Schlangen vor Mercadona und steigende Preise im Einkaufskorb
Mercadona hat in Ansoáin eröffnet, und es bildeten sich Schlangen, um hineinzukommen. Derselbe Supermarkt, der mit seiner ersten Eröffnung in Navarra und seiner Ankunft auf Fuerteventura Begeisterung auslöst, ist laut einem großen Teil seiner Stammkunden einer, der schleichend an Qualität verliert und die Preise Produkt für Produkt anzieht. Der Widerspruch ist nicht neu: Die Eigenmarke wird kritisiert, Vergleiche mit Lidl oder Aldi werden angestellt – und trotzdem stellt man sich an, wenn es darauf ankommt.
Eine Antwort aus der Debatte fasst die Szene gut zusammen: Wer ohnehin zu Stoßzeiten mit wenig Andrang einkauft, will sich nicht erst noch am Supermarkteingang anstellen. Und trotzdem ist die Eröffnung voll. Die Schlussfolgerung eines anderen Teilnehmers ist die übliche: An dem Tag, an dem ein neuer Markt eröffnet und nicht voll wird, soll man Bescheid geben.
Warum eine Mercadona-Eröffnung Schlangen anzieht
Das dominante Argument hat nichts mit der Produktqualität zu tun, sondern mit der Neuheit und dem bisherigen Fehlen von Konkurrenz. Wo es noch nie einen großen Supermarkt gab, wäre es seltsam, wenn er nicht voll würde. Auf Fuerteventura wird Mercadonas Ankunft als Einzug echter Konkurrenz in einen Inselmarkt gewertet, in dem Hiperdino, Padilla (Spar) und Inpescasa tätig waren und die Preise jahrelang ohne Gegengewicht waren.
Dort liegt die unbequeme Zahl für Fans und Kritiker gleichermaßen: Laut dem in der Debatte angestellten Vergleich sind die Preise von Mercadona auf den Inseln praktisch identisch mit denen von Hiperdino. Sogar die Milch der kanarischen Kette ist zwei Cent günstiger, abgefüllt wird sie von Reny Picot. Die Begeisterung kommt nicht vom Preis. Sie kommt vom Ereignis.
Die Preiserhöhungen, die jeder Kunde auf seinem Kassenzettel sieht
Die Enttäuschung hat einen sehr konkreten Hintergrund: Produkte, die teurer werden, ohne dass die Qualität steigt. Die Tranchete-Sandwiches im 30er-Pack sind innerhalb weniger Monate von 1,65 auf 1,95 Euro gestiegen. Der Weichspüler ist von 1,60 auf 1,85 gestiegen. Die Vollmilch von Hacendado ist deutlich teurer geworden. Und die Hacendado-Walnüsse, die zeitweise aus Indien bezogen wurden, ohne dass der Preis sank, sind wieder aus Kalifornien zurück – mit einer leichten Preissenkung.
Die Beschwerde betrifft nicht nur den Preis. Es geht um Vielfalt und Herkunft. Es wird bemängelt, dass fast die gesamte Wurst und die Pizzen aus Katalonien stammen, obwohl es in Extremadura hervorragende Wurstwaren gibt, und dass die Eigenmarke nicht mehr das ist, was sie einmal war. Die Antwort des Unternehmens, so die Debatte, ist ein Schild an der Tür, das frischeres und geschmackvolleres Obst ankündigt. Ein stillschweigendes Eingeständnis, dass das frühere schlecht war.
Das Ladenkonzept, das einen Teil der Kundschaft stört
Manche gehen zu Mercadona und wollen nicht bedrängt werden. Die Bedienungstheke mit Wurstwaren ist verschwunden, und stattdessen steht in jeder Abteilung Personal, das Gel, billigen Schinken, Fisch vom Markt oder Gebäck anpreist. Für einen Teil der Kundschaft zerstört das das stille Einkaufserlebnis: Man möchte vergleichen, auswählen und bezahlen, ohne Ansprechpartner.
Auf der anderen Seite der Waage stehen der Umgang und die Arbeitsplätze. Hervorgehoben wird, dass Mercadona mehr Personal beschäftigt als andere Ketten, bei denen manchmal nur ein einziger Mitarbeiter im ganzen Laden ist, und dass es einen Mindestlohn von 1.260 Euro brutto im Monat zahlt. Das Kleingedruckte, über das diskutiert wird: Mit umgelegtem Urlaubsgeld und abgezogenen Sozialabgaben bleibt der Betrag, der tatsächlich auf dem Konto ankommt, deutlich darunter.
Die Marken-Erzählung gegen den Einkaufswagen
Die stärkste Verteidigung des Modells kommt nicht vom Preis, sondern von der Geschäftsführung. Ein Unternehmen, das funktioniert, das zahlt und das liefert, in einem Land, wo das nicht selbstverständlich ist – das ist ein Argument mit Gewicht. Man räumt ein, dass sie keine Wohltäter sind und aus jedem Euro den größtmöglichen Gewinn herausholen, von Produzenten wie von Angestellten. Aber wer dort arbeitet oder an sie verkauft, bekommt sein Geld.
Demgegenüber die grundsätzliche Kritik: Mercadona ist immer mehr einem Kolonialwarenladen mit schmalem Sortiment ähnlich geworden, in dem die Eigenmarke die einzige echte Option ist und der Kunde kaum Auswahl hat. Der Name der Eigenmarke, Hacendado, wird sogar als bevormundend bezeichnet. Die Ironie ist perfekt: Der Supermarkt für jeden Tag wird immer weniger zum Supermarkt für jeden.
Was die Kaufentscheidung wirklich bestimmt
Der Kunde, der sich beschwert, hört nicht auf zu kaufen. Er verteilt sein Geld. Mehr wird bei Aldi gekauft, dessen Obst und Gemüse als ordentlich gelten und dessen Joghurts geschätzt werden, oder man greift zu Lidl und Alimerka, der man das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zuschreibt. Die Milch von Reny Picot, die Alimerka für seine Eigenmarke abfüllt, wird schlicht als ausgezeichnet bezeichnet – mit der Studie der OCU (spanische Verbraucherorganisation) im Visier.
Die Prognose, mit Vorbehalt: Solange die Konkurrenz Druck macht, wird Mercadona den Wocheneinkauf derjenigen verlieren, die vergleichen – aber den derjenigen behalten, die Nähe, Parkplatz, Lieferdienst und Öffnungszeiten schätzen. Die volle Eröffnung widerspricht der Kritik nicht. Sie existiert daneben.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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