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Spanien kauft 10 % von Telefónica und wird größter Aktionär
Der spanische Staat erwirbt bis zu 10 % des Telekommunikationsriesen Telefónica und wird dessen größter Anteilseigner, mitten in einem Stellenabbau bei 5.124 Mitarbeitern.
Spanien kauft 10 % von Telefónica und wird größter Aktionär
Die Transaktion erfolgt, während das Unternehmen einen ERE (kollektiver Personalabbau) durchführt, der 5.124 Mitarbeiter betrifft – ein Drittel der Belegschaft –, nach Jahren der Schulden- und Personalkürzungen. Die Regierung rechtfertigt den Einstieg als Gegengewicht zu ausländischen Investoren. Die Reaktionen ließen nicht auf sich warten: Von „Rettung“ ist die Rede, andere vermuten eine Möglichkeit, regierungstreue Posten zu besetzen.
Was geschah und warum der Staat 10 % von Telefónica kaufte
Der spanische Staat hat bis zu 10 % von Telefónica erworben und ist nun dessen größter Aktionär. Der Schritt fällt zeitlich mit einem Personalabbauplan zusammen, der 5.124 Mitarbeiter betrifft, etwa ein Drittel der Belegschaft. Die Regierung stellt die Beteiligung als Mechanismus dar, um ausländische Investitionen auszugleichen, insbesondere nachdem ein saudischer Staatsfonds bereits fast 9,9 % des Kapitals kontrollierte.
Dies ist bedeutsam: Telefónica ist eines der weltweit führenden Telekommunikationsunternehmen mit Präsenz in Europa und Lateinamerika. Der öffentliche Einstieg folgt auf Jahre der Anpassung unter CEO José María Álvarez-Pallete, der Schulden reduzierte, die einst 40 Milliarden Euro überstiegen hatten, und Personal abbaut, um sinkenden Umsätzen und Wettbewerb zu begegnen.
Zwei gegensätzliche Sichtweisen: Gegengewicht oder verdeckte Rettung?
Kritiker argumentieren, dies sei eine verdeckte Rettungsaktion. Sie behaupten, der Staat habe erst eingegriffen, nachdem das Unternehmen die Drecksarbeit erledigt hatte – Entlassungen und Schuldensenkung – und nutze öffentliches Geld zur Stützung des Aktienkurses. „Offene Rettung“ fasst eine verbreitete Ansicht zusammen. Andere sehen darin Finanzengineering, um öffentliche Mittel zuzuführen und sie an verbundene Manager zu verteilen, in der Hoffnung auf einen Kursanstieg.
Gegner dieser These verteidigen den öffentlichen Anteil als Rekapitalisierung des Landes, nicht als Entziehung. Sie weisen darauf hin, dass große Telekommunikations- und Energieunternehmen in Frankreich, Italien und Deutschland weiterhin mehrheitlich staatlich sind. Aus dieser Sicht war Spaniens vollständige Privatisierung die Anomalie. Auch das Argument des Gegengewichts zu ausländischen Investoren wird als im allgemeinen Interesse liegend angeführt.
Historisches Vorbild: Telefónica war nicht immer privat
Die Debatte um Telefónicas Eigentumsverhältnisse hat lange Wurzeln. Das Unternehmen begann als privates Unternehmen mit dem amerikanischen ITT-Konzern als Hauptaktionär, bevor es während Francos Regime per Dekret verstaatlicht wurde. Ähnliches geschah mit CAMPSA, gegründet nach der Enteignung ausländischer Ölgesellschaften durch die Diktatur Primo de Riveras. Der Staat baute diese Unternehmen nicht von Grund auf neu, sondern übernahm bestehende private Infrastruktur.
Dieser Aspekt widerlegt die Idee, Telefónica sei ursprünglich öffentlich gewesen und dann privatisiert worden. Die tatsächliche Abfolge ist komplexer: Erst Verstaatlichung, dann Privatisierung – zunächst unter Felipe González’ PSOE, später unter Aznar – und nun ein teilweiser Rückkauf. Dieser Zyklus zeigt, dass die Beziehung zwischen Staat und Unternehmen nie linear war.
Der Abbau von 5.124 Stellen und Pallettes Führung
Der ERE, der 5.124 Mitarbeiter betrifft, bildet den Hintergrund für die Transaktion. Telefónica hat enorme Schulden abgebaut und Personal entlassen, das nach einigen Analysen keinen Mehrwert lieferte. Der Einstieg des Staates erfolgt, während diese Anpassung läuft, was den Verdacht nährt, dass öffentliches Geld die Früchte privater Führung erntet.
Manche loben Pallettes Amtszeit wegen der Senkung der Schulden, des Abbaus unproduktiven Personals und der Verbesserung der Margen. Andere befürchten, der Schritt diene dazu, regierungstreue Kräfte in Führungspositionen zu bringen, mit dem Risiko, dass das Unternehmen an Wettbewerbsfähigkeit verliert. Vergleiche mit Correos (der nationalen Post) tauchen oft auf: Wo der Staat einsteigt, verschlechtert sich das Unternehmen.
Auswirkungen auf Tarife und Nutzer
Werden Nutzer etwas bemerken? Die meisten sagen nein: Die Tarife werden nicht sinken, nur weil der Staat 10 % besitzt. „Jetzt, da ich 10 % von Telefónica besitze, stelle ich mir vor, meine Rechnung sinkt auch um 10 %“, ironisiert ein Kommentar. Öffentliche Eigentümerschaft führt nicht automatisch zu Vorteilen für Verbraucher.
Es gibt auch Bedenken, dass Politisierung das Management beeinträchtigt. Befürchtungen, dass Medienbereiche für politische Zwecke genutzt werden könnten, bestehen weiter. Manche erinnern daran, dass der Dienst langsam und teuer war, als Telefónica ein staatliches Monopol innehatte, mit Wartezeiten von fast einem Jahr für einen Telefonanschluss.
Beunruhigend ist nicht die Zahl 10 %, sondern die 5.124. Der Staat kauft sich in ein Unternehmen ein, das gerade den Abbau eines Drittels seiner Belegschaft angekündigt hat. Wenn dies ein Gegengewicht ist, kommt es nach der Restrukturierung. Wenn es eine Rettung ist, kommt sie, nachdem die Drecksarbeit erledigt ist.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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