Debatte: Wohnraum als steuerliche und finanzielle Falle
Warum ist es so schwer, aus dem Kreislauf des Wohnraums auszubrechen? In der Debatte behaupten mehrere Teilnehmer, dass das Problem nicht nur Angebot und Nachfrage sind, sondern ein Geflecht, in dem Staat, Banken und Großbesitzer Anreize haben, die Preise hoch zu halten. Nach diesen Ansichten ist Wohnraum zum zentralen Vermögenswert des Finanzsystems und einer wichtigen Einnahmequelle für Steuern geworden. Jeder Verkauf erzeugt ITP (Grunderwerbsteuer) oder MwSt., kommunale Grundsteuer auf Wertzuwächse und IRPF (Einkommensteuer) auf Gewinne. Der Verkauf, um eine teurere Wohnung zu kaufen, würde bedeuten, Steuern auf einen Gewinn zu zahlen, der in vielen Fällen nur die kumulierte Inflation deckt. Das Ergebnis, so sagen sie, ist, dass Eigentümer, die sich verbessern wollen, nicht können: Sie verlieren bei jeder Transaktion Kaufkraft.
Die Falle der Grundsteuer auf Wertzuwächse und des erzwungenen Sparens
Die erste Botschaft der Debatte stellt dies unumwunden klar: Wenn du dein Haus verkaufst, nimmt der Fiskus einen Teil des Wertzuwachses, und beim Kauf eines anderen zahlst du erneut MwSt. oder ITP. Es gibt keine Abschreibung für die Wiederanlage im selbstgenutzten Wohneigentum, sodass das Vermögen schwindet. Hinzu kommt die Inflation, die Bargeldsparen bestraft und zur Verschuldung drängt. Wer in Gold spart, sieht sich mit Kauf- und Verkaufspreisspannen konfrontiert, die den Gewinn auffressen, und wenn er mit Gewinn verkauft, zahlt er erneut Steuern auf einen real oft negativen Wertzuwachs. Laut dieser Analyse bestraft das System Sparer und belohnt jene, die Hebel nutzen.
Die Rolle von Banken und Fonds
Ein Teil der Analyse weist darauf hin, dass Banken Geld durch Hypothekenhebel vervielfachen, was ihnen außergewöhnliche Gewinne ermöglicht. Große Investmentfonds sammeln Mietwohnungen, was das für den Kauf verfügbare Angebot reduziert und die Preise nach oben treibt. Laut den vorliegenden Daten gibt es in Spanien 26.623.708 Wohnungen und 18.539.223 Haushalte, was Spielraum für leerstehende oder von Investoren gehaltene Wohnungen lässt. Die Wahrnehmung, dass ein erheblicher Teil des Bestands im Besitz von Banken und Fonds ist, wird nicht durch offizielle Daten gestützt, aber die Debatte spiegelt ein tiefes Misstrauen gegenüber dem Markt wider.
Der Bau als Flaschenhals
Das Angebot an Neubauten erholt sich nicht. 99 % der Baufirmen arbeiten mit Kreditlinien, während bürokratische Hürden auf Gemeindeebene, Lizenzkosten und das Fehlen von erschlossenen Flächen Projekte bremsen. In Städten wie Madrid oder Barcelona ist der Raum begrenzt, und das Bauen am Rand erfordert Investitionen in Transport und Dienstleistungen, die das Endprodukt verteuern. Manche behaupten, es werde nicht genug gebaut, weil es nicht profitabel sei: weniger Angebot, höhere Preise, mehr Einnahmen. Andere verweisen auf Regulierung und Besteuerung, die Investitionen hemmen.
Der Staat als Hauptinteressent
Nach Ansicht mehrerer Teilnehmer ist der Staat auf verschiedenen Ebenen der Hauptbegünstigte davon, dass die Wohnpreise nicht fallen. ITP, kommunale Grundsteuer auf Wertzuwächse, IRPF und MwSt. hängen davon ab, dass der Markt aktiv bleibt und die Preise hoch sind. Ein Preisverfall würde die Steuereinnahmen senken, und keine Verwaltung möchte diese Kosten tragen. Deshalb bleiben Maßnahmen, obwohl über bezahlbaren Wohnraum gesprochen wird, hinter den Erwartungen zurück. Der öffentliche Wohnungsbau ist im Vergleich zur Nachfrage marginal, und steuerliche Anreize zur Mobilisierung leerstehender Wohnungen reichen nicht aus.
Die Mietfalle
Für diejenigen, die nicht kaufen können, ist die Miete zur Last geworden. Die Preise steigen, und ein erheblicher Teil des Gehalts fließt in die Zahlung der Miete an Privatpersonen oder Investmentfonds. Die Regulierung der Mieten, so manche Analysen, hemmt das Angebot und reduziert den verfügbaren Bestand weiter. Mieter bleiben gefangen: Sie können nicht sparen, um zu kaufen, weil die Miete ihr Einkommen auffrisst, und wenn sie kaufen, verschulden sie sich über Jahrzehnte. Auch die geografische Mobilität wird bestraft: Der Verkauf zum Umzug bedeutet Steuerzahlungen und Transaktionskosten, die den Wechsel abschrecken.
Gibt es einen Ausweg?
Zirkulierende Vorschläge reichen von der Deregulierung von Boden und der Beschleunigung von Genehmigungen bis hin zur Schaffung eines öffentlichen Bestands an Mietwohnungen. Auch eine Besteuerung, die die Anhäufung leerer Immobilien bestraft und die Wiederanlage im selbstgenutzten Wohneigentum fördert, wird diskutiert. Doch laut diesen Analysen greift keine dieser Maßnahmen den Kern des Problems: Das Finanz- und Steuersystem ist darauf ausgelegt, dass Wohnraum ein sicherer Hafen und eine Einkommensquelle ist, kein zugängliches Recht. Solange sich das nicht ändert, perpetuiert sich der Kreislauf.
Am Ende lautet die Schlussfolgerung aus der Debatte, dass das System für viele Teilnehmer nicht kaputt ist, sondern genau so funktioniert, wie es entworfen wurde. Schade nur, dass das Design diejenigen nicht berücksichtigt, die einfach nur ein Dach über dem Kopf wollen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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