2001: Odyssee im Weltraum gewinnt knapp mit 101 zu 98

Nach dem Ausschluss von Stimmen verdächtiger Accounts siegt Stanley Kubricks Film in der Wahl zum besten Film aller Zeiten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

2001: Odyssee im Weltraum gewinnt knapp mit 101 zu 98
2001: Odyssee im Weltraum gewinnt mit 101 zu 98 nach Bereinigung der Liste

Für diese Abstimmung ist 2001: Odyssee im Weltraum der beste Film aller Zeiten. Er gewann mit drei Stimmen Vorsprung. Genau dieser knappe Abstand resultierte aus dem umstrittensten Schritt des gesamten Prozesses: Stimmzettel von Konten mit weniger als 36 Beiträgen wurden wegen Verdachts auf Mehrfachkonten ausgeschlossen. Hätte man diese Stimmen gezählt, wäre das Ergebnis laut einem Teilnehmer anders ausgefallen. Nach dem offiziellen Ausschluss lautet das Endergebnis 101 zu 98.

Die endgültige Korrektur betrug drei Stimmen. Der Wettbewerb erstreckte sich über mehrere Runden, in denen Favoriten wie Mulholland Drive und Vertigo – Aus dem Reich der Toten ausschieden. Im Finale fehlte zudem jeder Teil der Der Pate-Trilogie. Dieser Umstand erhitzte die Gemüter mehr als der eigentliche Sieger.

Das widersprüchliche Zählverfahren: Von angeblich 112-110 zu 101-98

Vor der Bereinigung behauptete ein Teilnehmer, das Zwischenergebnis für Zwei glorreiche Halunken habe bei 112 zu 110 gelegen. Er forderte, dass auch die korrigierten Ergebnisse aller früheren Runden veröffentlicht würden, wenn Stimmen im Finale annulliert werden. Diese Forderung war logisch konsistent: Wenn der Filter jetzt angewendet wird, warum nicht früher? Die Organisatoren hielten an ihrem Verfahren fest, ohne die Runden einzeln aufzuschlüsseln.

Die Filterung nach Aktivitätsschwelle dient dem Schutz vor Mehrfachkonten. Es gibt keine verifizierbare Wählerliste, keinen Personalausweis, kein Wahllokal. Das Problem: Bei einem Endvorsprung von nur drei Stimmen wiegt jede ausgeschlossene Stimme schwerer als der Film selbst.

Die Angelegenheit bleibt offen. Die offizielle Zahl ist publiziert; die alternative Zählung, die kursierte, jedoch nicht.

Kubrick gegen Leone: Unterhaltung oder Transzendenz?

Der Vergleich wurde von Anfang an als mehr als nur zwei Titel betrachtet. Auf der einen Seite Richard Strauss, Johann Strauss und Ligeti gegen Morricone; HAL 9000 gegen Lee Van Cleef. Der Mond gegen Spanien. Auf der anderen Seite Schweiß, Zigarre und Wüstenhitze, mit einer Filmmusik, die man nach drei Tönen erkennt.

Manche fassen den Konflikt so zusammen: Kino ist keine Unterhaltung, dafür gibt es Fußball und Bowling. Andere entgegnen, dass Kino, wenn es nur feierlich ist, die Hälfte seines Wesens verliert. Die häufigste Kritik am Gewinner richtete sich gegen die ausdruckslosen Darsteller, die wie Marionetten wirkten, und die drei Akte, die heute wie isolierte Übungen erscheinen. Die Verteidigung kam prompt: HALs Stimme sei der einzige wirklich menschliche Charakter, und die praktischen Effekte wirken auch fast sechzig Jahre später noch überzeugend.

Zwei glorreiche Halunken schnitt nicht schlecht ab: Manche halten den Film für ein Meisterwerk des Westerns und sehen ihn zu Recht im Finale. Diskutiert wurde, ob das allein zum Sieg reicht.

Sad Hill, Burgos und 1.500 Statisten

Die Dreharbeiten zu Zwei glorreiche Halunken hinterließen Spuren in Spanien. Laut Diskussion nahmen 1.500 Soldaten der spanischen Armee als Statisten an den Szenen um die Brückenkämpfe teil. Die ikonische Szene – das Duell auf dem Friedhof – wurde in Burgos gedreht.

Jahre später restaurierten Anwohner den fiktiven Friedhof eigenständig. Daraus entstand der Dokumentarfilm Desenterrando Sad Hill. Eine Anekdote stammt von einem Einheimischen, der als Statist arbeitete und kurz mit Clint Eastwood sprach. Solche Details beeinflussen keine Abstimmung, erklären aber, warum Teile des Publikums Leone ganz oben sehen wollten.

Morricone: Der verspätete Trophäe-Gewinn

Kubrick wollte Ennio Morricone für die Musik zu Clockwork Orange, wie im Thread berichtet wurde. Leone intervenierte: Der Komponist war gerade mit Töte oder stirb! beschäftigt und nicht verfügbar. Morricone gestand später im Alter, er bereue es, nie mit Kubrick gearbeitet zu haben.

Passen Morricones Puls und Kubricks millimetergenaue Kälte zusammen? Es gibt keinen Konsens. Der Dokumentarfilm Ennio (2021) tauchte in dieser Debatte auf, und der Vergleich der beiden musikalischen Universen wurde zu einem Nebenthema des Prozesses.

Tuco: Der Charakter, der den Film trägt

Gegen die oberflächliche Lesart – Eastwood mit Poncho und Zigarre – argumentierte ein Teilnehmer, dass Tuco, gespielt von Eli Wallach, den Unterschied mache. Er sei der menschlichste Charakter, trage die bekanntesten Szenen und halte die Geschichte trotz seiner Rolle als streitsüchtiger Bandit durch eigene ethische Überzeugungen zusammen. Seine Dialoge sind legendär.

Dieser Aspekt ist wichtig, weil er das Klischee widerlegt, der Film lebe nur von der Musik und langen Einstellungen. Er lebt vor allem von einem charakterstarken Schauspieler.

Mit 101 zu 98 wird die Diskussion weitergehen. Was solche Abstimmungen zeigen: Das Ergebnis ist weniger wichtig als die Zählweise. Beim nächsten Mal wird es wieder drei Stimmen Abstand geben, wieder eine kontroverse Bereinigung und jemanden, der die Protokolle jeder Runde verlangt. Mit Vorbehalt: Vielleicht ist der Gewinner ein anderer. Der Streit wird sicher identisch sein.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (316 Antworten).

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