56 Antworten).

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