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Spanien drittgrößte EU-Wirtschaft, aber Medianlohn niedrig
Der durchschnittliche Vollzeitverdienst in Spanien liegt bei 35.125 €, Rang drei unter den großen EU-Volkswirtschaften. Der Medianlohn bleibt jedoch unter 25.000 € brutto.
Spanien ist die drittgrößte Volkswirtschaft der EU, doch der typische Lohn liegt unter 25.000 €
Spanien rangiert nun als drittgrößte Volkswirtschaft der Europäischen Union mit einem Durchschnittslohn von 35.125 € jährlich im Jahr 2025. Diese Schlagzeile, veröffentlicht von Infobae, stützt sich auf Eurostat-Daten, die nur die fünf größten Volkswirtschaften des Blocks vergleichen und die Zahlen auf Vollzeitäquivalente anpassen. Die Statistik ist nicht falsch, erzählt aber eine andere Geschichte als die, die sie suggeriert.
Die erste Diskrepanz zeigt sich beim Blick auf die gesamte EU: Der Gemeinschaftsdurchschnitt liegt bei 41.464 €, fast 6.400 € höher. Spanien überholt Italien und Polen im Ranking der Großen, bleibt aber unter dem europäischen Durchschnitt. Wir steigen, aber unsere Nachbarn steigen schneller.
Was der Durchschnittslohn von 35.125 € wirklich misst
Die Eurostat-Daten erfassen nicht exakt das Gehalt jedes einzelnen Arbeitnehmers. Sie werden auf Vollzeitäquivalente umgerechnet: Teilzeitkräfte zählen so, als hätten sie voll gearbeitet. In Spanien arbeitet mehr als jeder achte Angestellte in Teilzeit, oft unfreiwillig, insbesondere Frauen und junge Menschen. Für sie beträgt das tatsächliche Gehalt etwa die Hälfte dieser Zahl.
Die vom Nationalen Statistikinstitut (INE) häufig zitierte Erhebung, die Verdienststrukturerhebung, weist einen Bruttodurchschnitt von rund 28.000–30.000 € aus, einschließlich Teilzeitkräften. Der Medianlohn, der das Einkommen des typischen Arbeitnehmers besser widerspiegelt, liegt zwischen 23.000 und 25.000 € brutto. Drei Zahlen, drei Narrative. Keine Lügen.
Eine sauberere Metrik existiert: der durchschnittliche Stundenverdienst, veröffentlicht vom INE, der kürzlich bei etwa 16–17 € brutto lag. Dieser hängt nicht von der Stundenzahl ab. Warum Schlagzeilen die auffälligere Zahl bevorzugen, ist eine andere Frage.
Sind die Löhne über der Inflation gestiegen?
Im Jahr 2025 ja: Ein Anstieg von 4,8 % gegenüber einer durchschnittlichen Inflationsrate (VPI) von 2,5–3 % ergibt einen kleinen, aber positiven Realgewinn. Rückblickend seit 2021 ändert sich das Bild. Zwischen 2021 und 2023 überstieg die kumulierte Inflation 15 %, während die Löhne deutlich weniger stiegen. Der reale Durchschnittslohn liegt ungefähr dort, wo er vor der Preiskrise war, nicht klar darüber.
Kommt hinzu, dass Wohnkosten und Einkaufspreise stärker gestiegen sind als der allgemeine VPI, hat das Gefühl, schlechter dran zu sein, seine Berechtigung. Für Mieter in Großstädten ist die Verbesserung kaum spürbar: Die Wohnkosten haben die Marge aufgefressen.
Das Ranking, das die Kluft zur Eurozone verschleiert
Zwei gegensätzliche Schlagzeilen können am selben Tag koexistieren: Platz drei unter den großen Volkswirtschaften und die größte Lohnlücke zu Europa. Beides ist wahr, weil unterschiedliche Dinge gemessen werden. Eine vergleicht mit Deutschland, Frankreich, Italien und Polen. Die andere misst den Abstand zur Eurozone, der sich vergrößert hat. Italien erlebt seit einem Vierteljahrhundert stagnierende Reallöhne; es zu überholen, sagt mehr über deren Stagnation als über unseren Fortschritt.
Bei diesen Unterschieden bleibt die echte Konvergenz mit wohlhabenderen Nachbarn ausstehend. Und hier die verwirrende Datenlage: Rekordbeschäftigung, sinkende Arbeitslosigkeit, steigende Nominalgehälter. Das makroökonomische Bild verbessert sich. Der Geldbeutel, je nach Blickwinkel, eher nicht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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