Initiative Q: Gratis-Münzen per Einladung mit Versprechen von 130.000 Dollar

Initiative Q verschenkt Münzen per Einladung und verspricht Frühregistrierenden 130.000 Dollar. Der Empfehlungsmechanismus weckt den Verdacht auf ein Schneeballsystem.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Initiative Q: Gratis-Münzen per Einladung mit Versprechen von 130.000 Dollar
Initiative Q: Gratis-Münzen verteilen, die 130.000 Dollar wert sein sollen

Ein Bezahlnetzwerk, das noch gar nicht existiert, eine Münze, die niemand ausgeben kann, und ein Versprechen: Wenn das Projekt Erfolg hat, wäre die Belohnung für eine frühe Anmeldung rund 130.000 Dollar wert. So präsentiert sich Initiative Q — laut eigener Darstellung von ehemaligen PayPal-Mitarbeitern vorangetrieben — und kursiert seit Monaten in Gruppen und Foren mit einem geschlossenen Einladungssystem. Der Köder ist verlockend, das Misstrauen auch: Sobald jemand seinen Link teilt, meldet sich jemand, der das Ganze mit einem Schneeballsystem vergleicht.

Der Mechanismus ist simpel, und genau deshalb zieht er an. Gefragt werden nur Name und E-Mail-Adresse, keine Kreditkarte, keine Zahlung, und jeder Nutzer erhält eine begrenzte Zahl von Einladungen zum Weitergeben. Je mehr Leute über deinen Link einsteigen, desto mehr Q reservierst du. Der zugeteilte Betrag, so die Warnung, schrumpfe mit jedem Tag. Es ist die alte Masche der künstlichen Verknappung, angewendet auf einen Vermögenswert, der noch nirgends gehandelt wird.

Was ist Initiative Q und warum wird es mit einem Schneeballsystem verglichen?

Das Projekt wird als Versuch verkauft, die in den fünfziger Jahren entworfenen Kreditkarten durch ein modernes Bezahlsystem mit eigener Währung zu ersetzen. Für den Start braucht es eine kritische Masse an Nutzern, daher die kostenlose Verteilung von Q. Das Problem: Die Belohnungsstruktur belohnt vor allem das Werben anderer. Manche erhielten E-Mails, die 15 zusätzliche Einladungen freischalten und die Reservierung von bis zu 777.300 zusätzlichen Q versprechen, wenn ihre Eingeladenen ihrerseits weitere Leute einladen und verifizieren.

Genau dieses Design — Bezahlung für das Anwerben neuer Teilnehmer, die wiederum mehr anwerben — löst die Alarmglocken aus. Der Verdacht auf ein Schneeballsystem zieht sich durch die gesamte Diskussion, auch wenn der Initiator es selbst mit Augenzwinkern zugibt: Er prahlt damit, sein Kontingent von 30 akzeptierten Schneeballbasen ausgeschöpft zu haben. Der Unterschied zu einem klassischen Ponzi-System: Bislang zahlt niemand Geld ein. Die Kosten sind eine E-Mail-Adresse und Geduld.

Die Rechnung, die aus einer E-Mail 130.000 Dollar macht

Das am häufigsten genannte Argument für die Anmeldung ist das der Opportunitätskosten: Wenn es nichts kostet und die Münze eines Tages etwas wert sein könnte, wäre Nichtanmelden der eigentliche Fehler. Die Wirtschaftsmodelle, die die Werbung selbst zitiert — ohne die Methodik zu erläutern —, beziffern den Wert der Anfangsbelohnung auf diese sechsstellige Summe. Es ist die Art von Zahl, die aus Neugier ein kleines kollektives Fieber macht.

Manche rechnen bereits ihr Millionärsglück durch: Eine der meist wiederholten Nachrichten handelt davon, 400.000 Q zu erreichen und sich davon „den gebrachten Fisch am Strand“ zu gönnen. Die Ironie kommt vor dem Optimismus, aber angemeldet wird sich trotzdem. Die vollständige Rechnung, wie viel die Q wert sein müssten, damit daraus etwas Real wird, unterschreibt allerdings niemand.

Von der Begeisterung zur Skepsis: Wie sich die Diskussion entwickelt

Die Diskussion beginnt mit einem offenen Eingeständnis des Geruchs: „sieht nach totaler Abzocke aus, aber hey, es ist gratis“. Von da an wiederholt sich das Muster kettenartig: Die einen hinterlassen ihren Link, die anderen registrieren sich mit dem darüber stehenden und posten ihren eigenen. Die Kette reißt ab, wenn jemand die Reihe überspringt, und selbst darüber wird scherzend kommentiert.

Mit den Tagen ändert sich der Ton. Es tauchen Rezensionen auf, die die Legitimität des Projekts anzweifeln, Videos, die es direkt als Betrug bezeichnen, und Fragen dazu, was nach dem Einladungszähler kommt. Die Sorge, dass irgendwann Geld zur Freischaltung des Kontos verlangt werden könnte, schwebt über mehreren Beiträgen. Niemand hat eine Antwort. Das Versprechen steht weiterhin, und die Münze auch — im Niemandsland.

Was mit deinen Q passieren kann: der tatsächliche Stand des Projekts

Zum Zeitpunkt dieser Diskussion ist Initiative Q keine Münze, die man kaufen, verkaufen oder eintauschen kann. Es ist eine Reserve künftiger Einheiten in einem Bezahlnetzwerk, das noch nicht in Betrieb ist. Der Wert von 130.000 Dollar ist eine Projektion, die davon abhängt, dass sich Millionen Menschen anschließen und das System zu einer dominierenden Zahlungsmethode wird. Ein Szenario, keine Tatsache.

Die Frage, die in der Luft bleibt, ist die übliche: Wenn das Geschäft so gut ist, warum wird es verschenkt? Wer das Projekt verteidigt, sagt, man kaufe damit kritische Masse. Wer misstraut, sagt, man kaufe etwas anderes. Währenddessen läuft der Einladungszähler weiter, und die E-Mail-Adresse, so oder so, war ja schon da.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (31 Antworten).

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