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Spanien: atocha11m.com vor 11-M laut Wayback Machine nicht bestätigt
Die Theorie, dass die Domain atocha11m.com vor den Anschlägen vom 11. März existierte, wird durch die Wayback Machine widerlegt, die nur eine Aufnahme von Mai 2004 zeigt.
atocha11m.com: Die Verschwörungstheorie zur Domain, die das Internet Archive nicht stützt
Am 11. März 2004 ereigneten sich in Madrid die schwersten terroristischen Anschläge der spanischen Geschichte auf Vorortzüge. Vier Tage später kippten die Wahlen, die alle Umfragen der PP zuschrieben. Auf dieser Abfolge basiert die hartnäckigste Verschwörungstheorie der spanischen Demokratie, deren oft zitiertes Element die Internet-Domain atocha11m.com ist.
Laut den Befürwortern war diese Website bereits am Tag der Anschläge aktiv und zeigte ein Bild, das rückblickend die bevorstehende territoriale Spaltung ankündigte. Das Problem ist wie immer bei solchen Theorien: Was als Beweis dient, hat ein Datum, und dieses passt nicht zur Erzählung.
Was besagt die These zur Domain atocha11m.com?
Die Kernbehauptung lautet, dass die Domain atocha11m.com vor dem 11. März 2004 registriert wurde und am Tag der Anschläge Inhalte zeigte. Ein Artikel von Paz Digital vom 16. September 2012 – Jahre später wiederentdeckt und neu veröffentlicht – behauptet, die Seite habe bereits existiert und ein Diagramm mit dem Motto Welcome to the future neben den Begriffen „United States of Iberia“ und „SPAIN“ enthalten. Anhänger lesen darin einen vorab festgelegten Plan: das zerstörte Spanien, das abgetrennte Katalonien, das begünstigte Baskenland und eine neue territoriale Ordnung.
Es gibt keine unabhängige Bestätigung, dass dieser Inhalt vor den Anschlägen veröffentlicht wurde. Es existiert lediglich eine Domain-Registrierung, deren Datum im Zentrum des Streits steht, sowie Archiv-Screenshots, die dies nicht belegen.
Die bearbeitete Erdbeere und die EXIF-Daten von 2010
Die Geschichte enthält ein Detail, das selbst Eingeweihte verwirrt: Ein Bild einer zerquetschten Erdbeere, zugeschrieben dem Domain-Inhaber, mit einer Interpretationshilfe. Eine spätere Recherche fand auf Flickr eine Kopie dieses Fotos, datiert auf den 13. April 2010, mit manipulierten EXIF-Metadaten, so die Analyse. Für die Verfechter der Theorie wäre diese Bearbeitung ein Versuch, das Alter des Bildes zu fälschen; für Skeptiker ist es genau das Gegenteil: Der Beweis, dass das Material lange nach den Ereignissen kursierte und manipuliert wurde.
Einige argumentieren, der Inhaber habe seinen eigenen Hosting-Server betrieben, was erklären würde, warum eine solche Website schnell online gehen konnte. Dies ist jedoch ein technisches Argument, kein Beweis.
Was bewahrt das Internet-Archiv tatsächlich?
Der meistzitierte Check erfolgt über die Internet Wayback Machine. Bei Eingabe der Adresse stammt die älteste gefundene Aufnahme vom 5. Mai 2004, ohne wesentlichen Inhalt – eine Seite, die als touristische Unterkunft in Madrid titelt – und einem späteren Versuch, zu SERIIE weiterzuleiten. Das öffentliche Archiv belegt also nicht, dass die Website vor dem 11. März 2004 existierte.
Dagegen führen die Theoretiker an, dass die Domain-Registrierung in den Originaldokumenten des Falls vermerkt sei und dass fehlende Screenshots nicht gleichbedeutend mit der Nichtexistenz der Website seien. Im Kern geht es um die Frage, wer die Beweislast trägt, wenn der einzige verfügbare Nachweis unvollständig ist.
Wo die Analyse scheitert
Das Thema kreist seit über einem Jahrzehnt um dieselben Dokumente: die Domain-Registrierung, den Screenshot von Mai 2004 und ein Foto mit zweifelhaften Metadaten. Es gibt kein öffentliches Registrierungsdatum, das die Debatte beendet, noch einen Screenshot vor dem 11-M, der sie bestätigt. Alles andere ist Interpretation. Und wie man wissen sollte, lassen sich Terroranschläge nicht durch Interpretationen aufklären.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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