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Solar überholt Windkraft als größte Stromquelle in Spanien
In Spanien hat die Photovoltaik die Windkraft als wichtigste Stromquelle des Jahres überholt, doch geringer Speicherausbau und das Marginalpreismodell halten die Strompreise hoch.
Solar erzeugt in Spanien inzwischen mehr Strom pro Jahr als Wind
Die Photovoltaik hat die Windkraft als wichtigste Quelle der Stromerzeugung in Spanien überholt. Der Meilenstein folgt auf sechs oder sieben Jahre massiven Panelausbaus, der laut Branchenzahlen sogar die optimistischsten Prognosen übertroffen hat. Das sonnenreichste Land Europas macht diesen Vorteil endlich zu einer messbaren Realität in seinem Strommix.
Die Schlagzeile ist unbestreitbar. Die Frage ist, was man damit anfangen kann. Denn dasselbe System, das die Solargröße feiert, zeigt weiterhin Großhandelspreise, die nicht so schnell sinken, wie die installierte Leistung vermuten ließe: An Tagen mit Photovoltaik-Übergewicht liegt der erwartete Durchschnittspreis teils über dem von Tagen mit höherem Gasanteil. Das Paradox ist nicht klein.
Speicher, das Teil, das noch nicht passt
Der massive Batterieausbau hat begonnen, doch das Volumen bleibt marginal. Die kursierenden Zahlen sprechen von einigen hundert Megawattstunden – eine Kapazität, die nicht ausreicht, um den Mittagsüberschuss in die Nachfragestunden zu verlagern. Ohne dieses Polster verpufft die Solarproduktion in den Spitzen, und das System bleibt bei der Abdeckung von Nachmittag und Nacht auf andere Quellen angewiesen.
Manche halten Pumpspeicher in geschlossenen Kreisläufen für die Lösung, die potenzielle Energie in großem Maßstab speichern können. Etwas passiert, aber wenig. Das Ergebnis: Erzeugungskapazität wird in den Mittagsstunden verschenkt, während Verbraucher den teuersten Strom in den sonnenlosen Stunden zahlen.
Warum bleibt der Strom trotz mehr Erneuerbaren teuer?
Weil der Großhandelspreis nicht allein von der günstigsten Quelle bestimmt wird. Beim Marginalpreisverfahren wird der gesamte Strom zum Preis der letzten Technologie vergütet, die zur Deckung der Nachfrage nötig ist – und das ist in vielen Stunden weiterhin das Gas-GuD-Kraftwerk. Mehr Solar verbilligt die Mittagsstunden, aber nicht unbedingt den Tagesdurchschnitt.
Dazu kommt die Struktur der Stromrechnung. Ein erheblicher Teil dessen, was Verbraucher zahlen, ist keine Energie: Es sind Netzentgelte, Umlagen und Steuern. Die tatsächlich verbrauchte Energie kann die Hälfte oder weniger der Gesamtrechnung ausmachen. Ein sinkender Börsenpreis senkt die Rechnung nicht im gleichen Maß – und diese Diskrepanz nährt das Gefühl, dass der Erneuerbaren-Ausbau nicht im Portemonnaie ankommt.
Das Geschäft mit dem Verkauf von Solaranlagen gerät unter Druck
Nicht die ganze Branche feiert den Meilenstein. Unternehmen, die Strom aus Photovoltaikanlagen verkaufen, sehen sich mit sehr niedrigen Einspeisevergütungen konfrontiert – in manchen Stunden wird die Produktion mit null vergütet oder erfordert sogar Zahlungen für die Abfuhr. Das Geschäftsmodell kleiner Erzeuger, die auf die Amortisation durch den Verkauf von Überschüssen setzten, leidet, wenn sich die Produktion bei allen auf dieselben Stunden konzentriert.
Der Erzeugungspark ist schneller gewachsen als die Kapazität, ihn aufzunehmen. Das ist die Kehrseite des Erfolgs: Die installierte Leistung ist eine Zahl, die Rentabilität dieser Leistung eine andere.
Anschlüsse, Netz und der Engpass der Branche
Der Ausbau stößt zudem ans Netz. Neue Anschlüsse kommen nicht mit den Installationen mit, und die Sättigung der Netzknoten begrenzt die Abfuhr in Regionen mit hoher Produktion. Die Folge ist ein System, das viel dort erzeugt, wo nicht immer verbraucht wird, und es nicht immer transportieren kann.
An dem Punkt, an dem die Analyse hängen bleibt, hat sich nichts geändert: Das Rennen um die Erzeugung ist gewonnen, nicht aber das um Speicher, Netz und Vergütung. Die Sonne ist bereits die wichtigste Quelle. Es fehlt nur noch, dass man es merkt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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