Spanien führt die Eurozone an, während die Schulden 1,67 Billionen erreichen
Wie erklärt es sich, dass Spanien das Wachstum in der Eurozone anführt, obwohl der Einkaufswagen 38 % teurer ist als vor der Pandemie? Die offiziellen Daten sind eindeutig: Das BIP der Eurozone stieg zwischen April und Juni nur um ein Zehntel, wobei Spanien und Slowenien die Länder mit dem stärksten Wachstum anführten. Der spanische PMI liegt bei 51 Punkten, über der Schwelle, die Expansion von Stagnation trennt, in einem europäischen Block, der kaum Bewegung zeigt. La Razón titelt, dass Spanien seine Rolle als wirtschaftlicher Motor in Europa festigt. Die andere Seite der Medaille heißt Schulden.
Was die Daten des zweiten Quartals zeigen
Die Schlagzeile stammt von La Vanguardia: Die Eurozone wuchs im zweiten Quartal um ein Zehntel, und Spanien zog die anderen mit. Die vom PMI erfassten Makroindikatoren, wie von La Razón berichtet, deuten auf einen robusten Arbeitsmarkt und eine eingedämmte Inflation hin, was im Kontrast zur Stagnation im Rest des Blocks steht. Es ist dasselbe Bild, das sich seit Quartalen wiederholt: Spanien wächst schneller als seine Nachbarn, und die offizielle Darstellung präsentiert dies als positive Ausnahme.
Hier beginnt die Kontroverse. Manche argumentieren, dass das spanische Wachstum nicht das Verdienst der Wirtschaftspolitik sei, sondern das Ergebnis von Schulden, Staatsausgaben und Bevölkerungswachstum. Das Argument, das in der Diskussion immer wieder hervorgehoben wird, lautet, dass das verfügbare Einkommen der Spanier sinkt, während das BIP steigt. Die makroökonomische Statistik und die Haushaltsökonomie erzählen seit Langem unterschiedliche Geschichten.
Warum das Wachstum im Einkaufswagen nicht sichtbar ist
Der häufigste Klagepunkt richtet sich nicht gegen das BIP, sondern gegen die Lebenshaltungskosten. Der tägliche Einkauf hat sich seit ELbichito um 38 % verteuert, einer der am häufigsten zitierten Berechnungen zufolge. Hinzu kommen Strom, Kraftstoff und grundlegende Dienstleistungen, während die Löhne nach allgemeiner Wahrnehmung seit Jahren stagnieren. Das Ergebnis ist eine unbequeme Widersprüchlichkeit: Die Aktivitätsdaten verbessern sich, aber das Gefühl der Verarmung bleibt bestehen.
Wer in Spanien lebt, weiß, worum es geht. Der Streit dreht sich nicht darum, ob das BIP steigt — es tut es —, sondern darum, wie viel dieses Wachstums beim Produzenten ankommt. Und die naheliegende Antwort lautet: sehr wenig.
Das Kleingedruckte: 1.667.372 Millionen Euro öffentliche Schulden
Die Kehrseite des Wunders hat konkrete Zahlen, den im Diskurs genannten Daten zufolge. Die öffentliche Verschuldung erreichte 1.667.372 Millionen Euro, ein Anstieg von 52.658 Millionen in nur einem Quartal, was einer Steigerung von 3,3 % entspricht. Im selben Zeitraum verbesserte sich das Defizit nur marginal um 455 Millionen: Es ging von -11.372 auf -10.917 Millionen zurück. Das bedeutet, dass die Schulden um ein Vielfaches schneller wachsen, als das Ungleichgewicht korrigiert wird, das sie erzeugt.
Die Ausgabenentwicklung folgt demselben Muster. Von den 722.846 Millionen, die 2024 ausgegeben wurden, soll auf 801.646 Millionen im Jahr 2025 gestiegen werden, ein Plus von 10,9 % in nur einem Jahr, wobei die Renten laut der im Thread verbreiteten Analyse 11.000 Millionen zu diesem Anstieg beisteuern. Der Ökonom Daniel Lacalle beziffert die Subventionen für Einrichtungen im Jahr 2024 auf 28.649 Millionen. Eine im Diskurs verbreitete Analyse schreibt dem Banco de España (Zentralbank), mit Daten vom 31. Mai, eine buchhalterische Paradoxie zu: Ein Kassenüberschuss von 747 Millionen koexistiert mit einem buchhalterischen Defizit von 10.075 Millionen.
Steuerlast frisst Rentenerhöhung auf
Wenn die Ausgaben explodieren, muss jemand dafür zahlen. Die im Thread genannten Zahlen sind sprechend: Zwischen 2018 und 2025 stiegen die Renten um 47,4 %, aber die IRPF-Abzüge (Einkommensteuer) darauf erhöhten sich um 97,6 %. Für jede versprochene Erhöhung holt sich der Staat fast das Doppelte über Steuern zurück. Im ersten Quartal 2025 lag die Steuerquote bei 42,2 %, und die angebotene Grenzberechnung ist noch drastischer: Von jedem zusätzlich erwirtschafteten Euro gehen 57 Cent für Steuern ab.
Es gibt Zeichen der Erschöpfung, den im Diskurs verbreiteten Daten zufolge: Die Gesamteinnahmen fielen im Juni um 2,7 %, wobei die IRPF-Einnahmen um 10 % einbrachen und die Körperschaftsteuer (Impuesto de Sociedades) aufgrund von Rückzahlungen, die die Einnahmen überstiegen, ins Negative rutschte. Die kursierenden Berechnungen sprechen davon, dass man 228 Tage im Jahr nur arbeitet, um Steuern zu zahlen, oder 51 Tage mehr als vor der letzten steuerlichen Verschärfung.
Arbeitslosigkeit: 3,6 Millionen Menschen ohne Beschäftigung
Bleibt die Zahl, die keine Wachstumsstatistik verdecken kann. Den im Thread genannten Zahlen zufolge gab es im Juli 2025 2.404.606 offiziell registrierte Arbeitslose, neben 736.528 inaktiven Saisonarbeitern (fijos discontinuos) und 13.772 Personen in Kurzarbeit (ERTE). Die Gesamtzahl der beim SEPE (Arbeitsamt) registrierten Personen ohne Beschäftigung erreicht 3.607.538. Spanien bleibt das Land mit der höchsten Arbeitslosigkeit in der Europäischen Union.
Die von einer Seite angebotene Erklärung — dass viele nicht arbeiten müssen — hält dem Vergleich mit dem Rest des Kontinents nicht stand. Und währenddessen wird das Quartalsbild weiterhin das eines Landes sein, das an der Spitze Europas wächst.
Am Ende passt alles zusammen: Wir sind der Motor der Eurozone, das Paradies der Indikatoren und der Nachbar, der den Supermarktkassenbon mit dem Taschenrechner prüft. Schade, dass man vom BIP nicht leben kann.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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