Selbstgemachte Zahnpasta: 1,08 € pro Tube laut Befürwortern

Ein Rezept aus Ton, Salbei und Thymian kostet 1,08 € pro Tube. Debatte über natürliche Mittel gegen Fluorid.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Selbstgemachte Zahnpasta: 1,08 Euro pro Tube, laut ihren Befürwortern

Kann man gesunde Zähne haben, ohne vier Euro für eine Tube Zahnpasta zu bezahlen? Das Rezept, das unter denen kursiert, die beschlossen haben, keine Supermarkt-Zahnpasta mehr zu kaufen, besteht aus fünf Zutaten: weißer Ton, Salbei, Thymian, Stevia und ein paar Tropfen ätherisches Pfefferminzöl. Das Ergebnis ist eine pastöse Masse, die im Kühlschrank aufbewahrt wird und laut den Berechnungen zum Rezept monatelang hält. Der Preis pro äquivalenter Tube: 1,08 Euro.

Der berechtigte Zweifel betrifft nicht die Kosten. Es geht darum, ob diese Mischung reinigt, desinfiziert und den Zahnschmelz genauso schützt wie kommerzielle Zahnpasta. Hier beginnt eine Debatte, die sich durch die gesamte Diskussion zieht: Befürworter natürlicher Produkte gegen jene, die daran erinnern, dass fortgeschrittene Doppelkaries beim Zahnarzt 125 Euro kostet.

Was enthält selbstgemachte Zahnpasta und wofür dient jede Zutat

Das Originalrezept ist ein dreiminütiger Sud aus Salbei, Thymian und Stevia. Er wird gefiltert, Meersalz wird hinzugefügt, bis es sich auflöst, und mit weißem Ton vermischt. Ätherisches Pfefferminzöl kommt am Ende hinzu, nur ein paar Tropfen, für den Geschmack. Die Rechtfertigung jeder Komponente basiert auf bekannten Eigenschaften: weißer Ton dient als Basis und wird ihm entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung zugeschrieben; Salbei wird als starkes Antibakterium, Antimykotikum und Antivirales präsentiert, wirksam gegen Entzündungen der Mundschleimhaut; Thymian liefert antibakterielle Aktivität und bekämpft Mundgeruch; Stevia süßt.

Die wirtschaftliche Aufschlüsselung zum Rezept ist das Auffälligste. Ein Kilo weißer Ton kostet 5 Euro und reicht für dreizehn 75-Gramm-Tuben: 0,38 Euro pro Stück. Hundert Gramm Salbeiblätter, 3,76 Euro, geteilt durch mindestens zwanzig: 0,19. Thymian und Stevia, ähnlich. Ätherisches Pfefferminzöl, 5,20 Euro für 15 Milliliter, verwendet in etwa vierzig Chargen: 0,13. Endsumme, 1,08 Euro pro äquivalenter Tube. Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand: Kommerzielle Pasten sind teuer.

Warum würden Zähne bei selbstgemachter Paste ausfallen?

Der Widerspruch kam schnell und unverblümt: Eine Zahnpasta muss Bakterien eliminieren, Zahnstein reinigen und Säuren sowie Zucker neutralisieren. Macht das eine Mischung aus Pflanzen und Ton? Die skeptische Antwort lautet, dass es keinen Nachweis gibt, dass sie so effektiv wirkt wie eine fluoridhaltige Zahnpasta. Die Antwort der Befürworter ist, dass wir auch nicht wissen, was in kommerziellen Pasten steckt, das nicht beworben wird.

Hier kommt Fluorid ins Spiel, der große Abwesende des Rezepts und der Hauptakteur des letzten Teils der Diskussion. Manche behaupten, Fluorid sei kaum weniger als Gift und sollte verboten werden; es wird sogar behauptet, das Wasser in Spanien sei fluoridiert, was durch keine Quelle gestützt wird. Dem gegenüber steht die überwiegende praktische Haltung, die prosaischer ist: Fluoridfreie Pasta verwenden, wenn gewünscht, aber das Zähneputzen, Zahnseide und Kontrolluntersuchungen nicht vernachlässigen. Die fluoridfreie Paradontax-Pasta wird mit 3,95 Euro als kommerzielle Alternative zum Hausrezept zitiert.

Natron, Kokosöl und der Trend zum Munddusche

Für diejenigen, die sich nicht mit Suden complicieren wollen, ist die wiederkehrende Low-Cost-Formel Natron plus Kokosöl. Mischen, rühren, fertig. Natron erhöht den pH-Wert im Mund und hemmt das Bakterienwachstum, obwohl gewarnt wird, dass es abrasiv für den Schmelz ist und man nicht fest schrubben sollte. Einige putzen sich seit fünf Jahren nur mit Natron und berichten von keinem Schmelzverschleiß. Es ist ein Erfahrungsbericht, keine Studie.

Die andere große Ergänzung zur häuslichen Ausrüstung ist die Munddusche (Wasserflosser). Sie reinigt Zwischenräume, die die Bürste nicht erreicht, ersetzt aber nicht das Zähneputzen. Es gibt Modelle, die an den Wasserhahn angeschlossen sind, billiger und ohne Stromverbrauch, und elektrische mit höherem Druck. Die Kombination, die als ideal verteidigt wird: Elektrische Zahnbürste einmal täglich, manuelle den Rest, Munddusche zur Spülung und Zahnseide. Und ein Zubehörteil, das enthusiastisch empfohlen wird: der Zungenschaber, aus Kupfer, für 8 oder 9 Euro das Paar, effektiver als die Bürste zur Reinigung der Zunge, einer üblichen Quelle für Mundgeruch.

Das Geschäft hinter der Zahnpasta

Der grundlegende Verdacht schwebt über der gesamten Diskussion: Wenn kommerzielle Pasten so effektiv wären, warum gäbe es dann so viele Kariesfälle und Zahnkliniken? Das Argument lautet, dass Eigenmarken alle gleich sind, sich nur Geschmack und Farbe unterscheiden und der Preis nichts garantiert. Eine Analyse wird zitiert, die Lacer aufgrund des hohen Fluoridgehalts und der unpraktischen Verpackung als schlechteste Pasta auf dem Markt einstuft. Im Gegensatz dazu schneidet die Eigenmarke von Mercadona gut ab und kostet die Hälfte von Colgate.

Der Gegenpunkt kommt aus eigener Erfahrung: Wer auf fluoridfreie Pasta umgestiegen ist, beschreibt den Geschmack als Qual und vermisst das Putzen. Nicht alles ist Ideologie. Manche wechseln ab: Selbstgemachte oder Bio-Pasta nach Frühstück und Mittagessen, eine vertraute kommerzielle nach dem Abendessen. Eine Kompromisslösung, die angesichts der Umstände vielleicht die vernünftigste von allen ist.

Am Ende bleibt die Frage in der Luft, welche die beste Zahnpasta ist. Es geht darum, wie viel vom Krieg gegen Fluorid Wissenschaft ist und wie viel Misstrauen gegenüber der üblichen Tube.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (76 Antworten).

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