Spanien verliert EM-Finale im Elfmeterschießen: Tomé entlassen

Spanien unterliegt im Finale der Frauen-EM 2025 im Elfmeterschießen. Die RFEF verlängert den Vertrag von Montse Tomé nicht; der FC Barcelona stellte elf Spielerinnen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien verliert EM-Finale im Elfmeterschießen: Tomé entlassen
Spanien verliert das EM-Finale und trennt sich von Montse Tomé

Spanien reiste als Weltmeister, Zweiter der FIFA-Weltrangliste und führende Macht in der UEFA-Zone nach der Schweiz, kehrt aber mit Silbermedaille ohne Trainerin zurück. Das Team beendete die seit 1997 bestehende Durststrecke ohne europäisches Halbfinale, erreichte das Endspiel und verlor es im Elfmeterschießen. Wenige Tage nach dem Vize-Titel kündigte der Vorstand des spanischen Fußballverbands (RFEF) an, dass er den Vertrag von Montse Tomé nicht verlängert. Zwei Ereignisse, ein gemeinsamer Kern: ein Turnier, das als sicher galt, und ein Verband, der schnell handelte.

Spanien beendet in der Schweiz die Halbfinal-Durststrecke seit 1997

Die Ausgangslage war unbequem. Ein WM-Titel, eine Nations League, der zweite Platz in der FIFA-Weltrangliste und viele der besten Fußballerinnen der Welt im Kader – doch kein europäisches Halbfinale seit 1997. Der Status als Topfavoritin war keine Prognose, sondern eine Erwartungshaltung. Die Europameisterschaft wurde seit fast drei Jahrzehnten als ausstehender Triumph betrachtet.

In der Schweiz änderte sich dies. Spanien überwand die Runden, stand im Finale und fiel im Elfmeterschießen, mit Bildern von Spielerinnen, die Silbermedaillen entgegennehmen, und ernsten Gesichtern als letztes Bild des Turniers. Eine Szene im Elfmeterschießen – ein möglicher Doppelkontakt beim Schuss – löste Diskussionen darüber aus, ob der Elfmeter wiederholt werden sollte. Manche sahen es klar, andere überhaupt nichts. Dies ist nicht neu: Wenn das Ergebnis ein Finale entscheidet, wird selbst das Regelwerk zum Streitpunkt.

RFEF verlängert nicht mit Montse Tomé – Sonia Bermúdez im Gespräch

Die Entscheidung wurde kurz nach dem Spiel bekannt. Der Vorstand der RFEF verlängert den Vertrag der Nationaltrainerin nicht, und als Nachfolgerin taucht Sonia Bermúdez, Trainerin der U23-Auswahl, auf – noch unbestätigt. Die Entlassung lässt zwei Deutungen zu. Für manche ist sie die logische Konsequenz daraus, mit der besten Generation im spanischen Fußball nicht gewonnen zu haben; für andere ein weiterer Beweis dafür, dass der Trainerposten bei den Frauen als Erstes wackelt, wenn die erste Rechnung kommt.

Elf Barça-Spielerinnen im Kader: Die Verteilung nach Vereinen

Der Kader zeichnete ein sehr konkretes Bild: elf Spielerinnen vom FC Barcelona, drei vom Real Madrid und zwei vom Athletic Club, dazu eine kleine Gruppe verteilt auf Sevilla, PSG, Manchester City, Arsenal, Gotham FC und Monterrey. Auf dieser Verteilung basierte eine der häufigsten Kritiken: Die Nationalmannschaft werde nach Quoten zusammengestellt, und Vereine mit echtem Gewicht blieben außen vor. Die Gegenargumentation ist einfach und zugleich schwer zu widerlegen: Es werden die Besten berufen, und die Besten spielen dort, wo sie spielen.

Aitana Bonmatí und Alexia Putellas, die zusammen die letzten vier Ballon d’Or gewannen, verkörpern die beiden Seiten der Medaille: Konzentration von Talent in einer Kabine und Abhängigkeit davon. Die detaillierte Auflistung, welcher Verein welche Spielerin stellt, macht aus einer Liste ein Argument.

Keine Prämie: 100.000 Euro fallen weg

Ein verlorenes Finale kostet nicht nur einen Titel. Der Mannschaft entging eine Prämie von 100.000 Euro für den zweiten Platz. Für Spielerinnen mit hohen Verträgen ist dies keine entscheidende Summe; für eine junge Kraft, die gerade erst zur Nationalmannschaft gestoßen ist, ist es Geld aus einer anderen Liga. Dieser Betrag verdeutlicht besser als jede Rede die tatsächliche Distanz zwischen Meister und Finalist.

Deutschland, der Kalender und eine alle zwei Jahre stattfindende EM

Die deutsche Erfolgsbilanz bei kontinentalen Meisterschaften ist beeindruckend, doch ein Blick auf den Kalender lohnt sich: Bis 1997 fand das Turnier alle zwei Jahre statt, nicht alle vier. Mit dieser Häufigkeit zu gewinnen, in einem Sport mit nur wenigen wirklich konkurrenzfähigen Nationalteams, lässt die Trophäensammlung schneller wachsen als es scheint. In dieser Ausgabe lieferte Deutschland erneut seinen typischen Stil ab: Es gewann sein zweites Spiel hintereinander mit zehn Mann und nutzte die einzige Chance, die es hatte.

Das andere Thema: Öffentliche Gelder und Kommentare jenseits des Fußballs

Nicht alles Begleitgeschehen war sportlicher Natur. Ein Teil der Diskussion driftete zu persönlichen Beleidigungen gegen die Spielerinnen und zur Infragestellung öffentlicher Gelder für den Frauenfußball nach dem Vize-Titel, wobei Stromrechnungen als wiederkehrendes Argument dienten. Dies ist dieselbe Debatte, die das Team begleitet, seit es anfing zu gewinnen: Das Spiel wird weniger hinterfragt als die Subvention.

Spanien ist Europameister-Vize, behält den Status als Weltmeister, hat einen leeren Trainerstuhl und einen Verband, der entscheiden muss, wer ihn besetzt. Mit diesem Material lautet die Frage nicht mehr, ob die Nationalmannschaft eine EM gewinnen kann; sondern wie lange es dauert, bis sie es erneut versucht, und mit wem.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (311 Antworten).

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