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Sieben Festnahmen nach Tortenwürfen in Callcentern
Sieben Personen wurden wegen Ausbeutung von Migranten ohne Arbeitserlaubnis in 15 Callcentern in Madrid und Fuenlabrada festgenommen.
Tortenwürfe, Ranglisten und illegale Arbeitskräfte: Sieben Festnahmen in Madrid
Die Policía Nacional verhaftete am 10. März sieben Personen — vier Männer und drei Frauen — wegen des Verdachts auf fortgesetzte Verletzung der Arbeitnehmerrechte in einem Netzwerk von Callcentern in Madrid und Fuenlabrada. Das beschlagnahmte Material enthält ein Video, in dem die schlechtest platzierten Mitarbeiter einer täglichen internen Rangliste vor ihren Kollegen einen Tortenwurf ins Gesicht erhielten. Die Behörden bezeichnen die Szene als demütigend und erniedrigend. Die Festgenommen sind venezolanischer, peruanischer und spanischer Staatsangehörigkeit.
Die Ermittlungen, die eingeleitet wurden, nachdem mehrere Zentren unter demselben Muster operierten, haben bis zu 15 Callcenter identifiziert, die mit dem Netzwerk verbunden sind, darunter eines in der Calle Agustín Durán, 35 bis, im Stadtteil Salamanca. Die Arbeitsinspektion (Inspección de Trabajo) und die Sozialversicherung (Seguridad Social) kooperierten mit den Beamten. Die Verantwortlichen wechselten häufig ihre Standorte, um polizeiliche Maßnahmen zu erschweren.
Wer waren die Opfer und unter welchen Bedingungen arbeiteten sie?
Die Mehrheit der Arbeiter waren ausländische Staatsbürger ohne Arbeitserlaubnis. Diese vulnerable Situation wurde von den Organisatoren des Netzwerks ausgenutzt, um völlig irreguläre Bedingungen durchzusetzen: keine gesetzlichen Arbeitszeiten, keine Pflichtpausen, kein Urlaub, keine angemessenen Löhne, keine Krankenversicherungen und kein Schutz vor Arbeitsunfällen.
Das Kontrollsystem basierte auf extremem Wettbewerb. Jeden Tag wurden die Mitarbeiter nach der Anzahl der telefonisch abgeschlossenen Verträge bewertet. Der Letzte der Rangliste scheiterte nicht nur: Er wurde öffentlich bestraft. Die „Belohnung“ bestand im Tortenwurf, ein Versuch, den Druck zu erhöhen und jene zu disziplinieren, die die Ziele nicht erreichten. Die Arbeiter mussten zudem geschlossene und invasive Telefonscripts befolgen, die darauf ausgelegt waren, Kunden zu verwirren und Abschlüsse zu erzwingen, eine Praxis, die ebenfalls untersucht wird.
Telemarketing als chronisches Arbeitsmüll-Problem
Die Telemarketing-Branche hat seit langem einen schlechten Ruf, auch vor diesem Fall. Manche erinnern sich an Unternehmen, in denen spezielle Sessel existierten — angeblich ähnlich denen bei Burger King — für den besten Verkäufer und für den, der nichts verkaufte, wobei die Mitarbeiter wie Minderjährige behandelt wurden. Unbezahlte Schulungen mit Dynamiken, die für Menschen ohne Urteilsvermögen gedacht waren. Der Tarifvertrag für Telemarketing ist seit geraumer Zeit nicht aktualisiert worden, und angesichts der Inflation und der explodierenden Wohnkosten ist das Gehalt eines Callcenter-Agenten noch unzureichender geworden.
Das Muster der Sekte — motivierende Ansprache vor Schichtbeginn, Ansprache danach, ständiger Druck — ist nicht neu. Was sich ändert, ist der Kontext: Wenn der Arbeiter keine Papiere hat, tut die implizite Drohung der Abschiebung den Rest. Die Frage, die im Raum steht, ist, warum niemand Anzeige erstattet hat. Die häufigste Antwort: Angst. Angst, den einzigen Einkommensstrom zu verlieren, vor Repatriierung, vor Vergeltungsmaßnahmen.
Das Geschäft mit Spam-Anrufen, unter dem alle leiden
Diese Zentren erklären auch, warum das Telefon unaufhörlich klingelt. Unerwünschte Werbeanrufe kommen weiterhin zu jeder Tageszeit trotz der Einschränkungen. Persönliche Daten werden in Massenfiles verkauft: Sie stammen von den Unternehmen selbst, bei denen man sich registriert, von Apps, Gewinnspielen und Rabattgutscheinen. Die Telefonnummer ist Centbeträge wert in einem Markt, der auf Volumen setzt. Hinter jedem beharrlichen Anruf steckt eine Struktur wie die nun beschlagnahmte.
Die Grundfrage: Darf der Staat eingreifen, was ein Arbeitnehmer unterschreibt?
Die eigentliche Diskussion ist eine andere. Manche stellen das hypothetische Szenario auf: Wenn ein Mitarbeiter missbräuchliche Bedingungen akzeptiert und unterschreibt, warum sollte dann der Staat intervenieren? Die rechtliche Antwort ist eindeutig: Es gibt Bedingungen, die weder unterschrieben noch hingenommen werden können, besonders wenn der Arbeitnehmer keine Arbeitserlaubnis hat und legal nicht beschäftigt werden kann. Der angeführte Vergleich: Wenn ein Unternehmer die Spende einer Niere als Arbeitsbedingung verlangen würde, wäre das akzeptabel, weil der Angestellte unterschreibt?
Parallel dazu argumentiert ein Teil der Analyse, dass diese Art der Ausbeutung nicht importiert sei, sondern dass Telemarketing in Spanien schon immer ein Müllsektor war. Eine andere Strömung weist darauf hin, dass die allgemeine Prekarisierung der Wirtschaft und die Ankunft irregulärer Arbeitskräfte ein Lohn-Dumping fördern, das auch einheimische Arbeitnehmer trifft. Die Daten zum Jobwechsel und die Migrationsströme kreuzen sich in dieser Debatte, ohne dass eine Zahl die Sache abschließend klärt.
Was über den Einsatz bekannt ist und was noch offen bleibt
Der gleichzeitige Einsatz fand am 10. März in allen identifizierten Zentren statt. Die sieben Festgenommen wurden dem Richter überstellt als mutmaßliche Verantwortliche für eine fortgesetzte Verletzung der Arbeitnehmerrechte. Die Ermittlungen laufen weiter; weitere Festnahmen und neue verbundene Zentren werden nicht ausgeschlossen.
Noch unklar ist, ob die betroffenen Arbeiter ihre Situation regularisieren können, ob die Arbeitsinspektion (Inspección de Trabajo) Sanktionen gegen die beteiligten Firmen verhängen wird und ob die untersuchten Telefonscripts zu zusätzlichen Haftungen führen. Der Fall hinterlässt ein schwer zu löschendes Bild: eine Torte, die jemandem ins Gesicht gedrückt wird, der nicht klagen kann, weil seine Anwesenheit in Spanien von dem abhängt, der sie ihm ins Gesicht drückt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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