Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Santander bei 1,85 €: Verdopplung oder Kapitalerhöhung Nr. 49
Die spanische Großbank Banco Santander meldete mit 10.798 Mio. Euro ihren ersten Verlust der Geschichte und zahlte eine Aktiendividende von 0,10 Euro auf Tiefständen seit 1992.
Santander: Verdopplung in zwei Jahren oder die 49. Kapitalerhöhung
Eine hartnäckige Wette kursiert: Kaufen Sie Banco Santander zu 1,85 Euro und warten Sie zwei Jahre. Die These besagt, dass sich der Kurs in dieser Zeit verdoppeln sollte. Dies ist keine Übung aus dem Lehrbuch, sondern eine Mischung aus gedrücktem Preis, erwarteten europäischen Geldern und der Überzeugung, dass eine systemrelevante spanische Bank nicht scheitern kann. Im selben Gespräch gestand ein anderer Anleger, 30.000 Aktien zu 1,87 Euro gekauft zu haben, ohne Verkaufsabsicht.
Bisher hat der Markt den Käufern in diesen Zonen nicht recht gegeben. Das Institut handelte zeitweise bei 1,767 Euro, Niveaus wie zuletzt 1992, und schloss die Sitzung mit einem Anstieg von 2,68 %. Da auch BBVA und Telefónica auf Mehrjahrestiefs notieren, lädt das Bild des Sektors nicht gerade zum Optimismus ein.
Erste Verluste in der Geschichte
Der Schlag kam mit den Zahlen. Die Bank verbuchte im ersten Halbjahr Verluste von 10.798 Millionen Euro, die ersten ihrer Geschichte, ausgelöst durch Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte von Tochtergesellschaften und latente Steueransprüche. Diese Zahl wurde bekannt, als der Kurs seit Juni bereits 30 % eingebrochen war – ein Absturz, den manche als Chance, andere als Bestätigung struktureller Probleme lasen.
Was Aktionäre am meisten beunruhigte, war nicht die Summe, sondern die Verteilung des Schadens. Das Institut kündigte für 2019 eine Vergütung in Aktien von 0,10 Euro an, also eine Dividende in Papier statt in Cash. Befürworter führen dies auf regulatorische Verbote von Barzahlungen zurück. Kritiker nennen es eine verdeckte Kapitalerhöhung. Eine oft wiederholte Rechnung: Steht die Aktie bei zwei Euro, bedeutet die Zahlung von zehn Cent in Aktien eine Verwässerung von rund 5 %, nur um diese „Lächerlichkeit“ zu finanzieren.
Wie viele Kapitalerhöhungen hat Santander durchgeführt?
Als Warnung dient die Zahl 48 Kapitalerhöhungen seit 2009. Mit der neuen Aktienzahlung steigt die Bilanz auf 49. Für Langfrist-Anleger ist dies das unangenehmste Argument: Eine Aktie, die immer wieder verwässert wird, kann ihren Kurs erholen, aber nie den investierten Wert, da mehr Papiere denselben Kuchen teilen.
Manche behaupten, Santander sei „too big to fail“, was Aktionäre schütze. Gegenanalysen sagen das Gegenteil: Solche Banken schützen das System, nicht die Anteilseigner. Das Beispiel General Motors zeigt dies: Gerettet und als „neue GM“ wiedergeboren, während die alte Gesellschaft und ihre Aktionäre verloren gingen. Auch bei IAG stehen Minderheitsaktionären vor einer kaum rückgängig zu machenden Verwässerung.
Zählen Fundamentaldaten oder bestimmt die Zentralbank?
Hier spaltet sich die Analyse. Die eine Seite betont, dass Käufe aus Gründen außerhalb des Unternehmens – Rettungen, Staatsgeld, Geopolitik – Glücksspiel sind. Die andere antwortet klar: Bilanzen zählen wenig; Kurse bewegen sich nach Entscheidungen der Fed oder EZB. Wenn die Institution in Frankfurt den Sektor stützt, ist alles andere sekundär.
Nützlich ist der Vergleich mit Tech-Firmen. Wenn angemerkt wird, dass ein Elektroauto-Hersteller Verluste macht, lautet die Antwort, dass jüngste Ergebnisse positiven Cashflow und Gewinne zeigten, während traditionelle Marken in die roten Zahlen rutschten. Die Lehre: Labels altern schlecht, Vorurteile werden selten aktualisiert.
Das Präzedenzfall Banco Popular und fliehendes Geld
Die düstere Referenz bleibt die Abwicklung der Banco Popular, bei der Aktionäre alles verloren, obwohl das Institut noch Eigenkapital hatte. Die Operation wird pauschal als illegal bezeichnet; relevante Investoren wollen dies nicht hinnehmen. Es beweist: „Systemrelevant“ beruhigt Einleger, nicht Eigentümer.
Dazu kommt ein menschlicher Faktor: Wer zu sechs Euro kaufte und jetzt zu zwei verkauft, handelt selten strategisch, sondern überlebt Arbeitslosigkeit und unbezahlte Leistungen. Andererseits stützen neue Kleinanleger den Kurs durch Kauf bei jedem Rückgang. Ein Boden aus freiwilligem Retail-Kauf hält, bis er bricht.
Ist Santander eine sichere Zwei-Jahres-Investition?
Als Idee hat die Wette Logik: großes Institut, niedriger Wert, hohes Erholungspotenzial bei Zykluswechsel. Als Kalkulation hängt sie von Variablen ab, die selbst die Chefin nicht kontrolliert: Zinsen, Regulierung, Tochterfirmen.
Der Verkauf von 10 Milliarden Euro in spanischen Staatsanleihen und der Versicherungskauf für 180 Millionen Euro werden als Bilanzmanagement gelesen, nicht als Notfall. Doch Prognosen von 3 Euro in drei Monaten koexistierten mit Warnungen vor baldigen Kapitalerhöhungen.
Unbestritten: Notierung auf Tiefs seit 1992 und Dividende in Aktien. Wie oft kann sich dies wiederholen, bevor Langfrist-Aktionäre sich nicht mehr als Investoren, sondern als Finanzierer fühlen?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (120 Antworten).
Ein Santander-Mitarbeiter soll wegen eines möglichen Bankfeiertags zur Abhebung aller Mittel geraten haben. Was gilt für 10.000 Euro und Vermögen über 100.000 Euro?
IDP Education stieg von 4 auf 38 Dollar pro Aktie und kaufte das IELTS-Geschäft des British Council in Indien; im Geschäftsjahr 17 wuchs der Nettogewinn nur um 4 %.
Der spanische Pharmakonzern Grifols legte ungeprüfte Zahlen für 2023 vor: Der Gewinn fiel um 72 %, die Aktie brach binnen einer Sitzung um fast 35 % ein.
Ein Kunde mit einer Festzins-Hypothek von 2,3 % steht unter Druck, sofort zu unterschreiben, während der Euribor sinkt. Das Detail, das das Verkaufsargument entkräftet.