Der Seat Arona fällt beim Ausweichmanöver durch, das sein französischer Rivale schafft
Kann ein Auto, das sich in einem einzigen Monat 1.390 Mal verkauft, auf der Straße eine Gefahr sein? Der von km77.com veröffentlichte Elchtest stuft den Seat Arona laut den Teilnehmern der Diskussion unter die Modelle mit dem schlechtesten Fahrverhalten auf dem spanischen Markt ein. Beim Ausweichmanöver hält der kleine SUV der Marke aus Martorell die Spur nicht einmal bei Geschwindigkeiten, die andere Konkurrenten derselben Klasse mühelos bewältigen. Das Video, Anfang März 2018 veröffentlicht, zeigt, wie das Fahrzeug abrupt die Kontrolle verliert und den Fahrer zu Korrekturen zwingt, die kein durchschnittlicher Käufer in einer echten Situation hinbekäme.
Die Zahl, die wehtut: Im Februar 2018 beendete der Arona den Monat auf Platz 18 der Zulassungswerte mit 1.390 Einheiten. Das ist kein kommerzieller Misserfolg. Das ist ein Erfolg. Und genau dort beginnt das Unbehagen.
Was der Elchtest misst und warum der Arona scheitert
Das Ausweichmanöver simuliert ein abruptes Ausweichen: Der Fahrer dreht das Lenkrad erst auf eine, dann auf die andere Seite, bei steigender Geschwindigkeit, bis das Auto die Spur verliert. Hohe Fahrzeuge mit kurzem Radstand starten mit einem physikalischen Nachteil. Der hohe Schwerpunkt und eine weiche Abstimmung machen jede ruckartige Lenkbewegung zu einer schwer kontrollierbaren Lastverlagerung. Der Arona ist keine Ausnahme, aber sein Fall ist besonders auffällig, weil das Elektronische Stabilitätsprogramm nicht mit der Aggressivität eingreift, die man erwarten würde.
In der technischen Analyse zum Video wird ein schlechtes ESP-Management bemängelt. Während andere Hersteller das Fahrzeug kräftig abbremsen, um die Spur zurückzugewinnen, reagiert die Elektronik im Arona laut einem Teilnehmer zu spät und zu zögerlich. Das Ergebnis ist ein Auto, das mit einer Geschwindigkeit in das Manöver eingeht, die es beim Ausgang nicht halten kann. Die Schlussfolgerung ist unbequem: Das Fahrzeug scheitert nicht nur an der Physik, sondern auch an der Programmierung.
Der Vergleich, der den Arona abrutscht: PSA besteht
Der vernichtendste Kontrast kommt aus Spanien selbst. Der in Saragossa gebaute Citroën C3 Aircross und der ebenfalls im aragonesischen Werk produzierte Opel Mokka X bestehen denselben Test souverän, wie die im Thread verglichenen Videos zeigen. Es sind Fahrzeuge derselben Klasse, mit ähnlicher Höhe und vergleichbaren Preisen. Der Unterschied liegt nicht in der Kategorie: Er liegt in der Fahrwerksentwicklung und der elektronischen Kalibrierung.
Manche halten dagegen, der Test werde unter idealen Bedingungen auf perfektem Untergrund und ohne die Unregelmäßigkeiten einer echten Straße durchgeführt. Das stimmt. Es stimmt aber auch: Wenn das Auto im kontrollierten Szenario scheitert, wird es kaum besser abschneiden, wenn der Asphalt Schlaglöcher, Wasser oder Schlamm hat. Das Ausweichmanöver ist kein Streckentest: Es ist ein Test der Reaktion auf ein unerwartetes Hindernis. Und in diesem Szenario vermittelt der Arona kein Vertrauen.
Das Problem ist nicht nur die Fahrdynamik: Hartplastik und hoher Preis
Die Kritik erschöpft sich nicht im Kurvenverhalten. Der Innenraum des Arona wurde wegen der harten Kunststoffe kritisiert, mit einem Armaturenbrett, das an Zeiten erinnert, die die Industrie längst überwunden hatte, so die Kommentare im Thread. Die Marke verteidigt ihr Preis-Leistungs-Verhältnis, das angesichts der Materialien schwer zu halten ist. Der Arona teilt seine Plattform mit dem Ibiza, fügt aber Höhe und Gewicht hinzu, ohne die Verarbeitungsdefizite des Kleinwagens zu lösen.
Das Verkaufsargument ist bekannt: kleiner SUV, moderater Preis, Markenimage. Die Frage ist, wie viel von diesem Preis in Ingenieurskunst fließt und wie viel ins Marketing. Die koreanischen und japanischen Konkurrenten bieten Alternativen, die zwar nicht sportlich sind, aber die Stabilität bei einem Notfallmanöver nicht gefährden, wie einige Teilnehmer finden. Der Kia Stonic, der Mazda CX-3 und der Hyundai Kona spielen in derselben Liga – mit ehrlicheren fahrdynamischen Ergebnissen, immer nach diesen Meinungen.
Der Ansteckungseffekt: andere SUVs fallen durch denselben Test
Der Arona ist mit seinem Durchfallen nicht allein. Der Nissan Juke, seit seinem Erscheinen eine Referenz im Segment, hat beim Ausweichmanöver ebenfalls ein problematisches Verhalten gezeigt, mit Episoden, in denen der Reifen den Kontakt zur Felge verlor. Der Dacia Sandero Stepway, der SsangYong XLV und andere ähnliche Modelle haben dieselben Probleme, laut den zitierten km77-Tests. Die SUV-Mode hat eine Bauweise populär gemacht, die ohne gezielte Entwicklung die Stabilität beeinträchtigt.
Der Unterschied ist, dass manche Hersteller in den Ausgleich dieses physikalischen Nachteils durch Elektronik und Abstimmung investiert haben. Die PSA-Gruppe hat es getan. Volkswagen auch, beim Tiguan: Sein ESP greift so aggressiv ein, dass das Auto den Test fast in Zeitlupe beendet, wie im Thread beschrieben. Seat hingegen hat sich für eine Abstimmung entschieden, die den Komfort über die aktive Sicherheit stellt, so die Teilnehmer. Das Ergebnis ist ein Auto, das auf der Autobahn komfortabel und im Notfall verwundbar ist.
Was passiert, wenn das ESP nicht reicht
Die Elektronik ist nicht allmächtig. Das Stabilitätsprogramm greift ein, wenn es einen Spurverlust erkennt, aber es braucht eine klare Lenkanweisung des Fahrers. Entsteht der Kontrollverlust durch ein Eisfeld, einen Ölfleck oder einen Reifenplatzer, kommt das System zu spät. In diesem Szenario bemisst sich der Unterschied zwischen einem Auto mit gutem Fahrwerk und einem, das auf den elektronischen Flickwerk angewiesen ist, in Bremsmetern und in der Wahrscheinlichkeit eines Drehs.
Der Arona ist nicht das schlechteste Auto der Welt. Wahrscheinlich nicht einmal das schlechteste auf dem spanischen Markt, wenn man ihn mit Einstiegsmodellen anderer Marken vergleicht. Aber in seinem Segment und zu seinem Preis macht die Kombination aus knapp ausreichender Stabilität, spartanischem Innenraum und konservativer Elektronik seine Position schwer verteidigbar. Die 1.390 Käufer des Februar haben den km77-Test nicht gelesen. Oder doch – und es war ihnen egal.
Am Ende lautet die Frage nicht, ob der Arona schlecht ist. Die Frage ist, wie viele dieser 1.390 Fahrer wissen, was ihr Auto tun würde, wenn auf einer Landstraße mit Gegenverkehr ein Hund bei 90 km/h über die Fahrbahn läuft.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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