Schöne neue Welt und 1984 meistzitierte Bücher

Aldous Huxleys "Schöne neue Welt" und Orwells "1984" dominieren die Liste der Lieblingsbücher. Dystopien mischen sich mit Klassikern, Sachbüchern und Science-Fiction.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Schöne neue Welt und 1984 meistzitierte Bücher
Schöne neue Welt und 1984 meistzitierte Bücher

Ein Leser erinnert sich daran, wie er als Fünfzehnjähriger ein Buch seines älteren Bruders auslieh, das dieser von der Schule hatte, und schließlich das gesamte Werk des Autors las. Ein anderer gesteht, seit Jahren jeden Sommer dasselbe Buch während des Mittagsschlafs zu lesen. Gefragt nach ihrem besten Buch – oder genauer gesagt, dem Buch, das ihnen am meisten am Herzen liegt –, haben sich viele Leser auf eine Handvoll Titel geeinigt: Dystopien über Totalitarismus, Abenteuerromane und politische Essays. Die Frage schien harmlos. Die Antworten waren es nicht.

Dystopien gegen Totalitarismus: die häufigsten Titel

Zu den am häufigsten genannten Werken gehören Schöne neue Welt von Aldous Huxley und 1984 von George Orwell. Das ist kein Zufall: Ein großer Teil der Liste dreht sich um dasselbe Thema. Ein Leser erzählt, dass er das Buch in jungen Jahren las und merkte, wie sich „etwas in seinem Kopf bewegte“, und behauptet, es sollte Pflichtlektüre für jeden Teenager sein, „um sich vor jedem Anflug von Totalitarismus zu schützen“. Andere beschreiben es als weit mehr als nur ein Buch und als eine Art Meditationsübung.

Der politische Aspekt beschränkt sich nicht auf Fiktion. Auch Friedrich Hayeks The Road to Serfdom, Bertrand de Jouvenels Über die Macht, Eric Hoffers Der wahre Gläubige und Henry David Thoreaus Ziviler Ungehorsam tauchen auf. Das Muster ist klar: Wer diese Titel wählt, sucht keine Flucht, sondern Schutz. Die Dystopie funktioniert hier als Handbuch zur Selbstverteidigung.

Von Sinuhe bis zur Science-Fiction: Der Roman als Zufluchtsort

Der zweite Block ist rein narrativ. Noah Rellenitons Der Medicus und Mika Waltaris Sinuhe der Ägypter erscheinen – ein Werk, das damit beginnt, dass der Protagonist selbst eingesteht, er schreibe für sich allein, müde der Götter und Pharaonen. Daneben sammelt John Keneallys Die Konspiration der Narren (im Original: A Confederacy of Duncles) treue Anhänger, die es in Papierform, als PDF und ePub besitzen, und jemand scherzt sogar, einen Sklaven bitten zu wollen, es ihm als Hörbuch vorzulesen.

Auch Science-Fiction hat ihren Platz: Daniel Keyes’ Blumen für Algernon und Die Haarflechter (Hairweavers), dessen überraschendes Ende ein Leser besonders hervorhebt. Ein anderer gesteht, unfähig zu sein, nur einen einzigen Titel zu wählen: Er entscheidet sich für zehn.

Wissenschaft, Geschichte und sogar Selbsthilfe: Sachbücher mischen sich ein

Nicht alles ist Fiktion. Bill Brysons Eine kurze Geschichte von fast allem öffnet die Tür zur populärwissenschaftlichen Literatur, gefolgt von Serendipity über zufällige Entdeckungen in der Wissenschaft und Giulio Carlo Argans Moderne Kunst. Manche fügen einen Weltgeschichtlichen Atlas hinzu und warnen, dass dieser gewisse Vorkenntnisse erfordert.

Ideologisch geprägte Essays vervollständigen das Bild: Nassim Nicholas Talebs Antifragile, Richard Dawkins’ Das egoistische Gen und Robert Greenes Die 48 Gesetze der Macht. Selbsthilfe-Literatur taucht mit Jordan Petersons 12 Regeln fürs Leben auf. Und unter den spanischen Klassikern finden sich Tomás de Samaniegos Fabeln und Don Juan Manuels El conde Lucanor.

Der spanische Klassiker und der Ausbruch

Die schulische Erinnerung erscheint eher als Trauma denn als Berufung. Ein Leser erzählt, er habe das Lesen gehasst, weil man ihn in der Schule „auf super nützliche und intelligente Weise“ mit dem Cantar de Mio Cid im Altspanischen konfrontierte; erst ein Abenteuerroman Jahre später weckte seine Leidenschaft wieder.

Und natürlich mischt sich auch Politik durch die Hintertür ein. Zwischen ernsthaften Empfehlungen taucht als Augenzwinkern ein „Handbuch des Widerstands“ auf, das dem spanischen Ministerpräsidenten zugeschrieben wird. Es ist das einzige Zugeständnis an billigen Witz in einer Liste, in der sich die meisten häufig zitierten Titel in etwas ziemlich Ernstem einig sind: Sie alle warnen vor demselben.

Das beste Buch, laut einem Leser, schrieb er selbst

Denn das ist die verblüffende Tatsache. Als die Liste mit Huxley und Orwell an der Spitze abgeschlossen zu sein schien, antwortete jemand ohne Scheu: Sein bestes Buch sei eines, das er selbst geschrieben habe, und er meine das „buchstäblich“. Keine Dystopie kann damit konkurrieren.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (145 Antworten).

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