Spanien braucht eine Regierung, die nicht (so sehr) beschämt

Die Regierung von **Pedro Sánchez** steht unter Druck wegen der Wohnungskrise und der Lage in Ceuta. Die Opposition fordert vorgezogene Neuwahlen mangels Lösungen und wegen des politischen Umgangs.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Regierung von **Pedro Sánchez** sieht sich wegen ihres Umgangs mit der Wohnungskrise und der Lage in Ceuta scharfer Kritik ausgesetzt, was Forderungen nach vorgezogenen Neuwahlen laut werden ließ.

## Wohnen – ein verhärtetes Problem

Die Wohnungsdebatte in Spanien ist nicht neu, hat aber in letzter Zeit eine besondere Intensität erreicht. Die Lage von Menschen wie **Maricarmen**, die mit einer Zwangsräumung konfrontiert ist, zeigt, vor welchen Schwierigkeiten viele Bürger stehen. Auffällig ist, dass in diesen Fällen die Verantwortung beim amtierenden Ministerpräsidenten **Pedro Sánchez** landet. Es handelt sich nicht um ein Problem, das über Nacht entstanden ist; die Gesetze, darunter einige sozialistischer Prägung, haben Situationen wie die von **Maricarmen** erst ermöglicht.

Vor einigen Wochen inszenierte man den Anschein von Handlungsfähigkeit in der Wohnungskrise. Am **11. Januar** dieses Jahres wurde ein Bild vom Abriss der Fassade einer alten Kaserne gezeigt, angeblich um die "Operación Campamento" voranzutreiben. Dabei flankierten die Bauministerin und **Félix Bolaños** **Sánchez**. Das Bild, schwanger von propagandistischer Symbolik, sollte vermitteln, dass nun aus Worten Taten würden. Die Frage ist, was heute von jener Operation übrig ist und ob die Versprechen eingelöst wurden.

Die Wohnungspolitik ist eine komplexe Angelegenheit, die sich nicht mit einem einfachen Dekret und nicht in einer einzigen Legislaturperiode lösen lässt. Maßnahmen wie eine Mietpreisbremse wirken zwar wie eine Sofortlösung, verschärfen die Lage aber auf lange Sicht oft. Enteignungen von Wohnungen wiederum sind verfassungsrechtlich gesehen keine realistische Option, auch wenn die jüngere Geschichte gezeigt hat, dass selbst scheinbar Unmögliches wie die Amnestie juristische Schlupflöcher fand. Tatsächlich erfordert die Lösung des Wohnungsproblems einen Staatspakt, eine Vereinbarung, die Zentralregierung, Gemeinden und autonome Regionen einbezieht. Dafür ist eine Führung mit Glaubwürdigkeit und Wortbindung nötig, die sich nicht der Aussaat von Spaltung gewidmet hat.

## Die Dringlichkeit in Ceuta und die politische Taktik

Während die mediale Aufmerksamkeit auf Debatten und Proteste gerichtet ist, gibt es Dringlichkeiten, die nicht ignoriert werden dürfen. Ceuta etwa ist zu einem Problem gewaltigen Ausmaßes geworden, das sich nicht mit bloßen Worten lösen lässt. Die Lage in der autonomen Stadt dauert inzwischen schon **61 Tage** an – eine langwierige Krise, die wirksame Lösungen statt bloßer Gesten verlangt. Das Protestcamp in Ceuta scheint, anders als andere kurzlebige Proteste, so lange bestehen zu wollen, bis die zugrunde liegenden Ursachen angegangen werden.

Die Politik neigt dazu, das Dringende über das Wichtige zu stellen oder eine Krise zu nutzen, um von einer anderen abzulenken. Regieren unter Zeitdruck kann dazu führen, dass Prinzipien Partei- oder Eigeninteressen geopfert werden. Die Taktik, den Fokus von einer Dringlichkeit wie Ceuta wegzunehmen und auf eine andere zu richten, als gäbe es nur die letzte, ist eine alte und für viele abstoßende politische Strategie. Die Regierung muss nicht nur ein Problem lösen, sondern eine Vielzahl davon, unterschiedlichster Art und Komplexität. Dass die Nachricht nun zu den Zelten an der Puerta del Sol wandert, lässt die realen Schwierigkeiten nicht verschwinden.

Die Glaubwürdigkeit einer Regierung wird auf die Probe gestellt, wenn Worte und Taten auseinanderklaffen. Wenn der Ministerpräsident erklärt, die Regierung arbeite "gegen die Uhr, um heute das Wohnungsgesetz zu verabschieden", wirft das Fragen über die bisher geleistete Arbeit auf. Womit haben sich **Sánchez** und sein Team beschäftigt, wenn sie nun gegen die Uhr arbeiten? Der öffentliche Eindruck ist, dass man reagiert statt plant und dass Entscheidungen unter Druck fallen – was selten zu den besten Lösungen führt.

## Die Notwendigkeit einer anderen Führung

Die aktuelle Lage, geprägt von Krisenmanagement und dem Eindruck fehlender wirksamer Lösungen, hat die Frage nach einem Kurswechsel aufgeworfen. Die Proteste an symbolischen Orten wie der Puerta del Sol, mit Parolen wie "Pogre Regierung, heuchlerisch und profitgierig", spiegeln eine spürbare Unzufriedenheit wider. Die Alarmglocken läuten, und die Uhren des Countdowns scheinen zu ticken.

Die Figur des politischen Anführers ist entscheidend. Es braucht jemanden mit Glaubwürdigkeit, dessen Wort Vertrauen einflößt und der sich nicht darum bemüht hat, Mauern zwischen den Spaniern zu errichten, sondern Brücken zu bauen. Polarisierung und Spaltung sind unüberwindbare Hindernisse für Vereinbarungen, selbst für die grundlegendsten. In diesem Kontext wird argumentiert, **Pedro Sánchez** solle vorgezogene Neuwahlen erwägen, da die Möglichkeit eines Minimalkonsenses mit ihm immer ferner rückt.

Der Vergleich mit **Georges Brassens**, der empfahl, den längsten Weg zu nehmen, wenn man im Sterben liegt, scheint bei der Strategie mancher politischer Anführer nachzuklingen: um jeden Preis überleben, auch wenn das Projekt keinen Lebenspuls mehr hat. Die Wiederholungstäter und die kalkulierte Strategie dieser Akteure lösen eine Debatte über Verantwortung und Vergebung aus. Die Bewältigung von Krisen wie jener in Ceuta, die bereits **61 Tage** andauert, oder das hartnäckige Wohnungsproblem erfordern eine Führung, die echte Lösungen bieten kann statt bloßer Reden. Die Schamlosigkeit – oder die Fähigkeit, mit Scham umzugehen – scheint eine Eigenschaft zu sein, die manche Anführer mit besorgniserregender Selbstverständlichkeit zur Schau tragen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (2 Antworten).

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