Spanien: Amnestie für Migranten übersteigt 3,5 Millionen

Die spanische Regierung plant eine Regularisierung von bis zu 3,5 Millionen Migranten. Nur 31,9 % zahlen Sozialversicherungsbeiträge, während Arbeitslosigkeit und Kosten steigen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Massenregularisierung in Spanien: 3,5 Millionen – und dann?

Wie viele Migranten wird die spanische Regierung regularisieren? Je nach Quelle schwankt die Zahl zwischen 1,2 und 3,5 Millionen, doch die tatsächlichen Auswirkungen sind noch größer. Die Exekutive bereitet eine Massenregularisierung vor, die zusammen mit Familienangehörigen bis zu 5 Millionen Menschen betreffen könnte. Gleichzeitig zeigen die Daten zur Beschäftigung und Sozialversicherung ein düsteres Bild.

Die Zahlen: Von 1,2 auf 3,5 Millionen

Nach Angaben der konservativen Partido Popular (PP) gehen Polizeischätzungen davon aus, dass die Regularisierung mindestens 1,2 Millionen Migranten zugutekommt, mit einer Obergrenze von drei Millionen. Regierungsquellen nennen jedoch eine deutlich höhere Zahl: 3,5 Millionen Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus. Durch anschließende Familienzusammenführung würde sich die Gesamtzahl auf fünf Millionen erhöhen. Das entspricht mehr als 10 % der aktuellen Bevölkerung Spaniens durch einen einzigen Schritt.

Diese Maßnahme ergänzt das sogenannte „Enkelgesetz“ (Ley de Nietos), über das bereits 2,5 Millionen Anträge auf Staatsbürgerschaft von Ausländern mit spanischen Vorfahren eingegangen sind. Zusammen könnten diese Prozesse die Zahl der neuen spanischen Staatsbürger in den kommenden Jahren um mehrere Millionen steigern.

Arbeitsmarkt: Gebrochene Versprechen

Die Regierung versprach, dass Migranten „kommen, um zu arbeiten und Beiträge zu leisten“. Die Daten erzählen eine andere Geschichte. Nur 31,9 % der Regularisierten haben sich bei der Seguridad Social (Sozialversicherung) angemeldet. Mehr als eine halbe Million Personen mit Arbeitserlaubnis haben sich nicht einmal registriert. Im Juli waren 8 von 10 neu gemeldeten Arbeitslosen ausländische Staatsbürger. Im August verlor Spanien 162.840 Arbeitsplätze, der stärkste Rückgang seit 2019.

Die Beitragszahlung ist entscheidend für die Finanzierung des Rentensystems. Bei diesen niedrigen Quoten wird das Defizit der Seguridad Social weiter wachsen. Zudem droht die Regularisierung, das Ingreso Mínimo Vital (Existenzminimum) und andere Hilfen zu überlasten. Die Hälfte der Empfänger dieser Leistung sind Marokkaner, und 70 % der marokkanischen Frauen im erwerbsfähigen Alter zahlen keine offiziellen Beiträge.

Europäische Reaktion und Pull-Faktor

In Brüssel stößt die Maßnahme auf Kritik. Staats- und Regierungschefs aus 22 europäischen Ländern bezeichneten die Regularisierung mitten in der Krise von Ceuta als „Pull-Faktor“ für illegale Migration. Marokko reagiert spöttisch: „Warum zwingen wir Menschen dazu, aufs Meer hinauszufahren? Öffnen wir die Grenzen.“ Der Pull-Effekt ist bereits sichtbar: Berichten zufolge fahren Busse voller Migranten aus anderen europäischen Ländern nach Spanien, um die Amnestie zu nutzen.

„Enkelgesetz“ und Wählerverzeichnis

Das „Enkelgesetz“ könnte das Wählerverzeichnis im Ausland schlagartig verdoppeln und fast fünf Millionen Spanier erfassen. Dieser Prozess, kombiniert mit der Regularisierung, hat Warnungen vor einer Veränderung des Wahlverhaltens ausgelöst. Isabel Díaz Ayuso, Oppositionsführerin und Präsidentin der Region Madrid, warf dem Premierminister vor, das „spanische Volk“ durch genehme Wähler ersetzen zu wollen. Nach inoffiziellen Schätzungen könnte Argentinien bei den nächsten Wahlen die drittgrößte „Stadt“ nach Wählerzahl sein.

Fazit: Wer profitiert?

Die Massenregularisierung steht fest, ihre wirtschaftlichen Folgen sind jedoch widersprüchlich. Die Regierung verkauft sie als Lösung für Arbeitsmarkt und Renten, doch die Zahlen zeigen, dass die Mehrheit der Regularisierten keine Beiträge zahlt und die Arbeitslosigkeit unter Ausländern steigt. Währenddessen warnen die EU und Marokko vor dem Pull-Effekt. Die Frage lautet: Dient dies der Stimmenbeschaffung oder der Wirtschaftssanierung? Die Daten deuten auf Ersteres hin, aber klar ist: Die Regularisierung ist nicht kostenlos – alle Steuerzahler werden dafür aufkommen müssen.


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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (142 Antworten).

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