Mythos um sechs Millionen in syrischem Massengrab

Die Behauptung, Assad habe sechs Millionen Menschen in einem Grab getötet, ist physikalisch unmöglich. Syriens Bevölkerungszahl widerspricht der Zahl.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Mythos um sechs Millionen in syrischem Massengrab
Mythos um sechs Millionen in syrischem Massengrab

Die Zahl kursiert mit einer Hartnäckigkeit, die sie zu einer journalistischen Eigenart macht: Sechs Millionen vom Regime Baschar al-Assads ermordete und in einem einzigen Massengrab bestattete Menschen. Die runde, vertraute Zahl tauchte erneut im Zusammenhang mit Berichten über ein in Syrien entdecktes Grab auf. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Der Vergleich mit dem Holocaust, die Berechnung des unmöglichen Aushubs und die Frage, warum es immer sechs sind. In einem Land mit etwa 17 bis 18 Millionen Einwohnern scheitert die Arithmetik von selbst.

Woher die Zahl stammt und warum sie sich wiederholt

Der ursprüngliche Bericht sprach von einem Massengrab in Syrien mit Zehntausenden Leichen. Irgendwo in der Verbreitungskette veränderte sich die Angabe. Medien hätten eine Schwäche für Vielfache von sechs, so das Argument: sechs Millionen, hunderttausend, zehntausend. Es ist ein Muster, das sich in sehr unterschiedlichen Berichterstattungen wiederholt und den Verdacht nährt, dass die Zahl aufgrund ihrer symbolischen Wirkung und nicht wegen ihrer Verifizierung gewählt wird.

Die physikalische Berechnung ist das erste Hindernis. Ein Grab mit sechs Millionen Leichen erfordert ein Erdvolumen, das kein Satellit übersehen hätte. Die Frage, wie viele Bagger nötig wären, um ein solches Loch auszuheben, und warum kein Beobachtungssystem dies erkannt hat, wird am häufigsten gestellt. Die Antwort, die niemand mit Zahlen liefert, lässt die Angelegenheit offen.

Der fehlende Kontext: Wer regiert und wer informiert

Die Diskussion driftet schnell ins Geopolitische ab. Es wird behauptet, das Ziel dieser Berichte sei es, Assad als Monster und seine Gegner als Freiheitskämpfer darzustellen, obwohl einige dieser Gegner eine Geschichte haben, die keiner genauen Prüfung standhält. In dieser Erzählung dient die Zahl als sarracena Alibi.

Es gibt eine Strömung, die weiter geht und auf das Grundmuster hinweist: Das Publikum ist numerisch illiterat. Man kann jede Zahl nennen, weil niemand sie überprüft, und wenn sie zudem ideologische Trigger aktiviert, umso besser. Die sechs Millionen sind in dieser Lesart die Fetischnummer schlechthin, die keinen Beweis braucht, weil sie bereits mit emotionaler Ladung versehen ist.

Das Problem der Überprüfung und das Mediengesetz

Die schwebende Frage lautet, warum solche Zahlen nicht öffentlich korrigiert werden. Erwähnt wird das neue Mediengesetz, das Content-Ersteller mit einer bestimmten Anzahl von Abonnenten zur Korrektur verpflichtet. Dabei wird die Paradoxie hervorgehoben: Dieselben Personen, die von anderen Korrekturen verlangen, praktizieren diese nicht, wenn der Fehler ihnen selbst unterläuft. Die Schlussfolgerung ist, dass die Überprüfung selektiv erfolgt.

Der Fall illustriert einen breiteren Mechanismus. Eine unmögliche Zahl wird veröffentlicht, vervielfältigt und zum gesunden Menschenverstand erklärt. Wenn jemand nach Aufschlüsselung fragt, ist die Antwort keine Aufschlüsselung, sondern eine Herabsetzung. Und die Zahl verrichtet derweil ihre Arbeit.



Das Problem ist nicht, dass an der Zahl gezweifelt wird. Das Problem ist, dass die Zahl so konzipiert wurde, dass Zweifel daran als Verbrechen gilt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (163 Antworten).

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