Feijóo plant, pensionierte Beamte durch Maschinen zu ersetzen
Der Plan liegt seit September 2022 auf dem Tisch und hat nun konkrete Zahlen. Das Team von Alberto Núñez Feijóo möchte die öffentliche Verwaltung reformieren, um «Menschen durch Technologie» zu ersetzen, wo immer es möglich ist. Sein stellvertretender Generalsekretär für Wirtschaft, Juan Bravo, fasst es ohne Umschweife zusammen: «Wo eine Maschine arbeiten kann, kann sie eingesetzt werden». Das zentrale Argument ist demografisch: Laut Berechnungen der Parteizentrale (Génova) werden zwischen 35% und 50% der öffentlichen Bediensteten bis 2030 in den Ruhestand gehen. Daher das Motto: «Wenn wir es jetzt nicht tun, tun wir es nie».
Was schlägt die PP für pensionierte Beamte vor?
Die Idee ist, nur einen Teil des Personals zu ersetzen, das in den Ruhestand geht, und den Rest durch Digitalisierung abzudecken. Die PP hatte bereits etwas Ähnliches in ihr Programm für die Regionalwahlen am 28-M aufgenommen, mit dem Versprechen, «eine Betreuung rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr zu gewährleisten». Nun spricht sie von einer Prüfung zur Identifizierung von Stellen, die technologische Plattformen übernehmen können, sowie von einer «guten Diagnose» der öffentlichen Finanzen.
Der Umfang ist breit: Die Reform des Beamtengesetzes würde das Grundstatut der öffentlichen Bediensteten betreffen und sich gemäß Artikel 2 auf autonome Regionen, Gemeinden, Inselräte, öffentliche Organe und Agenturen sowie Universitäten erstrecken. Das heißt, auf fast den gesamten Verwaltungsapparat des Landes, nicht nur auf den staatlichen Bereich.
Wie viele öffentliche Bedienstete wären von der Reform betroffen?
Die tatsächliche Verteilung des Personals räumt mit vielen Vorurteilen auf. Die Staatsverwaltung beschäftigt 227.492 Mitarbeiter, hinzu kommen 263.913 Angehörige der Sicherheitskräfte des Staates. Im Gegensatz dazu beschäftigen die regionalen Regierungen 1.617.142 Personen: 60% des öffentlichen Personals. Die lokalen Gebietskörperschaften zählen 598.526 Beschäftigte, was 21,92% der Gesamtzahl entspricht. Zusammen konzentrieren autonome Regionen und Gemeinden 81,1% der Arbeitskräfte, während der Staat – unter Ausschluss von Polizei und Guardia Civil – nur 8,3% stellt.
Die historische Entwicklung zeigt ein weiteres unbequemes Detail: Im Jahr 2002 beschäftigte der Staat fast 300.000 Mitarbeiter; bis Juli 2022 war diese Zahl um fast 35.000 gesunken. Parallel dazu wuchs der regionale öffentliche Sektor in zwei Jahrzehnten um 26,1% und seit 2012 um fast 7%. Die Reform würde sich also dort auswirken, wo die meisten Menschen arbeiten, nicht dort, wo die staatliche Lohnliste am stärksten angewachsen ist.
Die Einsparungen von 15 Milliarden, die niemand garantiert
Die Zahl, die den Plan begleitet, lautet «ab 15 Milliarden Euro» für den Staat. Die Partei selbst stuft dies als politische Schätzung ein, die von vielen Variablen abhängt: Arbeitszeiten, Kapazität, Aufwand oder Änderungen der Personalstruktur. Übersetzt: Es ist eine Wahlkampfzahl, keine auditierte Kalkulation. Und es gibt Bereiche mit minimalem Spielraum, insbesondere bei den Polizeikräften, da ihre Arbeit nicht durch Computersysteme ersetzbar ist.
Der Roboter, der keinen Termin bei der Sozialversicherung findet
Jüngste Erfahrungen mahnen zur Vorsicht. Die Digitalisierung der Verwaltung hat zwar Fortschritte ermöglicht, aber auch merkwürdige Effekte hervorgebracht: Laut einem Bericht der Zeitung El País, der in der Debatte zitiert wird, findet selbst ein Roboter in 10% der Büros der Sozialversicherung keinen Termin. Das Ergebnis, so klagen Nutzer, Gewerkschaften und Reaccionarionwälte, ist eine unsichtbare Warteschlange, die viele Bürger dazu bringt, einen Profi zu bezahlen, um Dinge zu erledigen, die früher am Schalter gingen.
Die Ironie erreicht ihren Höhepunkt mit der Gruppe der Betroffenen durch digitale Bürokratie, gegründet, um bessere Behandlung für ältere Menschen einzufordern und gegen die digitale Kluft zu kämpfen. Um sich beim Verbandregister der Generalitat (regionalen Regierung Kataloniens) anzumelden, mussten die Gründer feststellen, dass eine elektronische Unterschrift verlangt wurde: Ohne diese gibt es kein Bürgerkonto. «Zu viel Bürokratie, man macht es einem nicht leicht», fasst ihr Sprecher José Luis Gómez-Hurtado Chacón zusammen.
Spanien digitalisiert mehr als der europäische Durchschnitt
Es lohnt sich, ein weiteres Klischee zu entkräften. Im Index für digitale Wirtschaft und Gesellschaft der Europäischen Union steht Spanien auf Platz 7 und Estland auf Platz 9. Estland führt das Ranking der digitalen öffentlichen Dienste an, aber Spanien belegt in diesem Indikator Platz 5. Wir sind nicht so weit zurück, wie die Erzählung suggeriert.
Bei den Tools bietet das spanische Ökosystem cl@ve, digitales Zertifikat und autofirma; das Problem ist weniger, dass man den Vorgang durchführen muss, sondern dass man ihn überhaupt machen muss. Und es gibt das Jevons-Paradoxon: Effizienzsteigerung verbilligt die Nutzung und treibt letztlich den Gesamtverbrauch nach oben. Schalter werden automatisiert und Anträge vervielfachen sich, die es vorher gar nicht gab. Ein Teilnehmer vergleicht mit Ländern, in denen die Müllabfuhr mit Lichtjahren an Effizienz, Leistungsfähigkeit und Kosten funktioniert, und kommt zu dem Schluss, dass ein Teil ihres Erfolgs Propaganda statt Management ist.
Wie viele Stimmen kostet es, einem Prüfling das zu sagen?
Die politischen Kosten dieses Vorschlags sind kaum zu überschätzen. Manche behaupten, die PP verschließe Millionen von Menschen, die vom öffentlichen Dienst leben oder davon träumen, die Tür. Für eine absolute Mehrheit bräuchte man fast 11 Millionen Stimmen, und sieben oder acht Millionen, um konkurrenzfähig zu sein. Andere erinnern daran, dass der öffentliche Dienst heute das letzte Sicherheitsnetz ist, das verhindert, dass die Arbeitslosigkeit explodiert, und dass Automatisierung ohne Weiteres das Problem auf einen privaten Sektor verlagert, der ebenfalls Anpassungen vornehmen wird.
Es gibt auch Stimmen, die darauf hinweisen, dass die PP eine Partei hochrangiger Beamter ist und dass der Weg, ihre Bezüge stabil zu halten, darin besteht, unten zu kürzen. Der Punkt, an dem die Analyse ins Stocken gerät, ist immer derselbe: Wenn morgen Hunderttausende in den Ruhestand gehen, wer bedient dann den Schalter, während das Computersystem lernt, es zu tun?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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