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Krawalle in Barcelona: Colau schiebt die Schuld auf die Rechte
Barcelonas Bürgermeisterin Ada Colau macht die rechte Szene für die Plünderungen verantwortlich, während Berichte zeigen, dass die meisten Festgenommenen Spanier maghrebinischer Herkunft sind.
Colau macht die rechte Szene für die Plünderungen in Barcelona verantwortlich
Wer organisiert einen Plünderungszug? In jedem kriminologischen Lehrbuch würde diese Frage mit Klarnamen beantwortet. Im offiziellen Narrativ beantwortet sie sich dagegen von selbst: die rechte Szene. Barcelonas Bürgermeisterin Ada Colau schrieb die Krawalle und Plünderungen in der Stadt der extremen Rechten zu – eine Diagnose, die angesichts des verfügbaren Materials mit Skepsis und einem kollektiven Lachen aufgenommen wird. Das Problem, so die kritischsten Stimmen, ist nicht nur, dass dem Vorwurf jede Grundlage fehlt: Er fällt, während die Geschäfte im Zentrum brennen und die Bilder in den sozialen Medien kursieren.
Der zeitliche Rahmen ist wichtig. Die Krawalle in Barcelona, die Vorfälle in Salt, die Ausschreitungen in Bilbao und Cancelar und das Nachbeben des Falls Ceuta folgen derselben politischen Sequenz, mit dem Wahlkampf im Hintergrund und dem Senat als Bühne für Stimmenfang. In diesem Kontext funktioniert der Verweis auf die Rechte wie ein Regenschirm: Er deckt alles ab und erklärt nichts.
Gibt es die extreme Rechte in Spanien überhaupt?
Der erste Einwand ist lehrbuchmäßig: Eine extreme Rechte existiert in Spanien nicht, jedenfalls nicht mit der organisatorischen Kraft, die ihr das Narrativ zuschreibt. Der Satz, bis zum Überdruss wiederholt, hat seine Ironie, weil er neben dem gegenteiligen Vorwurf steht: Die Rechte stecke hinter jedem angezündeten Mülleimer. Jemand fasst es schmunzelnd zusammen: Wenn sie nicht existiert – wem gibt man dann die Schuld?
Die Beweislage der Festgenommenen stützt das Argument. Nach den kursierenden Informationen sollen die meisten bei den Krawallen in Barcelona Festgenommenen Spanier maghrebinischer Herkunft sein, und Haftstrafen sind nicht zu erwarten. Dieser Befund zerlegt die These der rechtsensrecht Verschwörung – wirft aber zugleich eine unbequeme Frage auf: Wenn die Täter nicht ins Narrativ passen, wird das Narrativ eben geändert oder totgeschwiegen.
Das wiederkehrende Muster: Ceuta, Salt, Bilbao, Cancelar
Die Abfolge ist kein Einzelfall. In Salt rechtfertigte eine Abgeordnete der CUP die Krawalle mit einem Argument, das in die Annalen gehört: Mülleimer anzuzünden sei ein eigener kultureller Brauch. In Bilbao forderten die Ausschreitungen einen schwerverletzten Polizisten, ausgebrannte Fahrzeuge und zerstörte Familienbetriebe – unter Rufen pro ETA. In Cancelar griff über hundert Menschen die Stadtpolizei im Viertel Rocafonda an. Und in Ceuta wusste Staatssekretärin Pilar Cancela zwei Tage im Voraus, was geschehen würde, wie aus veröffentlichten Berichten hervorgeht.
Der rote Faden ist nicht die Rechte: Es ist die Unfähigkeit zur Vorausschau, die Passivität der Polizeikräfte und der Verdacht politischer Anweisungen, nicht einzugreifen. Die Ertzaintza, die baskische Regionalpolizei, erhielt während der Krawalle in Bilbao den Befehl, nicht zu handeln, so die zitierten Berichte. Wer gab diesen Befehl? Die Frage bleibt in der Luft hängen, ohne offizielle Antwort.
Wohnungspolitik als Nebelkerze
Während die Mülleimer brennen, sieht sich die Regierung einem Gewerkschaftsstreik zum Thema Wohnungsbau gegenüber. Die kursierende These lautet, die Exekutive nutze die Angst vor der Rechten als Nebelkerze, um von der eigenen Politik abzulenken. Das Hütchenspiel lenkt ab, so die meistgehörige Formulierung. Und die Diagnose hat etwas für sich: Wenn das Problem die Mietpreise sind, kann die Antwort kein eingebildeter Feind sein.
Die Verbindung zum Wahlkalender liegt auf der Hand. Die PSOE, Spaniens Sozialisten, erhoffen sich tausende nützliche Stimmen aus dem Frente Amplio über den Mitnahmeeffekt des Senats auf den Kongress. Das erste Wunder, so heißt es, sei, dass die Menschen einen echten Sieg für möglich halten. Politik als Wunder: mehr ist da nicht drin.
Falschmeldung als Methode, Einmischung als Joker
Bei der Verschwörungstheorie bleibt es nicht bei der Rechten. Im Material taucht auch der Verdacht ausländischer Einmischung auf: Russland, Israel, Marokko, arabische Geheimdienste. Alles ist recht, solange niemand auf den Boden schaut. Manche spotten, die Reptiloide und die Illuminaten hätten das alles organisiert – und liegen gar nicht so falsch: Die Beweislage ist dieselbe.
Team Jorge, eine Organisation israelischer Auftragnehmer, die auf Wahlmanipulation spezialisiert ist, wird als Beleg dafür angeführt, dass Destabilisierung existiert. Aber dass etwas existiert, ist eines – dass es jede Krawalle erklärt, ein anderes. Der Abstand zwischen beidem ist genau der zwischen Analyse und Pamphlet.
Am Ende bleibt die Frage unbeantwortet: Wer organisiert einen Plünderungszug? Die Bürgermeisterin hat die Antwort längst parat. Der Rest schaut unterdessen zu, wie die Läden der Nachbarschaft brennen, und wartet darauf, dass sich jemand herablässt, eine Erklärung zu liefern, in der die Rechte nicht vorkommt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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Ada Colau gibt der Polizei und der extremen Rechten die Schuld an den Plünderungen in Barcelona, während ihre Wohnungspolitik und die offizielle Erzählung zunehmend infrage gestellt werden.
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