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Schwarzer September: Jordanien vertreibt die PLO 1971
Jordanien vertrieb die PLO im Juli 1971 nach monatelangem Krieg: 600 tote Jordanier und Tausende palästinensische Opfer. Die Debatte über Flüchtlinge, die den Fall neu aufrollt.
Schwarzer September: Der Krieg, den Jordanien gegen die PLO gewann
Im September 1970 befahl König Hussein von Jordanien seiner Armee, eine Offensive gegen die Guerillaorganisationen der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) zu starten, die von seinem Territorium aus operierten. Die Operation begann am 17. September und was nur wenige Tage dauern sollte, wurde zu einem Abnutzungskrieg, der erst im Juli 1971 endete, als die PLO endgültig aus dem Land vertrieben wurde und sich im Libanon neu formierte. Der als Schwarzer September bekannte Vorfall forderte rund 600 tote Jordanier und mehr als 1.200 Verletzte, während die palästinensischen Verluste in die Tausende gingen, ohne dass eine genaue Zahl bestätigt wurde.
Die Diskussion, die den Fall in diesen Tagen wieder aufgerollt hat, stützt sich auf eine Tatsache, die oft außerhalb der üblichen Darstellung bleibt: Von allen Anrainerstaaten, die nach 1948 palästinensische Flüchtlinge aufnahmen, war nur das Königreich Jordanien bereit, ihnen die Staatsbürgerschaft zu verleihen. Libanon, Syrien und Ägypten hielten die ihren in Lagern oder unter Militärverwaltung. Dieser Gegensatz zwischen formeller Aufnahme und späterem Konflikt ist die Achse, um die sich alles andere dreht.
Was die jordanische Offensive von 1970 auslöste
Die Beziehungen zwischen Amman und der PLO hatten sich in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre aus zwei Gründen verschlechtert, die sich gegenseitig verstärkten. Erstens: Die Angriffe der Guerilla gegen Israel, die vom jordanischen Boden aus gestartet wurden, provozierten israelische Vergeltungsschläge großen Ausmaßes gegen Jordanien, das die Zeche für einen Krieg zahlte, den es nicht führte. Zweitens: Die PLO beabsichtigte, im Norden des Landes einen Staat im Staate aufzubauen, mit eigenen Machtstrukturen um Amman und Irbid.
Der Punkt ohne Wiederkehr war Anfang September 1970 erreicht, als die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) drei westliche Flugzeuge entführte und sie zwang, auf einem verlassenen Luftwaffenstützpunkt im Norden Jordaniens zu landen. Die Passagiere überlebten, aber die Maschinen wurden am 12. September vorsätzlich zerstört, in einer für die Medien inszenierten Aktion. Für den Hof Husseins bewies dies etwas Unangenehmes: Der König kontrollierte sein eigenes Land nicht.
Fünf Tage später befahl er die Offensive. Die Zahlen der Auseinandersetzung erklären, warum sie ins Stocken geriet: 70.000 jordanische Soldaten mit schweren Waffen gegen etwa 12.000 reguläre PLO-Kämpfer und 30.000 Milizionäre mit leichten Waffen. Die materielle Überlegenheit führte nicht zu einem schnellen Sieg. Der palästinensische Widerstand und mehrere jordanische taktische Fehler verwandelten die Operation in ein monatelanges Ringen, das sich auf den Norden des Landes konzentrierte.
Die syrische Intervention und der Putsch von al-Assad
Am 19. September 1970 entsandte Syrien Panzer und Truppen zur Unterstützung der PLO. Die jordanische Luftwaffe schlug den Einfall schließlich zurück, ein militärischer Umschwung, der das Gleichgewicht vor Ort veränderte und direkte Folgen in Damaskus hatte. Der syrische Verteidigungsminister Hafez al-Assad nutzte die innere Zermürbung, die der Schwarze September verursachte, um am 13. November 1970 durch einen unblutigen Staatsstreich die Macht zu ergreifen.
Der Abzug der PLO in den Libanon schloss die Akte nicht, sondern öffnete sie in einem anderen Land neu. Die verlegten palästinensischen Kräfte wirkten als Katalysator für den libanesischen Bürgerkrieg (1975-1990) und die spätere israelische Invasion im Libanon 1982. Der Name Schwarzer September blieb auch mit einer gleichnamigen bewaffneten Gruppe verbunden, zu deren Anschlägen das Massaker an israelischen Athleten bei den Olympischen Spielen in München 1972 gehörte.
Der Kontext der Flüchtlinge: Wer die Staatsbürgerschaft verlieh und wer nicht
Nach dem Ende des Britischen Mandats für Palästina und dem Exil von mehr als 800.000 Palästinensern während des Krieges von 1948 ließen sich die Vertriebenen in Lagern im Libanon, in Syrien und in Jordanien nieder. Die UNRWA unterstützte sie, aber mit der Zeit geriet ein beträchtlicher Teil der Flüchtlinge unter den Einfluss der Fedajin. Die Agentur selbst hatte ihre ursprünglichen Verpflichtungen zur Rückführung und Neuansiedlung weitgehend aufgegeben.
Die Zahlen der Hilfe zeichnen ein prekäres Bild. Nach 1967 wandte die Agentur nur 13 Dollar pro Flüchtling und Jahr auf, was in der Praxis einer Ernährung ohne Fleisch, Obst und Gemüse mit etwa 1.500 Kalorien täglich als Basis entsprach. Dieser Cocktail – anhaltende Prekarität, fehlende politische Perspektive und bewaffnete Organisationen, die Identität und Arbeit boten – erklärt besser als jede Parole, warum die Milizen leicht unter der Lagerbevölkerung rekrutierten.
Was heute über die Rolle Jordaniens diskutiert wird
Die Angelegenheit ist zu einem interpretativen Schlachtfeld geworden. Eine Strömung vertritt die Auffassung, der Fall beweise ein Muster: Länder, die palästinensische Flüchtlinge aufnehmen, zahlten am Ende einen hohen Sicherheitspreis, und nennt den Libanon als zweites Beispiel. Die Gegenposition weist darauf hin, dass Jordanien nicht die Palästinenser vertrieben habe, sondern die PLO, und dass heute zwei Millionen Palästinenser mit jordanischer Staatsbürgerschaft im Land leben. Die Unterscheidung zwischen Flüchtling und Milizionär ist die Linie, die beide Lesarten trennt.
Es gibt einen dritten Argumentationsstrang, der den Fokus auf den Kalten Krieg verschiebt. Dieser Lesart zufolge nutzte die UdSSR die Palästinenser nach dem Sechstagekrieg als Instrument zur Destabilisierung im Nahen Osten, und die PLO habe Unterstützung in den kommunistischen Regierungen Osteuropas gehabt. Der rumänische Überläufer Ion Mihai Pacepa, ehemaliger Chef der Securitate, behauptet in seinen Memoiren, der sowjetische Apparat habe einen Teil dieser Strategie entworfen und finanziert. Es ist eine These mit eigener Quelle, keine gesicherte Tatsache, und so sollte sie gelesen werden.
Das Detail, das fast alle verblüfft: Der Krieg endete im Juli 1971, aber die PLO verschwand nicht. Sie wechselte ihren Standort. Und das Land, das sie aufnahm, zahlte den Preis während fünfzehn Jahren Bürgerkrieg.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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