SEC genehmigt erste 3x-Bitcoin-ETFs: Das sollten Anleger vorher wissen

Die SEC hat am 2. Oktober die ersten 3x-ETFs auf Bitcoin und Ethereum genehmigt. Der Prospekt warnt, dass der Hebel nur an einem Handelstag funktioniert. Die Details im Überblick.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die von der SEC am 2. Oktober genehmigten 3x-ETFs auf Bitcoin und Ethereum zielen auf das Dreifache der täglichen Bewegung ab, nicht auf das Dreifache der kumulierten Wertentwicklung. Der Prospekt warnt ausdrücklich, dass der Fonds selbst dann Geld verlieren kann, wenn Bitcoin steigt, und dass ein Tagesverlust von 33 % ihn liquidieren kann.

Am **2. Oktober** hat die **SEC** den ersten ETFs mit 3-fachem Hebel auf **Bitcoin** und **Ethereum** grünes Licht gegeben. Verwaltet werden sie von **Volatility Shares**, gelistet an der **Cboe BZX**. Sie gelten als der bislang höchste Hebel für Krypto in den USA. Regulatorisch stimmt das. Das Problem liegt nicht in dem, was gesagt wird, sondern in dem, was fast niemand liest.

## Was der tägliche Reset des Fonds bedeutet

Diese Fonds kaufen kein Bitcoin. Sie arbeiten mit Futures und wollen das Dreifache der täglichen Kursbewegung abbilden, nicht das Dreifache der kumulierten Steigerung. Dieses Detail ändert alles. Der beim Einreichen bei der **SEC** vorgelegte Prospekt sagt es unmissverständlich: Der 3-fache Hebel funktioniert nur an einem einzigen Handelstag.

Das Beispiel steht im Dokument selbst. Steigt Bitcoin an einem Tag um **10 %** und fällt am nächsten Tag um **10 %**, endet Bitcoin bei **-1 %**. Das ist die Mathematik zusammengesetzter Prozente. Der 3x-Fonds kann im selben Szenario bei **-9 %** landen. Das ist kein Produktfehler, sondern so konstruiert.

## Volatility Decay erklärt

Dieses Phänomen hat einen Namen: Volatility Decay. Je seitwärts und nervöser sich der Markt bewegt, desto mehr Geld geht verloren, selbst wenn man die Kursrichtung richtig trifft. Die Warnung im Prospekt ist wörtlich gemeint: Der Fonds kann Geld verlieren, selbst wenn Bitcoin steigt, sofern genug Volatilität im Spiel ist.

Es gibt eine noch härtere Grenze. Ein einziger Tagesverlust von **33 %** kann den Fonds liquidieren. Dafür braucht es keinen schwarzen Monat und keine Serie schlechter Nachrichten. Ein einziger Handelstag genügt.

## Für wen das Produkt laut Prospekt gedacht ist

Das Rechtsdokument spricht nicht von Anlegern. Es spricht von sehr kurzfristigen Tradern, die ihre Positionen täglich überwachen. Von Leuten, die am selben Tag ein- und aussteigen. Das Wort „Anleger“ kommt nicht vor, ebenso wenig ein Hinweis darauf, die Position eine Woche zu halten.

Wenn ein institutionelles Portfolio mehr Risiko will, bewegt es sich bei Hebeln von **1,25x** bis **1,5x**. Der tägliche 3-fache Hebel ist das Gegenteil dessen, was ein Verwalter mit großem Kapital wollen würde, denn der Volatility Decay frisst den Gewinn auf, sobald der Markt keine klare Einbahn-Trendbewegung mehr zeigt – was die meiste Zeit der Fall ist.

Für jemanden, der intraday handelt und alles vor Feierabend schließt, kann das Produkt Sinn ergeben. Das Problem beginnt, wenn es als die höchste je genehmigte Exposition verkauft wird an jemanden, der es länger als einen Tag laufen lässt – genau dort, wo die Mathematik anfängt, gegen ihn zu arbeiten, ohne dass der Kurs fallen muss. Wer hier Geld anlegen will, sollte vorher mit einem zugelassenen Finanzberater sprechen.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (9 Antworten).

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