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UCO-Aufnahmen belasten Cerdán – Ferraz tut so, als wüsste man nichts
Wusste Pedro Sánchez, dass sein Stellvertreter Geld von Bauunternehmen forderte? Diese Frage kursiert in den politischen Kreisen Madrids, seit eine Aufnahme im Besitz der Unidad Central Operativa (UCO) Santos Cerdán in einen mutmaßlichen Provisionskandal verwickelt hat. In dem Gespräch erwähnten der damalige Generalsekretär für Organisation der PSOE, Koldo García und José Luis Ábalos, dass mehrere Auftragnehmer im öffentlichen Bauwesen ihnen Geld schuldeten, wie La SER und El País berichteten. Die im Audio wiederholte Summe liegt bei rund 400.000 Euro. Cerdán bestreitet dies: „Ich habe keine Angst und nichts zu verteidigen.“
Die Affäre kommt mit einem unangenehmen Beipackzettel. Die Gespräche sind Teil eines umfangreichen Berichts, den die UCO dem Tribunal Supremo vorgelegt hat und der unter Verschluss lag, sodass jede Leckage ein Puzzleteil ist, das noch niemand vollständig sieht. Genau dort gedeihen die verschiedenen Versionen.
Was der UCO-Bericht über Cerdán enthält
Der Bericht beschreibt ein Provisionsnetzwerk im Zusammenhang mit dem von José Luis Ábalos geleiteten Verkehrsministerium. Nach den veröffentlichten Informationen soll Koldo García seine eigenen Gespräche mit Ábalos und Cerdán aufgenommen haben – eine defensive Vorsichtsmaßnahme, die nun zur Munition gegen die auf den Bändern Erschienenen wird. Die verfügbaren Daten deuten darauf hin, dass öffentliche Bauaufträge der Kern des mutmaßlichen Zahlungsverkehrs waren. Die UCO beschlagnahmte diese Aufnahmen und fügte sie dem Material hinzu, das dem Obersten Gerichtshof übergeben wurde, welcher die Akten streng geheim hielt.
Hier beginnt der erste Dissens. Für manche beweist die Sequenz eine organisierte Struktur; für andere handelt es sich um lose Gespräche, deren genauer Inhalt noch niemand vollständig gelesen hat. Die Verteidigung des sozialistischen Politikers besteht darauf, dass es nichts zu verteidigen gibt. Und währenddessen wächst das mediale Rauschen unaufhörlich.
Warum spricht man von einer Brandmauer zum Schutz von Sánchez?
Die am häufigsten wiederholte Hypothese besagt, dass Moncloa beschlossen habe, Cerdán zu opfern, um den Präsidenten zu schützen. Das Argument stützt sich auf ein auffälliges Detail: Die Information wurde nicht von der Opposition vorab veröffentlicht, sondern von Medien, die normalerweise regierungsnah sind. Dies führte dazu, dass Teile der Analyse die Operation als Versuch lesen, die Zeit zu kontrollieren und die Sicherung durchzubrennen, bevor die Zündschnur höher klettert. Das verbreitetste Szenario fasst dies in einem Bild zusammen: eine klassische Brandmauer, mit der Nummer drei als Containment-Wall.
Die gegenteilige Version behauptet, es gebe keinen solchen Plan, sondern ein unkontrolliertes Tropfen von Lecks aus den Akten und eine Presse, die darum konkurriert, zuerst zu publizieren. In diesem Szenario wäre der Präsident der große Verlierer, nicht der Profiteur. Beide Strömungen teilen jedoch eine unbequeme Gewissheit: Der Imageschaden für die Institution ist bereits angerichtet, egal was jetzt passiert.
Servinabar und der Belate-Tunnelbau
Die zweite Flanke der Affäre zeigt nach Navarra. Nach den veröffentlichten Informationen hätte die Regierung von María Chivite ihren größten Auftrag an Servinabar vergeben, das von Cerdán kontrollierte Unternehmen, genau als diese Gesellschaft bereits wegen Verstößen gegen Buchführungspflichten auf der schwarzen Liste des Handelsregisters stand. Das betreffende Projekt, die sogenannte Verdopplung der Belate-Tunnel, sei in die Hände der Gruppe gelangt, die dem damaligen stellvertretenden Sozialistenchef wichtig war, mit einer direkten Subvention von bis zu 40 Millionen Euro.
Der Bericht fügt hinzu, dass Cerdán an Verhandlungen der navarrischen Exekutive — der er nicht angehörte — mit dem Verkehrsministerium teilnahm, um Unterstützung zu gewinnen, die schließlich in dieser öffentlichen Hilfe mündete. Es sind Register- und Vergabedaten, die zusammen mit dem UCO-Bericht ein wiederkehrendes Muster zeichnen: öffentlicher Bau, Zwischengesellschaften und Geldflüsse parallel zu Ämtern.
Warum La SER und El País den Fall aufgreifen
Das Detail, das am meisten Aufmerksamkeit erregt hat, ist wer publiziert. La SER, El País, eldiario.es und Público haben sich der Verbreitung der Nachricht angeschlossen, was im Widerspruch zu ihrer Rolle als Sprachrohr der Regierung steht, die ihnen zugeschrieben wird. Manche interpretieren dies als koordinierte Operation, um das Tempo aus dem Inneren des sozialistischen Umfelds zu bestimmen; andere sehen darin das Symptom eines offenen Konflikts innerhalb des PRISA-Aktionariats, einschließlich interner Bewegungen und Führungswechsel.
Tatsächlich zeigen sich Risse im Ökosystem, das die Erzählung „Alles ist Schlamm und Fake News“ trug. Und wenn die eigene Seite bröckelt, wird das Alibi schwerer aufrechtzuerhalten, ohne Balanceakte zu vollführen.
Was passiert jetzt mit der Geheimhaltung der Akten?
Der Richter hat die Aufhebung der Geheimhaltung des Ermittlungsakts angekündigt, ein Schritt, der die Achse der Angelegenheit binnen Stunden verschieben kann. Bis dahin ist alles Veröffentlichte Material, das zugerechnet wird, vermutet wird und richterlicher Bestätigung harrt. Man sollte sich dessen bewusst sein, bevor irgendwelche Extreme als bewiesen gelten, besonders wenn die Medienmaschinerie genau in die entgegengesetzte Richtung drängt.
Die Verteidiger schauen auf den Kalender, die Parteien, die die Regierung stützen, schweigen, und die Zahlen reichen nicht für parlamentarische Abenteuer. Alle warten auf das Kleingedruckte der Akten, während einige den Film verkaufen, bevor er Premiere hat.
Eine Brandmauer funktioniert nur, wenn die Flammen nicht überspringen. Und hier fliegen die Funken vorerst nach oben.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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Coro Cillán, die Richterin, die 2009 versuchte, die Ermittlungen zu den Madrider Zuganschlägen von 2004 wieder aufzunehmen, bleibt gegen ihren Willen in einer psychiatrischen Isolationszelle.