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Selenskyj verschiebt ukrainische Gegenoffensive auf den Sommer
Die Ukraine braucht mehr Zeit, da die Frühlings-Gegenoffensive auf den Sommer rutscht und Debatten über Ressourcen neu entfacht.
Selenskyj ändert das Datum der Gegenoffensive: vom Frühling zum »Wann es soweit ist«
Die am meisten angekündigte Gegenoffensive der Militärgeschichte wechselt erneut ihr Datum. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erklärt, dass Kiew mehr Zeit brauche, bevor die erwartete Operation gegen Russland gestartet werde, und weiterhin auf die von den Verbündeten zugesagte Militärhilfe warte. Die von Europa Press veröffentlichte Nachricht verschiebt den Kalender: Was als Frühlingsoffensive verkauft wurde, rutscht in den Sommer und je nach Material in ein unverbindliches »Man wird sehen«.
Die Ankündigung fällt nicht ins Leere. Monatelang wurde wiederholt, dass die Ukraine eine bevorstehende Gegenoffensive vorbereitet habe, und die Verzögerung zwingt zur Neuordnung der Erzählung. Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit, fasst eines der Kommentare zusammen, der die Operation als »die am meisten angekündigte Gegenoffensive der Militärgeschichte« bezeichnet. Eine andere Nachricht verweist auf die Methode: Man gebe weder Tag, Stunde noch Ort bekannt, damit der Feind nichts davon erfährt. Und ein dritter Kommentar ironisiert, dass die öffentliche Ankündigung militärischer Pläne eine jüngere Gewohnheit sei.
Warum die Ukraine mehr Zeit vor dem Angriff braucht
Das offizielle Argument ist logistischer Natur: Es fehlt an Material. Das Argument in der Analyse lautet anders: Es fehlt an Luftüberlegenheit, an Artillerie, die das Hinterland treffen kann, und an geeignetem Gelände. Verteidigen ist eine Sache, Vorstoßen eine andere, bemerkt ein Kommentar, der daran erinnert, dass der Angreifer sich gegen die Verteidigungslinien abnutzt, während der Wartende den Angreifer abnutzt. Russland, heißt es weiter, müsse noch zwischen 30 % und 40 % des Territoriums der annektierten Regionen zurückerobern, die in seine Verfassung aufgenommen wurden.
Das strategische Problem besteht darin, dass der Kalender für beide Seiten nicht gleich spielt. Die Ukraine muss Ergebnisse liefern, um die externe Unterstützung aufrechtzuerhalten; Russland braucht nur, dass keine Ergebnisse kommen. Daher wird die Verzögerung in zwei gegensätzlichen Schlüsseln gelesen: als militärische Vorsicht oder als Symptom der Erschöpfung. Der Windhund beginnt Ermüdungserscheinungen zu zeigen, merkt eine Stimme an und betont den Verschleiß der menschlichen Ressourcen: immer kleinere Mobilisierungen und eine Gruppe von Vertriebenen, die nicht in die Gräben zurückkehren wollen.
Der wirtschaftliche Faktor: Wer hält einen langen Krieg besser aus?
Ein Datenpunkt stellt die Eilbedürftigkeit infrage: Öl und Gas sind billiger als vor der Invasion. Wenn die Energiekosten das große Argument für eine beschleunigte Lösung waren, ist dieses Argument geschwächt. Die Zeit arbeitet gegen Russland, behauptet ein Teil der Analyse und erinnert an das alte Sprichwort, dass der Westen Uhren hat, Russland aber Zeit. Ein anderer Teil antwortet mit Sunzi und der Wirtschaft: Jeder Krieg ist nur möglich, wenn er lange genug dauert, um wirtschaftlich tragfähig zu sein.
Die zynischste Lesart betrifft frisches Geld. Lassen sie ihn weiterhin Material und vor allem Geld schicken, ironisiert ein Kommentar und unterstreicht Inflation und Lebenshaltungskosten als Hintergrund. Dies ist keine isolierte These: Die Idee, dass Militärhilfe sowohl die Front als auch die Kriegswirtschaft stützt, zieht sich durch viel Material, ohne dass konkrete Zahlen zu diesem Fluss geliefert werden.
Bachmut, Risse an der Front und die Leugnung der Ruhe
Während die Ankündigung im Gange war, ruhte die Front nicht. Das Material beschreibt langsames Feuer auf russische Kräfte in Bachmut, fünf abgeschossene russische Flugzeuge an einem Tag, Risse an der Front bei Bachmut und Swatowe sowie Storm-Shadow-Raketen, die besetztes Gebiet treffen. Die Nicht-Offensive bricht bereits Dinge, fasst ein Kommentar zusammen, der sich über jene lustig macht, die die Operation für undurchführbar halten. Die Gegenreaktion kommt mit dem Fleischwolf von Artemowsk und festgefahrenen Gegenangriffen an den Flanken.
Außerdem setzt das Gelände seinen eigenen Kalender. Manche weisen darauf hin, dass es in der Steppe bereits zu heiß wird und die Bodenbedingungen in bestimmten Gebieten nicht ideal sind. Dies ist das weniger epische und wahrscheinlich realistischste Argument: Eine Panzeroffensive braucht festen Boden, keinen Schlamm oder Staub.
Was Selenskyj mit jeder Datumsverschiebung riskiert
Die Verzögerung hat politische Kosten. Jede Woche ohne Fortschritt schwächt die Position Kiews gegenüber seinen Partnern und nährt jene, die innerhalb und außerhalb die fortgesetzten Waffenlieferungen infrage stellen. Sie hat auch interne Kosten: Die Bevölkerung, die den Krieg trägt, braucht mehr als nur eine Ankündigung. Man müsste geisteskrank sein, um zu denken, dass Selenskyj diese Situation genießt, schließt ein Kommentar und erinnert daran, dass er einer Invasion begegnen musste und tut, was er für das Beste seines Landes hält.
Die offene Frage ist nicht, wann es beginnt, sondern wie oft man ein Datum verschieben kann, bevor die Ankündigung ihren Wert verliert. Die Frühlingsoffensive ist nun eine Sommersoffensive. Oder Herbst. Oder wann immer es passiert.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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