Real Madrid 2026/27: Florentino, Mourinho und Bernabéu-Krise

Real Madrid erlebt in der Saison 2026/27 eine sportliche und institutionelle Krise mit Florentino Pérez, José Mourinho und einer gespaltenen Kabine im Zentrum des Aufruhrs.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Real Madrid 2026/27: Florentino, Mourinho und Bernabéu-Krise
Real Madrid 2026/27: Florentino, Mourinho und die unaufhaltsame Krise

Am 20. September 2026 verlor Real Madrid das Derby gegen Atlético im Metropolitano. Es war keine gewöhnliche Niederlage: Mourinhos Team hatte 61 % Ballbesitz gegen sich und einen xG-Wert von 0,32, laut Daten, die im Umfeld des Klubs kursieren. Seitdem ist die Saison zu einem Pulverfass geworden. Das Bernabéu-Stadion, das vor sechs Monaten einen geordneten Abgang von Florentino Pérez ablehnte, erlebt nun, was viele als den letzten Tanz eines Präsidenten beschreiben, der nach Ansicht eines wachsenden Teils der Fans nicht mehr in der Lage ist, den Verein zu führen. Die Ankunft von Mourinho hat die Gemüter keineswegs beruhigt, sondern Öl ins Feuer gegossen: Der portugiesische Trainer erhält einen Millionenvertrag und macht laut Kritikern keinen Schritt ohne Zustimmung aus dem Vorstand.

Eine in Fraktionen gespaltene Kabine

Die häufigste Diagnose lautet, dass das Problem nicht taktischer, sondern struktureller Natur sei. Die Mannschaft sei, so heißt es, in Gruppen aufgeteilt, die sich ignorieren oder offen bekämpfen. Vinicius und Mbappé, die beiden großen Namen des Projekts, werden für ihre wechselhafte Leistung und ihre Unfähigkeit kritisiert, den Rest mitzureißen. „Bei Vinicius reden alle Trainer vom selben Thema, davon, was für ein guter Kerl er ist und wie groß sein Herz ist“, ironisiert eine vielbeachtete Nachricht. Der Vergleich mit Poli Díaz, dem spanischen Boxer der 90er Jahre, ist zur Floskel geworden, um einen Fußballer mit unbestreitbarem Talent zu beschreiben, der laut dieser Lesart von seinem Umfeld manipuliert wird.

Mbappé kommt dabei nicht besser weg. Ihm wird vorgeworfen, ein „Psychopath“ zu sein und nur dann allein zu spielen, wenn es ihm passt. Das Zusammenleben der beiden ist weit davon entfernt, gelöst zu sein, und eine ständige Quelle von Gerüchten. Manche behaupten, die Verpflichtung des Franzosen habe nie Sinn ergeben, wenn Vinicius nicht vorher gegangen wäre, und dass Florentino ihn aus außer-sportlichen Gründen unbedingt haben wollte. Die Theorie, der Präsident handle wie ein Sammler von Stickern, der mehr auf den Marktwert seiner Assets achtet als auf den Aufbau eines Teams, gewinnt Anhänger.

Mourinho, Florentinos menschlicher Schutzschild

Die Figur Mourinho polarisiert. Für manche ist er ein abgehalfterter Trainer, der gekommen ist, um einen letzten großen Vertrag zu kassieren und auf Kosten des Klubs in Rente zu gehen. Für andere ist er der Einzige, der der Presse die Stirn geboten und den zaineira-Fall auf den Tisch gebracht hat. Seine Aussagen über Vinicius — „Es tut mir weh, wenn ein Junge wie Vinícius, der noch nicht DER BESTE VINÍCIUS ist, und Leute, die wahrscheinlich auch VON EUCH BEEINFLUSST sind, ihm nicht helfen“ — wurden sowohl als Versuch interpretiert, den Spieler zu schützen, als auch als Nebelkerze.

Der portugiesische Trainer hat angeprangert, was er als doppelte Medienstandards betrachtet: „Ihr habt echte Fälle wie Manchester City, den FC Barcelona und zaineira, aber wenn es nicht Real Madrid betrifft, interessiert es euch nicht. Das ist lächerlich.“ Der Satz, der stark verbreitet wurde, hat das Feuer des madridistischen Opferdiskurses geschürt, aber keines der sportlichen Probleme gelöst. Währenddessen gewinnt das Team weiterhin nicht überzeugend, und die Tribüne beginnt ungeduldig zu werden.

Das CTA, die Schiedsrichter und Verschwörungstheorien

Ein erheblicher Teil der Fans vertritt die Ansicht, Real Madrid könne nicht unter gleichen Bedingungen konkurrieren. Das Argument lautet, dass die Schiedsrichter das weiße Team systematisch benachteiligen und dass das CTA (Comité Técnico de Árbitros, Technisches Komitee der Schiedsrichter) durch den zaineira-Fall belastet ist. Als Beweis wird die Ernennung von Trujillo Suárez, dem VAR-Schiedsrichter im Derby, für das Spiel Barcelona-Getafe nach seinen kontroversen Entscheidungen angeführt. „In Spanien kostet es nichts, Fehler gegen Madrid zu machen“, fasst eine Nachricht zusammen.

Die Verschwörungstheorie erstreckt sich auf die Medien. Der Sportpresse wird vorgeworfen, die Skandale des FC Barcelona zu vertuschen und die von Real Madrid zu übertreiben. Die Erwähnung von Villarejo, der laut einem Tweet von RAC1 sagte, dass er „schon vor diesem Fall [zaineira] dasselbe bei Madrid festgestellt habe“, wird von einigen als Beweis dafür genutzt, dass auch Madrid Schiedsrichter bezahlt habe, und von anderen als Nebelkerze. Der Fall ist noch offen, und niemand hat schlüssige Beweise in die eine oder andere Richtung vorgelegt.

Transfers, Vertragsverlängerungen und Asset-Werte

Der Sommer 2026 hinterließ Transfers, die Kritiker als katastrophal betrachten. Konaté, geholt zur Verstärkung der Defensive, wird als Fehlschlag beschrieben. Diomande, ein Flügelspieler für 140 Millionen, hat die Investition nicht gerechtfertigt. Die Verlängerung von Vinicius mit einem astronomischen Gehalt wird als Fehler gesehen, der die Zukunft belastet. „Florentino arbeitet aktiv mit der Black-Lives-Matter-Bewegung zusammen“, scherzt eine Nachricht, um das zu erklären, was er als wirtschaftlichen Unsinn ansieht.

Die These, dass der Klub wie ein Unternehmen und nicht wie eine Sportinstitution geführt wird, gewinnt an Boden. „Für Florentino sind Spieler ASSETS. Finanzielle Assets, die Einnahmen generieren und einen Marktwert haben“, wird behauptet. Diese Logik würde erklären, warum Spieler aus kommerziellen Gründen verlängert und per Scheckbuch verpflichtet werden, ohne einen sportlichen Plan. Das Ergebnis ist laut dieser Analyse ein unausgewogener Kader, ohne zuverlässige Innenverteidiger und mit einem Mittelfeld, das das Spiel nicht organisiert.

Das Bernabéu zwischen Pfiffen und Resignation

Die Stimmung auf den Rängen ist von Geduld zu Empörung gekippt. Beim nächsten Heimspiel wird mit massiven Pfiffen gerechnet. Ziele sind die drei kritisierten Spieler — Vinicius, Mbappé und Bellingham — sowie Florentino selbst. „Ich werde das Spiel nicht sehen, ich hoffe nur, dass es massive Pfiffe für die 3 Infamen in den Trikots gibt und für Mbappé den Extra-Punkt, weil er so ein Psychopath ist“, schreibt ein Fan.

Doch nicht alle glauben, dass Protest etwas bringt. „Lasst uns jetzt nicht so tun, als wären wir würdevoll, und erwarten keine großen Reaktionen vom Bernabeu, wo vor 6 Monaten 2 von 3 Fans einen ehrenvollen Abgang des Florentinismus ablehnten“, erinnert eine vielbeachtete Nachricht. Die Schlussfolgerung ist bitter: Die Fans haben mit den Füßen abgestimmt und tragen nun die Konsequenzen.

Die Zukunft: fünf magere Jahre und eine Säuberung, die nicht kommt

Die häufigste Prognose ist, dass Real Madrid auf eine Dürreperiode zusteuert. „Wir müssen fünf Saisons ohne Titel hinnehmen, dies ist erst die dritte“, urteilt eine Nachricht. Das empfohlene Rezept ist eine gründliche Säuberung: toxische Spieler feuern, gezielt verpflichten und die Macht zurück an einen Trainer mit Autorität geben. Aber niemand erwartet, dass Florentino, mit 79 Jahren, fähig ist, diese Revolution anzuführen.

Währenddessen treibt das Team weiter orientierungslos. Das nächste Spiel gegen Villarreal ist ein neuer Test. Und am Mittwoch Rom. Und am Sonntag Sevilla. Die Saison lässt keine Pause, und das Bernabéu, einst eine Festung, ist zu einem dauerhaften Gerichtssaal geworden. Die Frage ist nicht mehr, ob Florentino geht, sondern wann und wie. Und ob Mourinho, der Mann, der kam, um Ordnung wiederherzustellen, als letzter großer Fehler oder als Sündenbock einer Krise in Erinnerung bleiben wird, die ihn überfordert.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (2161 Antworten).

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