Santander-Lebensrente: 100.000 € für nur 200 € monatlich

Eine Santander-Lebensrente erstattet das Kapital erst beim Tod zu 101 %. Für 100.000 € gibt es knapp über 200 € im Monat bei Risiko 3 von 7.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Santander-Lebensrente: 100.000 € für nur 200 € monatlich
Lebensrente: Das 101 % des Kapitals wird erst beim Tod zurückerstattet

Ein Rentnerpaar verlässt die Filiale mit einer Broschüre und dem Gefühl, den Ruhestand abgesichert zu haben. Sie haben 120.000 Euro in eine von Santander vertriebene Lebensrente investiert, ein Produkt der Seguros Santander, das an spanische Staatsanleihen gekoppelt ist und etwas mehr als 200 Euro pro Monat für jede eingezahlte 100.000 Euro zahlt. Die Erben, einschließlich des überlebenden Ehepartners, erhalten 101 % des Anfangskapitals. Es klingt nach einer sicheren Rente. Der unangenehme Detail ist wann.

Der Reiz liegt nicht in der Rendite, sondern im Komfort: Geld, das man nicht braucht, das man nicht antasten will und das jeden Monat ohne Aufregung auf dem Konto eingeht. Die sich aufdrängende Frage lautet, zu welchem Preis diese Ruhe gekauft wird und wer die Differenz behält. Denn die Differenz existiert und ist erheblich.

Was ist die RAV 101 Lebensrente und was steht im KID, das ihnen nicht gesagt wurde?

Das Basisinformationsblatt (KID), das laut dem Autor des Threads nicht zusammen mit dem Angebot übergeben wurde, beschreibt ein Produkt mit einer empfohlenen Haltedauer von 27 Jahren, einem Einstiegsalter von 65 Jahren und einem Risiko von 3 auf 7. Tatsächlich handelt es sich um zwei zusammengesetzte Teile: eine Leibrente und eine einmalige Lebensversicherung. Die Zahl für eine vorzeitige Rückzahlung fehlt in den kommerziellen Prospekten, und genau dort liegt der Knackpunkt, immer noch laut dem Thread-Autor: Das einzige wirklich Garantierte ist, das Geld bis zum Tod nicht anzutasten.

Das Risiko 3 hat seine Logik. Es gibt keine Einlagensicherung, die diesen Vertrag abdeckt. Wenn der Versicherer in Schwierigkeiten gerät, würde der Schutz über einen Konsortium erfolgen, wobei Zweifel an dessen Fähigkeit bestehen, alle Versicherten zu bedienen.

Die Zahlen: 200 Euro im Monat gegenüber 829 Euro Dividenden

Hier verliert das Produkt sein Gesicht. Im Umlauf befindet sich eine Berechnung aus dem Thread, die die 400 Euro monatlich, die zwei Renten von je 100.000 Euro bringen würden, mit den netto 829 Euro im Monat vergleicht, die dieselben 200.000 Euro in einer britischen Tabakfirma abwerfen würden, mit netto 10.023 Dollar jährlich. Der Vergleich hat einen Haken – diese Dividenden schwanken und sind steuerpflichtig –, aber er hinterlässt eine schwer zu rechtfertigende Lücke für jemanden, der nur auf den monatlichen Beleg schaut.

Auch die Tabelle des KIDs selbst hilft nicht weiter, laut der Analyse im Thread: 7.559 Euro Ertrag über 27 Jahre, ohne Aufschlüsselung der tatsächlichen Rendite auf das Investierte. Wer 10.000 Euro einzahlt, bräuchte 30 Jahre, nur um den Nominalwert zurückzubekommen. Mit 30-jährigen Anleihen zu 3 % und reinvestierten Kupons läge die Endsumme bei etwa 24.000 Euro. Die Bank, so das Argument, behält diese Differenz ein.

Kann man Staatsanleihen kaufen, ohne die Filiale aufzusuchen?]

Ja, und dies ist das Argument, das die Verkäufer am meisten stört. Das Schatzamt ermöglicht den Kauf spanischer Schulden online unter Wahl der Laufzeit, ohne Filialbesuch oder Unterschrift eines lebenslangen Vertrags. Für Skeptiker des spanischen Emittenten werden US-Staatsanleihen mit 4 % genannt, deren Kapital durch die Regierung gedeckt ist. Und für den kurzen Zeitraum werden Einlagen von 1 bis 5 Jahren mit bis zu 3,28 % erwähnt.

Das Hindernis ist kein Produktproblem, sondern eine Gewohnheit. Zwanzig Minuten Online-Formular konkurrieren nicht mit einer halbstündigen Unterhaltung in einer Filiale, in der man seit Ewigkeiten Kunde ist.

Der Basiswert: Spanische Schulden, Gebühren und wer die Rechnung zahlt

Das Geld schläft nicht: Es wird in Staatsanleihen investiert. Wenn die Anleihe performt und die Zinsen mitspielen, sind alle zufrieden; wenn sich das Papier verschlechtert, spürt der Inhaber es und der Erbe auch. Eine Umschuldung dieser Anleihen ist nicht das Hauptszenario, aber sie wird undenkbar, wenn sich die Politik der Zentralbank ändert: Es wird behauptet, dass die EZB aufgehört hat, neue Schulden zu kaufen, und nur Fälligkeiten erneuert, was den Sektor dazu drängen würde, was früher ihre Bilanz absorbierte, nun an Privatkunden zu verkaufen.

Es bleibt eine harte Realität, laut dem Thread-Autor: Die Inflation, verstanden als Wachstum der Geldmenge, frisst seit Jahrzehnten die Renditen der Anleihen. Die 4 % p.a. der alten Lebensrenten waren üppig; die gut 2 % dieser neuen Produkte sind es weniger.

Niemand bestreitet die Befugnis: Es ist ihr Geld und sie machen damit, was sie wollen. Diskutiert wird, dass ein Drittel des Finanzvermögens in lebenslange Produkte fließt, deren Basiswert Schulden desselben Landes sind, von dem auch die Rente und das System abhängen. Eine Anekdote eines Teilnehmers zum Abschluss: Die Lebensrente seiner verstorbenen Eltern wurde problemlos ausgezahlt, exakt 101 %. Die Aktien, die bei derselben Bank lagen, kosteten einen Rechtsstreit, eine Beschwerde beim Banco de España und Monate der Sperrung. Der sichere Teil war die Rente.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (45 Antworten).

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