Bankkonto im Ausland eröffnen: Mindestbeträge, IBAN und Einlagensicherung
Wohin bringt jemand sein Geld, wenn er dem bisherigen Bankvertrauen nicht mehr traut? Die kurze Antwort: nach der Schweiz, aber nicht kostenlos. SwissQuote wird am häufigsten als Einstiegspunkt genannt, doch das Terrain wird kompliziert durch Schweizer Banken mit Mindesteinlagen von 50.000 Franken, Institute, die 100.000 Euro von spanischen Nicht-Residenten verlangen, und Plattformen, die Kunden aus Spanien direkt ausschließen. Das erste Hindernis ist nicht der Zins, sondern wie viel Geld man liegen lassen muss, um überhaupt Zugang zu erhalten.
Dukascopy, eine Schweizer Bank mit spanischsprachigem Service, verlangt ein Minimum von 50.000 CHF – etwa 42.000 Euro –, zahlt keine Zinsen und berechnet bis zu 0,2% Kontoführungsgebühr in Franken, wenn innerhalb von 90 Tagen keine Positionen eröffnet werden, mit einer jährlichen Obergrenze von 200 Franken. Im Gegenzug kann man per Telefon oder E-Mail mit einem Vizepräsidenten des Instituts verhandeln, was im spanischen Bankwesen wie Science-Fiction klingt. Es gibt sogar einen Rabatt von 25% aufgrund einer Vereinbarung mit einem externen Berater.
Die Hürde von 100.000 Euro für Nicht-Residenten
Diese Barriere wiederholt sich. Mehrere Banken haben diesen Betrag als Untergrenze für die Kontoeröffnung von Nicht-Residenten festgelegt; praktisch ist dies die Eintrittsschwelle zum Private Banking. Crédit Suisse verlangt 50.000 CHF, berechnet 40 CHF monatlich und hebt die Gebühr nur auf, wenn man Resident ist; zudem ist eine persönliche Anwesenheit erforderlich. Saxo Bank, dänisch, ist die auffälligste Ausnahme: Laut einem Forumsnutzer liegt das Mindesteinkommen für Briten bei 500 Pfund und schwankt in anderen Ländern zwischen 1.000 und 10.000 Euro, während es für Spanier auf 100.000 Euro springt.
Einige behaupten, diese unterschiedliche Behandlung folge Länderrisikokriterien und keiner deklarierten Politik. Dagegen spricht, dass das Institut dies nirgends schriftlich erklärt.
Keytrade und das Problem der eigenen IBAN
Die belgische Alternative, die am meisten Gesprächsstoff lieferte, ist Keytrade Bank, die erste Online-Bank Belgiens, mit Tochtergesellschaften in Luxemburg und der Schweiz sowie Zugehörigkeit zur Crédit-Agricole-Gruppe. Sie ermöglicht die Online-Kontoeröffnung ohne Residenzpflicht, erhebt keine Kontoführungsgebühren und bietet verzinsliche Sparkonten. Das Girokonto kann mit einem Livret A verbunden werden, der 1,75% Zinsen abwirft, und mit 2.000 Euro deckt man die jährliche Gebühr von 30 Euro ab.
Das Problem ist nicht der Preis. Es ist, dass sie keine eigene IBAN vergibt: Man operiert über Omnibuskonten, ein übliches Mechanismus an der Börse beim Kauf ausländischer Wertpapiere. Für manche Sparer ist das inakzeptabel; für andere irrelevant, solange der Saldo identifizierbar bleibt. Die Diskussion darüber, ob ein Omnibus-Konto vor einem Corralito schützt, hat eine unbequeme Antwort: Es schützt vor Insolvenz, aber nicht vor einer zwangsweisen Umwandlung in lokale Währung zu einem per Dekret festgelegten Wechselkurs, wie es in Argentinien mit der Konvertierung von 1,40 Peso pro Dollar geschah.
Deutschland, Frankreich und die Sprachhürde
Die deutsche DKB lehnt Kunden ab, die kein Deutsch sprechen: Sie rufen an, um den Grund der Kontoeröffnung zu erfahren, und wer die Sprache nicht beherrscht, hat verloren. Die Frankfurter Sparkasse online, 1822Direkt, verlangt die Identifizierung via Postident in einer deutschen Postfiliale und berechnet 4 Euro monatlich ohne regelmäßige Eingänge. Die französische Banque Postale erlaubt fünfmal im Monat gebührenfreie Abhebungen an jedem Geldautomaten in der Europäischen Union.
Die chinesische Bank mit luxemburgischer Garantie
Der ICBC – die größte Bank der Welt nach Aktiva, mit spanischem Sitz in Madrid – operiert als Zweigniederlassung, bietet Konten in Yuan an und nutzt den Einlagensicherungsfonds von Luxemburg, der eine Million mehr Deckung bietet als der spanische. Das Kleingedruckte: Der Vertrag unterliegt dem spanischen Recht und die zuständigen Gerichte sind in Madrid. Das heißt, die Garantie ist luxemburgisch, aber der Streitfall wird zu Hause entschieden. Das Institut war in den Schlagzeilen, weil die spanische Justiz möglicherweise Geldwäsche in ihrer Madrider Filiale untersuchte, laut veröffentlichten Berichten.
Südafrika, Aruba und der Corralito, den niemand ausschließt
Südafrikanische Banken tauchen als wiederkehrende Option auf: Sie verlangen ein Interview in der Botschaft und das Konto wird in lokaler Währung eröffnet, wobei der Rand sich gegenüber dem Euro recht stabil verhalten hat. Das Land hat eine Arbeitslosenquote von 24%, was keinen ruhigen Schlaf verspricht. Auch ein Sparkonto für Nicht-Residenten in Aruba und das internationale Barclays wurden erwähnt, das Euro, Dollar oder Pfund mit einem Minimum von 25.000 Pfund anbietet und auf den Einlagensicherungsfonds der Isle of Man bis zu 50.000 Pfund verweist.
Die Bilanz dessen, der es bereits getestet hat, ist weniger episch: Dukascopy, Fintechs wie Bitwala und Revolut sowie Einlagen bei Raisin. Eine ausländische Bank zu finden, die bereit ist, einen Spanier ohne Reibungsverluste anzunehmen, ist nicht so einfach, wie oft erzählt wird.
Am Ende ähnelt die internationale Diversifikation weniger einer Renditestrategie und mehr einem bürokratischen Geduldsspiel. Wer 50.000 Franken hat und Lust, die Schweiz anzurufen, soll weitermachen. Alle anderen sollten weiterhin beobachten.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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