Spaniens Rentenausgaben entgehen der MEI-Kürzung um drei Zehntel
Ein Darlehen von 10.000 Millionen Euro vom Staat an die Tesorería General de la Seguridad Social (Sozialversicherungskasse), um Renten und die Weihnachtszusatzrente vor dem Fest zu zahlen. Das ist das Bild, das über jeder Diskussion über die Nachhaltigkeit des Systems schwebt: Wenn man sich verschulden muss, um die Renten zu zahlen, stimmt etwas nicht. Doch das Darlehen beweist nicht, dass das System von Grund auf nicht tragfähig ist, sondern dass die Rentenkasse seit Jahren über öffentliche Schulden ausgeglichen wird. Der Unterschied zwischen beidem trennt eine ökonomische Analyse von einer Parole.
Der Auslöser der letzten Episode ist technisch und fast komisch: Die Rentenausgaben verfehlen um drei Zehntel die Klausel, die die automatischen Erhöhungen des Mecanismo de Equidad Intergeneracional (MEI, ein Mechanismus zur Generationengerechtigkeit) auslöst. Drei Zehntel. Nach der bösartigsten Lesart, die kursiert, ist dieser minimale Spielraum genau das, was die Regierung davon abhält, vor einer Wahl eine weitere Kürzung in die Lohnabrechnung der Arbeitnehmer einzubauen. Die Zahl ist kein Gerücht: Sie steht im Boletín Oficial del Estado (amtliches Staatsanzeiger) und in den Haushaltsvollzugstabellen.
Sind die Renten in Spanien nicht tragfähig?
Das Ausgangsargument ist eine demografische Quote. Heute hängt jeder Rentner von den Beiträgen von 2,44 Arbeitnehmern ab. 2043, so die Prognosen des Systems selbst, wird diese Zahl auf 1,65 sinken. Die Zahl ist beeindruckend. Beeindruckend war sie auch in Griechenland, Finnland, Portugal, Italien und Japan, die diese Quoten bereits erreicht haben oder übertreffen werden. Keines dieser Länder hat seine Renten privatisiert. Keines hat das Renteneintrittsalter über 67 Jahre angehoben. Die Schlussfolgerung ist für beide Lager unbequem: Die demografische Quote allein bestimmt nicht den Kollaps eines Umlagesystems, widerlegt sie aber auch nicht.
Manche behaupten, das Problem sei nicht die Zahl der Beitragszahler, sondern die Höhe der Renten. Wenn deine Rente aus einem Prozentsatz der Löhne von N Arbeitnehmern stammt, bedeutet weniger Arbeitnehmer eine niedrigere Rente, es sei denn, du erhöhst diesen Prozentsatz, und es gibt eine Grenze, wie weit man ihn erhöhen kann, ohne dass die Beschäftigung sinkt. Die optimistischste Rechnung setzt voraus, dass Produktivität und Löhne ausreichend wachsen; das pessimistische Szenario geht davon aus, dass die Quote von 1,65 das aktuelle Rentenniveau nicht trägt.
Das Rentenniveau, das niemand beachtet
Spanien hat für niedrige Löhne ein Rentenniveau nahe 100%, etwas, das in keinem anderen vergleichbaren Land vorkommt. In Italien liegt die Mindestrente bei rund 600 Euro in dreizehn Zahlungen; in Frankreich bei etwa 750 in zwölf. Die spanische Mindestrente ist höher und wird aus Wahlkampf-Demagogie erhöht, so die wiederkehrende Kritik. Dazu kommt die Witwenrente, die universell bleibt wie vor sechzig Jahren, als das Familienmodell ein anderes war.
Das Umlagesystem sei nicht nur wegen seiner mangelnden Tragfähigkeit ungerecht, argumentieren Kritiker: Was du erhältst, hängt nicht davon ab, was du eingezahlt hast, sondern davon, was die heutigen Arbeitnehmer einzahlen. Ein kapitalgedecktes System wäre in dieser Hinsicht gerechter, denn was du bekommst, ist das, was du angespart hast. Das Problem ist, dass der Übergang von einem Modell zum anderen jahrzehntelang doppeltes Zahlen erfordert, und niemand hat erklärt, woher dieses Geld kommen soll.
Das Vorbild der privaten Renten in Europa
Schweden, die Schweiz, Deutschland und die Niederlande kombinieren Umlage und Kapitaldeckung, ohne dass jemand verhungert, so die Verteidiger der Mischsysteme. Es ist das Argument, das diejenigen am meisten beunruhigt, die jede Reform auf eine Privatisierung nach chilenischem Vorbild reduzieren. Die chilenische Erfahrung wird je nach Sprecher als Bedrohung oder als Beispiel zitiert, doch die Tatsache ist, dass die europäischen Mischsysteme existieren und nach anderen Regeln funktionieren als das AFP-Modell.
Der japanische Fall verdient einen eigenen Absatz. Dort bleiben viele Menschen bis in hohes Alter in Teilzeitjobs ohne körperliche Anstrengung tätig: Sie beziehen das halbe Gehalt und die halbe Rente, solange sie können. Das ist keine geplante Lösung, sondern eine Anpassung, die die Demografie erzwingt. Und sie hat nicht verhindert, dass das Land die größte Staatsverschuldung der entwickelten Welt angehäuft hat.
Wer zahlt die Zeche
Die eigentliche Kritik richtet sich nicht gegen den Großvater, der fünfundvierzig Jahre eingezahlt hat, sondern gegen das Management. Viele dieser Arbeitnehmer gingen auf die Straße und sahen sich während der Diktatur und der Transition Repression aus, um Arbeitsrechte zu erkämpfen, die nun vom Sofa aus gekürzt werden. Während Junge und Alte sich gegenseitig die Köpfe einschlagen, bleiben niedrige Löhne, Prekarität und eine Produktivität, die nicht in Schwung kommt, außerhalb des Blickfelds.
Die Rentenausgaben werden heute mit öffentlichen Schulden bezahlt. Man leiht kein Geld für Brücken oder ein Schienennetz: Man leiht es, um die Gehälter derer zu zahlen, die ihr Haus bereits abbezahlt haben. In einem rationalen System sollte niemand, der arbeitet, schlechter leben als jemand, der nicht mehr arbeitet. Das ist die verstörende Zahl: Die Debatte dreht sich nicht darum, ob das System hält, sondern auf Kosten welcher Generation.
Diese Analyse basiert auf den Daten und Argumenten, die in der öffentlichen Debatte über die Nachhaltigkeit des Rentensystems vorgebracht wurden. Sie stellt keine Finanzberatung dar.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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