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Spanien: Dividenden vs. Indexfonds im Steuerduell
Ein Anleger berichtet von ausländischen Quellensteuern bis zu 25 % in Frankreich oder Deutschland bei Dividenden.
Dividenden sind kein Gratisgeld: Die Steuer entscheidet
Manche behaupten, dass der Bezug von Dividenden fast immer schlechter ist als die thesaurierte Wiederanlage im Unternehmen. Das eigentliche Schlachtfeld liegt nicht im Kursverfall – dem Mantra, dass der Dividende vom Preis abgezogen wird –, sondern im Kleingedruckten der spanischen Einkommensteuer (IRPF) und den einbehaltenen Quellensteuern. Die Absicht eines Anlegers im Forum ist klar: regelmäßige Erträge ohne Verkauf von Anteilen. Was dieser Wunsch kostet, steht auf einem anderen Blatt.
Fällt der Kurs um die Dividendensumme?
Am Ex-Tag ja: Der Preis sinkt ungefähr um den gezahlten Betrag. Dort endet der Konsens. Befürworter von Dividenden argumentieren, dass dies nur eine Momentaufnahme sei und das Unternehmen danach wieder Cashflow aus dem operativen Geschäft generiere, sodass die Lücke gefüllt werde. Ein Teilnehmer unterstreicht dies mit einer unbequemen Frage: Wenn Dividenden dauerhaft Wert vernichten würden, notierten Unternehmen wie Redeia oder Enagás bereits im Minus.
Auf der anderen Seite steht das buchhalterische Gegenargument. Geld fließt ab, wahrlich, aber auch bei Gehältern, Werbung oder Rohstoffen, worüber sich niemand aufregt. Das eigentliche Problem sei laut dieser Sichtweise anders gelagert: Wenn Gewinne schlecht reinvestiert werden – Aktienrückkäufe auf historischen Höchstständen, Übernahmen fernab des Kerngeschäfts –, verliert der Aktionär mehr als durch eine Ausschüttung. Ein verbreitetes Gleichnis fasst es zusammen: Äpfel vom Baum pflücken tötet ihn nicht; Zweige mit der Machete abschlagen schon.
Die Quellensteuer als Stolperstein
Hier bricht für manche die Illusion des gratis Geldsegens. Die Quellensteuer lastet schwer: Rund 15 % in den USA und 25 % in Frankreich oder Deutschland auf ausländische Dividenden, so die Berechnungen eines Investors, ohne dass ein kleines Portfolio dies später kompensieren kann. Es gibt steuerliche Ausnahmen, die das Bild ändern: Im Baskenland sind die ersten 1.500 Euro an Dividenden steuerfrei, und auf diese zu verzichten würde einen Bonus von rund 300 Euro kosten, wie ein Teilnehmer betont.
Die Formel, die einige als beste beider Welten ansehen, ist die flexible Dividende mit Kapitalherabsetzung: Das Unternehmen kauft Aktien zurück, werthesen will, zahlt keine Steuern beim Finanzamt, und wer Bargeld braucht, erhält es. IRPF-frei bis zum Verkauf.
Von 22.000 auf 40.000 Euro mit Repsol im Depot
Konkrete Zahlen helfen mehr als Theorien. Repsol gekauft bei 8,5 und verkauft über 15, plus Dividenden im Zeitraum. Dann Einstieg bei etwa 12, Ausstieg bei 14 und Neukauf bei 12. IAG mit einem Durchschnittspreis von 1,3 Euro pro Aktie. Ein Portfolio, das laut einem Teilnehmer in zwei Jahren von 22.000 auf 40.000 Euro wuchs, ohne weitere Kontrolle außer der Steuererklärung.
Man kann Glück nennen. Im Sommer 2012 erzielte ein anderer Teilnehmer, der 50.000 Euro in dividendenstarke Aktien steckte und alles einen Monat später beim ersten -1 % des IBEX verkaufte, mehr als 10.000 Euro Kursgewinn, allerdings nach Abzug der entsprechenden IRPF-Belastung.
Indexfonds, Tech-Werte und das unmögliche Timing
Die Alternative, die einige verteidigen, sind Indexfonds. Gründe: Billiges Geld der US-Notenbank treibt Tech-Aktien, den am stärksten wachsenden Sektor, und unrealisierte Gewinne tragen nicht die steuerliche Last der Dividende. Mit 600.000 Euro im S&P 500 lädt die Historie der letzten fünf Jahrzehnte dazu ein, jährlich 3 % zu entnehmen und davon zu leben, ohne manuell verkaufen zu müssen.
Dennoch sind nicht alle überzeugt: Jahrzehntelang den Index zu schlagen ist etwas anderes als eine gute Serie zu haben. Manche halten den Versuch, den Zeitpunkt zu treffen – wie bei Michael Burry, der Jahre brauchte, um recht zu haben –, für einen klassischen Fehler. Der beste Tag zum Start war gestern; der zweitbeste heute. Aber das macht das unterwegs Erhaltene nicht steuerfrei.
Die Prognose einiger Teilnehmer sieht einen zweiten Rückgang vor Ende des Jahres oder im ersten Quartal 2024 voraus, mit Redeia und Enagás zwischen 10 % und 15 % unter ihren aktuellen Kursen als Einstiegszone. Kann passieren. Oder auch nicht. Die einzige unbestrittene Zahl ist die in der Steuererklärung.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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