Der Staat wird bis zu 4 Mrd. € in Correos investieren
Correos macht Verluste im besten Moment seiner Geschichte. Das Paradoxon ist nicht neu, aber das Ausmaß des Defizits schon: Der Staat bereitet eine Kapitalspritze von bis zu 4.000 Millionen Euro vor, um den technischen Bankrott des staatlichen Unternehmens zu verhindern, wie die vorliegenden Pläne zeigen. Das Unternehmen beschäftigt 50.221 Mitarbeiter und 1.279 Gewerkschaftsdelegierte und verfügt über ein Arbeitsmodell, das nach Ansicht von Experten an sowjetische Staatsbetriebe erinnert. Währenddessen bleibt der Postbote in weiten Teilen des ländlichen Spaniens aus.
Das Detail, das fassungslos macht: Correos ist das Unternehmen, das die Pakete von Amazon, Vinted, Temu, Wallapop oder Carrefour zustellt. Das heißt, es operiert im goldenen Zeitalter des Paketversands, genießt durch seinen Staatsstatus Vorteile gegenüber jedem privaten Konkurrenten und erzielt dennoch keine Rendite. Die Frage, die über der Angelegenheit schwebt, ist nicht, ob Geld vorhanden ist, sondern warum es sich nicht in Ergebnissen niederschlägt.
Warum macht Correos trotz des Booms im E-Commerce Verluste?
Weil das Geschäft von innen heraus ausgehöhlt wird. Die vorherrschende These weist auf eine Kostenstruktur hin, die durch Zwischeninstanzen, Provisionen und Komitees aufgebläht wird, die jede Marge auffressen. Eine in diesem Zusammenhang häufig genannte Rechnung: Für jeden Büroangestellten, der etwa 25.000 Euro verdient, gibt es eine Zwischeninstanz, die 100.000 Euro für eine Funktion erhält, die sich nicht in Dienstleistung niederschlägt. Die angesetzte Gesamtzahl der Kosten liegt bei 80.000 Euro pro Mitarbeiter, eine Zahl, die nicht mit der sichtbaren Produktivität übereinstimmt.
Der am häufigsten wiederholte Vergleich ist mit Televisión Española, dem anderen großen öffentlichen Geldverschlinger: etwa 200 Manager mit Durchschnittsgehältern von 80.000 Euro. Dieses Kapitel stellt, so skandalös es auch sein mag, etwa 1 % des Budgets dar. Das Problem liegt also nicht nur an der Spitze, sondern am gesamten Modell.
Der Globalia-Vertrag und die Klauseln, die Verluste auf die Staatskasse abwälzen
Hier liegt das Kapitel, das für die meiste Schlagzeilen gesorgt hat. Der zwischen Correos und Globalia unterzeichnete Vertrag enthielt eine sechste Klausel, nach der negative Jahresergebnisse vollständig von Correos zu tragen sind. Das heißt, das Geschäftsrisiko wurde sozialisiert, während der Gewinn, falls vorhanden, privatisiert wurde. Die Angelegenheit ist zu einem wiederkehrenden Beispiel dafür geworden, wie ein Staatsunternehmen als Vehikel für fremde Interessen genutzt werden kann.
Es gibt Stimmen, die behaupten, das Unternehmen werde von den Gewerkschaften kontrolliert und seine Arbeitsstruktur verhindere jeden Versuch der Wettbewerbsfähigkeit. Die genannte Zahl: 1.279 Gewerkschaftsdelegierte bei einer Belegschaft von 50.221 Personen, gepaart mit Rekord-Absentismus und Mindfulness- sowie Coaching-Programmen auf der Gehaltsliste. Die Ironie liegt auf der Hand.
Der Postbote, der nicht kommt: die ländliche Zustellung im Zentrum der Beschwerden
Der Service hat in weiten Gebieten nachgelassen. Es gibt Berichte über zweiinhalb Wochen ohne Postzustellung im ländlichen Raum von Álava. In Dörfern, die 40 Kilometer von Barcelona entfernt liegen, mit asphaltierten Straßen und einem Postamt in weniger als 500 Metern Entfernung, beschränkt sich die Zustellung auf donnerstags, und im Juli und August fällt sie direkt aus: Die Briefe dieser Monate kommen alle zusammen Mitte September an. Ein weiterer Fall: Kreditkarten, die im Juli abliefen, kamen erst im September an.
Samstags wird nicht mehr gearbeitet. Im Juli und August bleiben die Büros nachmittags geschlossen. Das Argument des Unternehmens ist bei Rückfragen, dass es Staus oder Urlaub gäbe. Der Steuerzahler, der den Dienst finanziert, sieht das nicht immer so.
Was geschah unter der Leitung von Feijóo bei Correos?
Das Archiv ist für beide Seiten unangenehm. Als Alberto Núñez Feijóo zwischen Mai 2000 und 2003 der Vorsitzende von Correos war, verzeichnete das Unternehmen Verluste von 30 Millionen Euro. Bei seinem Ausscheiden hinterließ er laut der zitierten Version einen Gewinn von 109 Millionen Euro in zwei Jahren, durch eine Setzung auf das Digitale. Die PP (Volkspartei) forderte im April 2022 die Absetzung von Juan Manuel Serrano als Präsident von Correos mit dem Vorwurf mangelhafter Führung; das damalige Argument war, sein Verdienst bestehe darin, im Kabinett von Sánchez gewesen zu sein.
Serrano wurde von Abogados Cristianos (einer christlichen Anwaltsvereinigung) wegen mutmaßlicher Veruntreuung öffentlicher Gelder während seiner Zeit als Präsident von Correos angezeigt, wie aus veröffentlichten Informationen hervorgeht. Die Anzeige bezieht sich auf die hohen Verluste trotz Subventionen, das Gehalt des Managers und die Förderung bestimmter ideologischer Ziele durch das Unternehmen. All dies ist Gegenstand laufender Untersuchungen und stellt keine Verurteilung dar.
Was ist der Ausweg? Liquidation, Verkauf oder ständige Geldinjektionen
Das Spektrum der Vorschläge ist breit. Eine Strömung befürwortet eine geordnete Liquidation, den Verkauf von Vermögenswerten und eine bestmögliche Lösung für die 50.000 Mitarbeiter, mit dem Argument, dass der Privatsektor dasselbe tut, ohne Millionen zu kosten. Eine andere vertritt die Ansicht, dass nicht der Postdienst selbst das Problem sei, sondern das klientelistische Netzwerk drumherum: Staatsunternehmen, die als Arbeitsvermittlungen und als Quelle für Gefälligkeiten genutzt werden. Eine dritte deutet an, dass Correos mit kompetenter Führung eines der leistungsstärksten Unternehmen des Landes wäre.
Der unmittelbare Präzedenzfall stimmt nicht optimistisch: Correos machte trotz einer staatlichen Injektion von 247 Millionen Euro weitere 120 Millionen Euro Verlust. Das Wahljahr hat, wie fast immer, nichts geändert.
Die Injektion von bis zu 4.000 Millionen wird als endgültige Rettung präsentiert. Sollte sich das Muster wiederholen, wird es in einigen Jahren eine fast identische Schlagzeile geben, mit einer anderen Zahl und demselben Postboten, der nicht erscheint. Die Vorhersage mit Vorbehalt: Jemand wird eine Flasche Wein öffnen, wenn das Unternehmen schließt, und das wahrscheinlich mit einem Paket, das noch immer nicht zugestellt wurde.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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