PSG-Affäre: Audios belasten Sánchez wegen Schmutzkampagne

Unternehmer belastet Cerdán und Leire Díez mit Dateien. Die Affäre um die PSOE-Schmutzkampagne trifft auch die UCO.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Audios belasten Sánchez wegen Schmutzkampagne der PSOE gegen Justiz

Die Veröffentlichung von Aufnahmen, in denen ein Unternehmer aus der mutmaßlichen Rufmord-Kampagne der PSOE den Regierungschef nennt, hat eine neue juristische und politische Front eröffnet. Der Unternehmer behauptet, Santos Cerdán und die Parteistrategin Leire Díez verwalteten Tausende sensibler Dateien. Er deutet an, dass der Befehl zur „Erledigung“ aus der Führungsebene stamme und sich direkt auf Pedro Sánchez beziehe. Die These lautet, Ferraz habe eine Operation orchestriert, um Richter und Journalisten zu diskreditieren, wobei die UCO ein Hauptziel war.

Inhalt der Audios und das Netzwerk von Ferraz

Die zunächst von El Confidencial veröffentlichten Aufnahmen stellen Santos Cerdán, Nummer drei der PSOE, und Leire Díez ins Zentrum. In einem Fragment erklärt der Unternehmer Víctor de Aldama: „Leire genießt das volle Vertrauen Cerdáns und wird für solche Erpressungen und Straftaten genutzt.“ Die Operation soll Kontakte zu angeklagten Unternehmern umfasst haben, um ihnen Vorteile gegen Kooperation anzubieten, sowie den missbräuchlichen Einsatz der Staatsanwaltschaft gegen die UCO. Ein weiteres Audio, Leire Díez zugeschrieben, enthält ein besorgniserregendes Versprechen: „Die Staatsanwälte bewegen sich, es gibt kein Problem bei der Lösung der Frage.“

Die Opposition reagierte sofort. Alberto Núñez Feijóo bezeichnete das Audio als „extrem schwerwiegend“, betonte, man müsse die Guardia Civil respektieren, und sprach vom „absoluten Niedergang“. Die Vereinigung der Guardia Civil verurteilte Versuche, die UCO aus politischen Kreisen zu destabilisieren, während die Einheit mehrere Verfahren im Umfeld des Präsidenten führt.

Juristische Front: Vom Fall Begoña zur Klage gegen Richter Peinado

Der Audioskandal ist kein Einzelfall, sondern Teil einer starken Spannung zwischen Regierung und Justiz. Das Oberste Gericht prüft eine Anzeige gegen Pedro Sánchez wegen mutmaßlicher Veruntreuung öffentlicher Gelder im Fall Begoña. Eine Vereinigung wirft dem Präsidenten vor, staatliche Ressourcen für seine Klage gegen Richter Juan Carlos Peinado genutzt zu haben, der die Ehefrau des Präsidenten untersucht.

Der Rechtsstreit hat sich auf Medien ausgeweitet. Die Justiz wies die Klage von Begoña Gómez gegen El Confidencial ab und verurteilte sie zur Kostenübernahme, was als Versuch gewertet wurde, Informationen zu unterdrücken, die die Ermittlungen auslösten. Parallel kündigte die Regierung einen internationalen Plan zur Medienkontrolle an, der bei der UN vorgestellt werden soll. Ciudadanos meldete dies der EU-Kommission als Versuch, „zwei Grundpfeiler jeder liberalen Demokratie zu kontrollieren“.

Offensive gegen die UCO und Säuberungen bei der Guardia Civil

Ein heißes Thema ist die mutmaßliche Diskreditierungsoperation gegen die Unidad Central Operativa (UCO) der Guardia Civil. Nach Berichten kostete die Operation über 150.000 Euro und umfasste Zahlungen an „Fixer“ in den USA gegen den Antikorruptionsstaatsanwalt Grinda. Die UCO vermutet, die PSOE habe diese Profis bezahlt, um den Staatsanwalt zu stürzen. Dies reiht sich ein in interne Säuberungsversuche. Innenminister Fernando Grande-Marlaska will die Guardia Civil durch mehr direkte Ernennungen kontrollieren, mitten im Skandal um die UCO-Purgationen, und wählt zahlreiche Kommandanten aus, darunter jene für Vergaben ohne Ausschreibung.

Richter äußerten sich dazu. Eine Strömung innerhalb der Richterschaft kritisiert, dass der Consejo General del Poder Judicial (CGPJ), das spanische Organ zur Selbstverwaltung der Justiz, seit 1985 „von Politikern gekidnappt“ sei. Diese Kritik betrifft sowohl PSOE als auch PP und spiegelt wachsende Sorgen um die richterliche Unabhängigkeit wider. Der EU-Rechtsstaatlichkeitsbericht stellt fest, dass die Wahrnehmung von Korruption in Spanien unter Sánchez „signifikant gestiegen“ sei, und warnt Exekutive und Legislative davor, die Unabhängigkeit der Justiz zu untergraben.

Digitale Kanalisation: KI und Fabrikation von Beweisen

Das Netzwerk beschränkte sich nicht auf Unternehmerkontakte. Berichten zufolge nutzte die „Kloake“ künstliche Intelligenz, um gefälschte Fotos der Richterin, die den Bruder von Sánchez behandelt, zu erstellen, da keine echten Angriffsdaten gefunden wurden. Dieser von El Debate publizierte Aspekt zeigt eine ungewöhnliche Raffinesse der Schmutzkampagne durch Hightech-Desinformation. Die Staatsanwaltschaft wird beschuldigt, Hindernisse aufgebaut zu haben, um zu klären, ob der ehemalige Chef der OCON-Sur aufgrund falscher Beweise Ziel einer Untersuchung war.

In diesem Kontext soll Generalstaatsanwalt Álvaro García Ortiz der Opposition gedroht haben: „Ich habe genug Informationen, um Schaden anzurichten.“ Dies ist ein weiterer Höhepunkt der institutionellen Spannungen. Die Wahrnehmung, das PSOE-Umfeld instrumentalisiere die Staatsanwaltschaft gegen die UCO, dominiert die öffentliche Debatte, genährt durch die Audios und Aussagen der Beteiligten.

Nahe Zukunft: Krise ohne Ende

Während die Justiz Verantwortlichkeiten klärt, deutet alles auf eine Verlängerung der Krise hin. Leire Díez’ Drohung, „die Deckel zu lüften“, legt nahe, dass weitere sensible Informationen folgen könnten. Es bleibt offen, ob diese Spirale aus gegenseitigen Vorwürfen und Rechtsstreitigkeiten die Regierung zermürbt oder ob, wie manche Analysen andeuten, die PSOE-Wähler sich angesichts vermeintlicher Angriffe noch stärker mobilisieren. Historisch gesehen lösen sich Skandale dieser Größenordnung selten durch Rücktritte; sie verfestigen sich, bis Justiz oder Wähler Klarheit schaffen. Doch diese Prognose kann nur die Zeit bestätigen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (177 Antworten).

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