Spaniens Strompreise übersteigen erstmals seit 2022 die Marke von 200 €/MWh

Der spanische Großhandelspreis für Strom erreicht 201,99 €/MWh und überschreitet damit erstmals seit 2022 die Schwelle von 200 Euro. Erdgas bei 75,25 €/MWh treibt die Abendspitzen auf 281 €/MWh.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Strompreise übersteigen erstmals seit 2022 die Marke von 200 €/MWh
Strompreise übersteigen 200 €/MWh – Gas bestimmt den Preis

Der durchschnittliche Tagespreis am spanischen Großhandelsmarkt für Elektrizität liegt bei 201,99 Euro pro Megawattstunde, ein Anstieg von 2,6 % gegenüber den 196,88 €/MWh des Vortages. Dies ist das erste Mal seit dem 5. Dezember 2022, dass der sogenannte Pool die Marke von 200 Euro überschreitet; damals lag er bei 209,3 €/MWh.

Treiber des Preisanstiegs im Pool

Die Verteuerung basiert auf zwei sich verstärkenden Faktoren: höhere Nachfrage und teureres Gas. Der Mibgas, der Referenzmarkt für Erdgas in Spanien, stieg auf 75,25 €/MWh. Diese Kosten wirken über Gaskombianlagen auf den Pool, die in sonnenlosen Stunden den Preis bestimmen. Der Markt funktioniert nach dem Auktionsprinzip: Ein Algorithmus sortiert die Angebote vom günstigsten zum teuersten, und der Endpreis wird durch das letzte Kraftwerk festgelegt, das zur Deckung der Nachfrage benötigt wird. Brennt dieses Grenzkraftwerk Gas, wird der gesamte Strom dieser Stunde zum Gaspreis abgerechnet.

Das Ergebnis ist ein volatiler Tag. Die Höchstwerte erreichen 281,31 €/MWh zwischen 21 und 22 Uhr, wenn die Photovoltaik keine Energie mehr liefert. Die Tiefstwerte fallen auf 147,09 €/MWh zwischen 16 und 17 Uhr, wenn die Sonne mit voller Leistung scheint. Die Differenz zwischen diesen Zeitfenstern beträgt über 90 %.

Warum Erneuerbare die Spitzenpreise nicht bremsen

Diese Frage stellt sich bei jeder Diskussion über die Stromrechnung: Wenn Spanien seine erneuerbaren Kapazitäten vervielfacht hat, warum liegen die Preise dann ähnlich hoch wie während der Krise 2022? Die Antwort liegt im Speicher. Erneuerbare produzieren, wenn Sonne und Wind es zulassen, nicht wenn Haushalte ihre Geräte einschalten. Ohne ausreichende Batterien oder Pumpspeicherwerke, um günstige Mittagenergie auf die Nacht zu verschieben, benötigt das System weiterhin Gas in den Spitzenlaststunden. Und Gas bestimmt den Preis für alles andere.

Einige argumentieren, das Problem sei nicht die Erzeugung, sondern das Management: Spanien verfügt über sehr geringe Speicherkapazität im Verhältnis zur installierten Solarenergie. Die Rechnung ist einfach. Mittags herrscht Überfluss und der Poolpreis bricht ein; am Abend fehlt Energie und der Preis schießt in die Höhe. Die Energiewende schreitet bei der installierten Leistung voran, hinkt aber bei der Flexibilität hinterher.

Wer zahlt tatsächlich die Rechnung?

Der Poolpreis ist nicht die finale Rechnung. Seit 2024 enthält der PVPC (regulierter Tarif) einen Korb aus mittel- und langfristigen Preisen, um Schwankungen abzufedern, und ab 2026 machen die Referenzen der Futures-Märkte bereits 55 % aus. Die direkte Kopplung an den Pool wurde Jahr für Jahr reduziert. Dennoch sind etwa acht Millionen Haushalte im regulierten Tarif weiterhin den täglichen Bewegungen ausgesetzt, während im freien Markt die Kosten von den Vereinbarungen mit jedem Anbieter abhängen.

Der Kontext verschärft die Zahlen. Der Tagesdurchschnittspreis lag im September bei 143,26 €/MWh, dem höchsten Wert seit 2022, 21,1 % über August und 134,7 % höher als im September 2025. Manche erinnern sich an Tarife von 14 Cent pro Kilowattstunde und können nicht verstehen, warum man heute fast 40 Cent in den Frühstücks- und Abendstunden zahlt.

Politische Dimension der steigenden Kosten

Die Preisensprei hat die Debatte über Energiearmut und die Rolle der Versorger neu entfacht. Eine Analyse besagt, das Problem sei strukturell, und verweist auf die Drehtür-Effekte zwischen Unternehmen und Verwaltung als Hindernis für Lösungen. Eine andere Sichtweise betont, dass internationale Märkte und Wetterlage die Preise bestimmen, nicht die jeweilige Regierung. Unterdessen beeinflusst der Wahlkalender den Tonfall: Einige sehen politisches Kalkül in Ankündigungen vor dem Winter, andere weisen darauf hin, dass die Rechnungen bereits zuvor gestiegen waren.

Wie stark müssen die Rechnungen steigen, bevor Energiearmut wieder zum Thema im Wahlkampf wird?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (25 Antworten).

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