Wozu Gas und Öl, wenn Spanien einen Schatz hat?

Kann Spanien auf Gas und Öl verzichten? Die Datenanalyse zeigt, dass erneuerbarer Strom nicht reicht: Düngemittel und Industrie hängen weiterhin von fossilen Brennstoffen ab.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien und der Mythos der 100 % erneuerbaren Energien: Was die Energiedebatte verschweigt

Mitten in einer Kältewelle hat Spanien weiterhin die teuerste Stromrechnung Europas. Dennoch zeigen aktuelle Daten, dass erneuerbare Energien zu bestimmten Tageszeiten bis zu 80 % des Strombedarfs gedeckt haben. Bedeutet das, dass Spanien auf Gas und Öl verzichten kann? Die Analyse der Zahlen und Argumente zeigt, dass die Energiewende nicht so einfach ist.

Strom ja, aber was ist mit dem Rest?

Der Optimismus der Erneuerbaren beruht auf einer realen Zahl: Im vergangenen März erzeugten Wind- und Solarenergie an mehreren Tagen mehr als 80 % des Stroms. Die Prognose besagt, dass dies 2030 der Durchschnitt sein wird und vor 2040 mit massivem Batterieausbau 100 % erreicht werden. Allerdings macht Strom nur etwa ein Viertel des gesamten Energieverbrauchs aus. Schifffahrt, Luftfahrt, die Petrochemie und vor allem die intensive Landwirtschaft hängen von fossilen Brennstoffen ab. Ohne Schwefel gibt es keine Elektrifizierung, wie in der Debatte angemerkt wurde, und auch die Herstellung von Solarmodulen und Turbinen benötigt Öl und Gas.

Die Achillesferse der Erneuerbaren: Düngemittel

Der kritischste Punkt ist die Lebensmittelproduktion. Stickstoffdünger wird aus Erdgas hergestellt, und die sogenannte „grüne Revolution" ermöglichte es, 8 Milliarden Menschen zu ernähren. Ohne diese Düngemittel würde die landwirtschaftliche Produktion drastisch sinken. Manche plädieren für die Rückkehr zu Mist und organischem Dünger, doch die Belege zeigen, dass dies nicht ausreichen würde, um die heutige Bevölkerung zu ernähren. Die Nachricht über die Düngemittelkrise in Indien, mit Rationierung und Hungergefahr, veranschaulicht die Folgen dieser Abhängigkeit. Demgegenüber setzen die Verfechter der Erneuerbaren auf Technik: Künstliche Intelligenz, die neue Materialien entwickelt, und Kernfusion als Lösung der Zukunft. Doch diese Versprechen prallen an der Realität ab, dass die materiellen Ressourcen begrenzt sind.

Die offene Frage ist, ob der von Elon Musk versprochene Überfluss (Roboter, billige Energie, das Verschwinden der Arbeitskosten) eintrifft, bevor die Engpässe bei Phosphat und Lithium uns ins 19. Jahrhundert zurückwerfen. Die Debatte ist nicht entschieden, und die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, ob Spanien seinen erneuerbaren Schatz in echte Energiesouveränität verwandeln kann – oder ob, wie die Skeptiker warnen, der Blackout nicht am fehlenden Sonnenlicht liegt, sondern an fehlenden Materialien.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (55 Antworten).

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