Spanien: Tablet-Verkaufszahlen sinken, Geräte bleiben aktiv

In Spanien fallen die Tablet-Verkaufszahlen weiter, nicht wegen Smartphones, sondern aufgrund gesättigter Märkte und langer Ersatzzyklen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien: Tablet-Verkaufszahlen sinken, Geräte bleiben aktiv
Tablet-Absatz bricht ein, aber das Smartphone ist nicht schuld

Ein Acht-Zoll-Tablet für 159 Euro, verglichen mit einem 450-Euro-Laptop, mit zehn Stunden Akkulaufzeit und zwei Jahren Nutzungsdauer. Der Besitzer denkt nicht ans Wechseln. Das ist das Problem der Branche, nicht des Telefons. Der Absatz von Tablets bricht weiterhin ein, und die bequeme Diagnose – dass das 5,7-Zoll-Smartphone sie verdrängt hat – erklärt nicht, warum so viele Geräte abends noch laufen, während jemand Nachrichten sieht oder ein PDF im Bett liest.

Die offizielle Erzählung vom Platzen der Blase besagt, dass die Neuheit sich erschöpft habe und die Leute die Grenzen der Erfindung erkannt hätten. Es stimmt halbwegs. Die andere Hälfte fasst eine unbequeme Frage zusammen: Hat vielleicht einfach jeder schon eines?

Die Erzählung vom Blasenplatzen: Die Neuheit war weg

Nach dem anfänglichen Boom, als das Tablet als innovatives Gadget verkauft wurde, das den Heimcomputer ersetzen sollte, kam der Kater. Die härteste Diagnose besagt, dass es weder zum ordentlichen E-Mail-Schreiben noch zum Spielen ernsthafter Videospiele taugt, und dass die Nutzer schnell ihre Grenzen erkannten. Von diesem Startpunkt aus wird jedes Quartal schwacher Verkäufe als Bestätigung gelesen.

Das Problem dieses Rahmens ist, dass er eine Nutzungsbeschwerde zu einer Markterklärung macht. Ein Gerät kann beim Tippen unpraktisch sein und trotzdem für anderes nützlich. Und wenn etwas den Umsatzrückgang beweist, dann ist es, dass es viele zufriedene Besitzer gibt – genau die, die nicht wieder zur Kasse kommen.

Warum fallen die Tablet-Verkäufe, wenn alle sie nutzen?

Weil der Bestand gesättigt ist und der Ersatzzyklus extrem lang ist. Ein Mittelklasse-Tablet deckt Surfen, Video schauen, Zeitung lesen und einfache Spiele jahrelang ab; ein vier Jahre altes Modell tut dasselbe wie ein neues. Smartphones haben hingegen einen anderen Rhythmus: degradiierende Akkus, alternde Kameras und eine Erneuerung, die der Nutzer fast aus Trägheit akzeptiert.

Manche lehnen diese These mit einem vernünftigen Gegenbeispiel ab: Fast jeder besitzt auch ein Smartphone, und sie verkaufen sich trotzdem weiter. Die Nuance ist wichtig, weil der Telefonmarkt sich durch jährliche Ersetzungen und Markendruck bewegt, nicht nur durch Bedarf. Dieses Phänomen gab es bereits bei Heimcomputern, als Desktop-Rechner nicht mehr alle zwei Jahre ersetzt wurden, weil die Software es nicht mehr verlangte.

Wofür ein Tablet wirklich dient: Sofa, Bett und Flugzeug

Zum Konsumieren von Inhalten, nicht zum Produzieren. Die wiederkehrenden Nutzungen zeigen eine aufschlussreiche Banalität: Den Computer nicht einschalten müssen für eine schnelle Abfrage am Morgen, PDF-Anleitungen ohne Ordnerlast lesen, Sprachen hören, Serien verfolgen, Kontostände prüfen, Comics lesen oder Buszeiten checken. Ein Gerät, das sofort angeht und den Akku hält.

Bei langen Flügen liegt der Unterschied im Bildschirm: Einen HD-Film sehen versus auf dem Sitzmonitor – kein Vergleich. Im Sommer zählt ein weiteres häusliches Argument: Surfen auf dem Sofa, ohne die Hitze der Laptop-Lüfter zu ertragen. Für Bad und Bett konkurriert das Handy gut; für den Rest spielt der große Bildschirm seine Stärke aus.

E-Mails auf dem Tablet schreiben: Die Grenze, die nicht überschritten wird

Eine fünfzeilige E-Mail bleibt Sache einer physischen Tastatur. Dort hat der Laptop keine Konkurrenz, und wer Inhalte erzeugen muss, auch nur wenige, kehrt zu ihm zurück. Daher sind Sieben-Zoll-Geräte im Niemandsland gefangen: zu groß für die Tasche, zu klein zum Arbeiten – eine Kategorie, die ein Nutzer als wollen, aber nicht können zusammenfasste.

Laut Forendiskussion wächst das Segment der 2-in-1-Convertibles mit vollem Windows, Remote-Desktop, Tastatur und Maus: ein Laptop, ohne fünf Kilo auf der Schulter zu tragen. Bezüglich Phablets mit 5,5 und 6 Zoll bemerkt ein Poster, dass der Preis um etwa 100 Euro steigt, wenn man von 5 auf 6 Zoll wechselt, ein Sprung, der den Kauf bremst.

Geplante Obsoleszenz und das iPad, das nicht sterben will

Updates, die ältere Geräte degradieren, nähren den Verdacht der geplanten Obsoleszenz, wobei das erste iPad das meistgenannte Beispiel ist: Zum Laptop-Preis verkauft, mit gekürztem Speicher geliefert und bald nicht mehr aktualisiert. Die kursierende Vergleichsmetapher ist mechanisch: Es ist, als würde man ein stärkeres Motor in ein Auto bauen, aber 500 zusätzliche Kilos draufpacken.

Die andere Seite ist gegenteilig. Es gibt iPads der ersten Generation und bescheidene Galaxy Tabs, die noch Dienst tun; zwei Jahre alte iPads ohne Kratzer, die niemand wechseln will; und ein fast vier Jahre altes iPad 2 mit iOS 7 und Jailbreak für Kodi, das hält, bis es auseinanderfällt. Haltbarkeit, eigentlich ein kommerzieller Vorteil, ist zum Feind des Umsatzes geworden.

Wer kauft noch Tablets und wer hat Geld verschwendet

Drei klare Profile. Der Ältere, der immer Angst vor Computern hatte und die Touch-Oberfläche ohne Handbuch annimmt. Der Pendler, der 45-minütige Umstiege zum Lesen oder Lernen nutzt. Und jene ohne Laptop, die Handys über 4,5 Zoll ablehnen und mit einem 10-Zoll-Tablet – in einem Fall für 100 Euro – das abdecken, was keiner der beiden anderen bietet.

Am entgegengesetzten Ende steht der Reuige, der vor einem Monat kaufte und es zweimal ansteckte, weil das Handy reichte. Beide Fälle koexistieren widerspruchsfrei: Das Branchenproblem ist nicht, dass das Tablet nutzlos ist, sondern dass funktionierende nicht kaputtgehen.

Mit diesem Bestand ist es nicht seltsam, dass die Verkäufe fallen: Es ist seltsam, dass jemand wartet, bis seines kaputtgeht, um ein neues zu kaufen. Und seines zeigt nach allen Anzeichen seit drei Jahren keine Ermüdungserscheinungen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (119 Antworten).

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