Schafsmilch aus der Packung: 1,20 € und doppelt so viel Kalzium wie Kuhmilch

Teilentrahmte Schafsmilch für 1,20 € pro Liter mit dem doppelten Kalzium- und Phosphorgehalt von Kuhmilch: wo es sie zu kaufen gibt und warum sie außerhalb von Zamora in Spanien schwer zu finden ist

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Schafsmilch aus der Packung: 1,20 € und doppelt so viel Kalzium wie Kuhmilch

Eine Packung teilentrahmte Schafsmilch einer Marke aus Zamora in Spanien, für 1,20 Euro pro Liter, hat etwas ans Licht gebracht, das der Supermarktregal seit Jahrzehnten verbirgt: Im Mittelmeerraum wurde mehr Schafs- und Ziegenmilch getrunken als Kuhmilch – und das nicht aus Mangel an Alternativen. Die Marke heißt Gaza, gehört Ganaderos de Zamora, und ein Kunde entdeckte sie in einem Alcampo-Markt. Was als Kaufneugier begann, endete in einem Etikettenvergleich: fast das Doppelte an Phosphor, Kalzium und Eiweiß gegenüber Kuhmilch.

Der Fund ist nicht gering zu schätzen. Die teilentrahmte Schafsmilch dieses Unternehmens weist einen Fettgehalt von 1,6 % aus – eine Angabe, die jeden überrascht, der das Rohprodukt kennt. Auf einem Hof mit eigenem Viehbestand liegt der Fettgehalt von Schafsmilch in guten Zeiten zwischen 7 % und 7,5 %. Zu viel, um sie pur zu trinken, sind sich alle einig, die damit arbeiten. Erst das Entrahmen auf die Textur von Kuhmilch macht ein Produkt mit diesem Nährstoffprofil trinkbar.

Was Schafsmilch kostet und wo man sie kaufen kann

Der Preis sorgt für die größte Aufregung. 1,20 Euro pro Liter in einem Hypermarkt, während sie anderswo nicht unter 2,50 Euro fällt – und der Landwirt für die an Käsereien gelieferte Milch im Ursprung ungefähr denselben Betrag pro Liter erhält. Die Rechnung geht nicht auf: Die Marge des Erzeugers und der Endpreis liegen fast beieinander, dazwischen sitzt der Handel. Manche fassen es sarkastisch zusammen: Die Milch, die beim Verbraucher ankommt, scheint immer stärker gestreckt als die, die den Hof verlässt.

Der Vertrieb ist die zweite Hürde. Die Marke gibt es bei Alcampo, Carrefour und Hipercor, aber außerhalb von Zamora ist sie schwer zu finden, und in Barcelona oder im Baskenland muss man in Fachgeschäften suchen. Auch der Name hilft nicht: So mancher dachte zuerst an den Gazastreifen und nicht an die kastilische Provinz. Ein antiverkaufsfördernder Effekt, der aus der Distanz betrachtet auch seine gute Seite hat – für alle, die in der Gegend den Sommer verbringen.

Warum Schafsmilch besser verdaulich ist als Kuhmilch

Das am häufigsten genannte Argument ist die Verträglichkeit. Eine Familie mit einer Dreijährigen, die ihre Frühstücke mit Kuhmilch erbrach, wechselte auf diese Milch, und das Problem verschwand. Das ist kein klinischer Test, nur ein Fall aus dem Alltag, aber es passt zu der Annahme, dass Schafsmilch besser verdaulich ist. Die Marke selbst betont das, und wer sie trinkt, bestätigt es.

Dazu kommt das Nährstoffprofil. Das Doppelte an Kalzium und mehr als das Doppelte an Phosphor gegenüber Kuhmilch, dazu mehr Eiweiß. Für alle, die wenig Milch trinken, ist die Rechnung einfach: weniger Volumen, mehr Nährstoffe pro Schluck. Und ein milderer Geschmack als Ziegenmilch, so das direkte Urteil derer, die beide probiert haben.

Von der Packung bis zur Labmilch: Verwendung in der Küche

Schafsmilch ist nicht nur zum Trinken da. Roh wird sie auf dem Markt zur Herstellung von Labmilch (Cuajada) gekauft, mit so viel Sahne obendrauf, dass man Butter daraus schlagen könnte. Auch aus der Packung funktioniert es: ein Päckchen Lab, und das Ergebnis gelingt, so die Erfahrung derer, die es ausprobiert haben. Außerdem wird sie zur Herstellung von Kefir verwendet, gemischt mit Kuhmilch.

Der französische Vergleich liegt auf der Hand: Labmilch gibt es jenseits der Pyrenäen unter dem Namen Caillé, in Varianten aus Kuh- und Schafsmilch mit Vanillearoma. Das Produkt ist keine iberische Kuriosität, sondern eine Tradition, die hier im Milchregal verloren gegangen ist.



Bleibt die Frage, die niemand beantwortet: Wenn das Produkt besser ist, nährstoffreicher und für 1,20 Euro zu haben – warum ist es dann immer noch eine Ausnahme im Regal? Die Antwort liegt eher in der Logistik und im Namen als in der Qualität. Und in einer Provinz, die erstklassige Chorizo, Käse und Hülsenfrüchte hervorbringt und die, läge sie in einem anderen Breitengrad, andere Werbung und andere Preise hätte.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (25 Antworten).

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