Spanien: Der Preis für Sánchez' Unabhängigkeitsunterstützung

Sánchez stützt sich auf symbolische Zugeständnisse der Unabhängigkeitsparteien statt auf Referenden, während demografischer Wandel deren Einfluss schwächt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien: Der Preis für Sánchez' Unabhängigkeitsunterstützung
Der Preis der Unabhängigkeitsunterstützung für Sánchez

Was kostet eine Stimme im Kongress, wenn der Wähler nicht an seine Forderungen glaubt? Pedro Sánchez' Wahl hängt erneut von denselben Partnern ab, die seine erste Legislaturperiode trugen. Verhandlungsinsider sehen keine unwiderruflichen Zusagen der Unabhängigkeitsbewegung. Kein Referendum, kein Dialoggremium, keine Aufhebung von Verfahren. Nur Aussetzung von Fristen und institutionelles Folklore gegen vier weitere Jahre.

Die Diagnose ist hart: Parteien, die Sprache und Republik verteidigen wollen, kümmern sich wenig darum. Sie wollen Posten, Budgets und Privilegien für ihre Netzwerke. Um dies älteren Wählern zu verkaufen, brauchen sie symbolische Gesten: EU-Sprachstatus, Kommissionen, Inszenierungen. Der Rest ist Erwartungsmanagement.

Was Sánchez' Partner tatsächlich erhalten

Die Bilanz ist kurz und bekannt. Offene Verfahren gegen Unabhängigkeitsführer bleiben ausgesetzt, nicht eingestellt. Diese Unterscheidung ist wichtig: Ausgesetzte Fälle können wieder aktiviert werden, was Kontrolle über den Zeitplan und damit den Partner bedeutet. Das Damoklesschwert hängt am selben Nagel.

Als Beweis für das Funktionieren des Mechanismus gilt der Vorfall um die ehemalige Parlamentspräsidentin, die nach den Wahlen erschreckt wurde. Es gibt keine offizielle Bestätigung, aber die Erzählung dient als präventive Mahnung.

Bezüglich Katalanisch und Baskisch in EU-Institutionen ist der Ablauf vorhersehbar: Sánchez behauptet, er habe es versucht, Frankreich torpediert Fortschritte, und die Schuld liegt bei anderen. Die Geste wird dennoch kassiert.

PP blutet aus, während Vox zerfällt

Auf der anderen Seite herrscht ein permanenter Bürgerkrieg innerhalb der Rechten. Im PP bekämpfen sich Fraktionen offen, wobei die Regionalpräsidentin von Madrid und ihr Umfeld einen internen Putsch gegen den nationalen Kandidaten inszenieren, der bereits als erledigt gilt. Die Metapher des Überlebenden passt zu Sánchez, nicht zu ihnen.

Vox verfällt in eine Spirale aus Stagnation und Vetternfaschismus, so die häufigste Beschreibung. In Brüssel steht der Parteichef im Europaparlament allein da, nachdem er Liberale aus seiner Gruppe verdrängte. Isolation ist keine Hypothese, sondern Ausgangspunkt.

Der ignorierte demografische Faktor

Ein Faktor hängt von keiner Verhandlung ab: die Demografie. Das Wählervolk der Unabhängigkeitsbewegung ist älter und überwiegend katalanischsprachig. Tausende sterben jährlich ohne Ersatz. Projektionen deuten darauf hin, dass die PSC bei den nächsten Regionalwahlen die Generalitat gewinnt und hält, nicht durch Verdienst, sondern durch biologische Erschöpfung der Rivalen.

Finanzielle Abhängigkeit verstärkt den Druck. Die Generalitat hat seit Montillas Ära technische Insolvenz und zahlt Schulden über den staatlichen Liquiditätsfonds. Wer die Schecks ausstellt, hat die Macht. CDR, ANC und Òmnium leben von öffentlichen Geldern der Generalitat und Kommunen – den gleichen 'Verrätern', die sie nun beschimpfen.

Unabhängigkeitsstraße und Kontrollverlust

Nicht alle glauben das Drehbuch. Manche argumentieren, die Basis habe ERC, Junts und CUP zu Verrätern erklärt, die Führung habe die Straße verloren, und interne Brüche seien gefährlich. Der Herbst 2017 wird als Moment nahe Ernstes erinnert: Polizeistationen fast gestürmt, Bereitschaftspolizei die ganze Nacht im Einsatz, Hotels von Lagerfeuern umzingelt.

Gegenargumente betonen, diese Gruppen hängen von öffentlichen Haushalten ab und ihre Sympathisanten sind meist alt. Abweichler erleben reaktivierte juristische Probleme oder administrative Unfälle. Dissens hat Kosten.

Das Risiko für Steuerzahler

Jenseits der Politik dominiert eine wirtschaftliche These: Billige Energie und Immobilien-Spekulationsmodelle sind vorbei. Es ist Zeit, zu produzieren statt zu spekulieren. Das Wohnungsgesetz muss vorankommen, hohe Zinsen und steigender Euribor sollen die Blase platzen lassen, Städte müssen Arbeiterpopulationen für die Post-Peak-Welt zurückgewinnen. Themenparks und Gentrifizierung haben gezählte Tage.

In diesem Rahmen lässt Brüssel parteien mit Backstein-Fokus nicht regieren, bis die Wohnungsbesessenheit schwindet. Energiegeopolitik wiegt schwerer als Wahlen.



Vier weitere Jahre des Überlebenden Antonio. Und die Partner kassieren erneut Diäten, erklären den Alten, diesmal sei alles anders.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (115 Antworten).

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