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Spanien: Das 5-Prozent-Festgeld, das nach Steuern und Inflation nichts mehr wert ist
Ein 5-%-Deposit bringt 50 € brutto, das Finanzamt behält 9 € ein, und die Inflation frisst den Rest. Bei 5,3 % Inflation und 4,8 % Zins verliert der Sparer Geld.
Die 5 % der Bank werden nach Steuern und Inflation zum realen Verlust
Ein Deposit mit 5 % klingt nach einem perfekten Geschäft, bis man die komplette Rechnung aufstellt. Mit tausend Euro auf ein Jahr zahlt die Bank 50 Euro brutto. Die spanische Steuerbehörde (Hacienda) behält 18 % dieser Zinsen ein, also 9 Euro. Es bleiben 41. Und jetzt kommt der Schlag, den fast niemand in die Tabelle aufnimmt: Liegt die Inflation über dieser Nettorendite, ist das Geld am Ende weniger wert als am Anfang. Der echte Gewinn ist nicht das, was die Bank zahlt, sondern das, was nach Steuern und Preissteigerung übrig bleibt.
Die Rechnung, die die Illusion zerstört
Nach einer Berechnung, die in der Debatte kursiert, ist die Formel einfach: Von der Rendite werden zuerst die Steuern und dann die Inflation abgezogen. Bei 5 % Zinsen und 18 % Quellensteuer sinkt der Nettosatz auf 4,1 %. Liegt der VPI (Spaniens offizieller Inflationsindex) bei 4 %, bleibt eine lächerliche Realrendite von 0,1 %. Praktisch null. Und übersteigt die Inflation diese Schwelle, ist das Ergebnis negativ: Man erhält Zinsen und verliert trotzdem Kaufkraft.
Der konkrete Fall, der das unangenehmste Szenario aufzeigt, ist ein Deposit mit 4,8 % bei einer Inflation von 5,3 %. Hier sind die Bruttozinsen 48 Euro und der Wertverlust des Kapitals 53. Die Rechnung ergibt minus fünf Euro, noch bevor die Besteuerung überhaupt berührt wird. Mit der Quellensteuer des Finanzamts vergrößert sich das Loch auf rund 15 Euro. Ein Jahr mit gebundenem Geld, um am Ende mit weniger herauszugehen, als man hineingesteckt hat.
Der offizielle VPI ist nicht dein Warenkorb
Hier kommt die Feinheit ins Spiel, die die Statistik zerlegt. Die Inflation, die zählt, ist nicht der Landesdurchschnitt, sondern die der Preise, die jeder tatsächlich zahlt. Steigt der VPI kaum, schießen aber genau die Dinge in die Höhe, die du konsumierst, verdampft die Realrendite. Ein Mieter hat einen anderen VPI als ein Eigentümer. Die offizielle Zahl dient als Referenz, nicht als geoffenbarte Wahrheit.
Die vollständige Rechnung, Posten für Posten aufgeschlüsselt, lässt einen Spielraum übrig, der überrascht, wer nur auf den Zinssatz im Prospekt schaut.
Das Geld unter der Matratze ist noch schlechter
Auch die Alternative, gar nichts abzuschließen, schützt nicht. Zu Hause aufbewahrtes Geld verliert durch die Inflation exakt dieselbe Kaufkraft, verzichtet aber zusätzlich auf die 5 %, die die Bank zahlt. Die Entwertung macht keine Pause, nur weil der Schein versteckt ist. Zwischen Verlust mit Zinsen und Verlust ohne Zinsen schmerzt die erste Option weniger.
Investitionen in Aktien, Fonds oder ein eigenes Geschäft eröffnen höhere Renditen, mit 8 % jährlich als Referenz in den optimistischsten Szenarien, aber auch die Gefahr, das Kapital zu verlieren. Die Frage ist nicht, ob man gewinnt oder nicht: Es geht darum zu wählen, welches Risiko man bereit ist einzugehen.
Selbst Beton frisst den Gewinn auf
Das Immobilienbeispiel setzt dem Ganzen die Krone auf. Eine Wohnung, die im besten Fall 15 % an Wert gewinnt, unterliegt einer endlosen Liste von Kosten: Notar, Grundbuch, Maklerprovision, Steuern auf Übertragungen und Rechtsgeschäfte, Gemeinschaftskosten, IBI (Spaniens lokale Grundsteuer), Nebenkosten, Sonderumlagen, Hypothekenzinsen, Löschungskosten und die kommunale Wertzuwachssteuer. Alles zusammengenommen, kann der Eigentümer am Ende ohne Wohnung und ohne Geld dastehen.
Mit diesen Zahlen lautet die Frage nicht mehr, wie viel man mit einem Festgeld verdient, sondern wie viel man auf dem Weg verliert. Die Antwort hängt von einer Zahl ab, die niemand kontrolliert: der Inflation des nächsten Jahres.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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