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Urbanitae: Hohe Renditen, hohes Risiko im Immobilien-Crowdfunding
Urbanitae verspricht 10,5% Zinsen und bis zu 15% Gewinn. Das Risiko: Baustopps und Totalverlust des Kapitals bei scheiternden Projekten.
Urbanitae bietet 10,5% auf Darlehen und 15% auf Projekte
Um bestimmte Projekte der Plattform Urbanitae zu ergattern, muss man den Timer am Handy parat haben und genau in dem Moment klicken, wenn sie starten. Es ist kein Vorverkauf für ein Konzert; es ist gestückelte Immobilieninvestition. Andere hingegen brauchen Tage, um ihr Kapital zu decken. Diese Asymmetrie – was sofort vergriffen ist versus das, was niemand will – fasst das erste Problem zusammen.
Auf dem Papier ist das Angebot verlockend: Darlehen mit einer jährlichen Rendite von 10,5% und Wertsteigerungsprojekte über 15% annualisiert. Rückzahlungsfristen zwischen einem und drei Jahren. Die Idee der Anleger ist, bis zu 100.000 Euro auf zwanzig Transaktionen zu verteilen, um das Risiko zu streuen. Lohnt sich das?
Was ist Urbanitae und wie verspricht es diese Renditen?
Urbanitae ist weder ein Fonds noch eine REIT (Real Estate Investment Trust). Es ist eine Crowd-Financing-Plattform, bei der der Investor je nach Fall als Kreditgeber eines konkreten Projekts oder als Gesellschafter in einer eigens gegründeten GmbH einsteigt. Daher kommen die Zahlen: Bei Darlehen ein fester Satz von 10,5%; bei Wertsteigerungsoperationen hängt die Rendite davon ab, ob das Projekt gut und rechtzeitig verkauft wird, mit einem Durchschnitt von etwa 15% pro Jahr.
Warnung von Anfang an: Das Kapital ist nicht garantiert. Wenn die Operation schiefgeht, verliert der Investor seinen Anteil. Es ist keine festverzinsliche Anlage in digitaler Verpackung, sondern echtes Bauträgerrisiko.
Das Argument der Immobilie: Weniger Angebot als Nachfrage
Das am häufigsten wiederholte Argument ist, dass die aktuelle Situation nichts mit der Blase von 2008 zu tun hat: Es gibt viel weniger Angebot als Nachfrage und keine leichtfertigen Kredite wie damals. Dies ist die offizielle Erzählung der Branche, und sie hat einen wahren Kern.
Der Gegenpunkt kommt schnell: Auch vor 2008 gab es weniger Angebot als Nachfrage, und deshalb stiegen die Preise exorbitant. Heute gibt es keine faulen Hypotheken, gewiss, aber es gibt andere Hebel, die die Preise treiben: Plattformen wie diese, Kauf zur teuren Vermietung, Ferienwohnungen. Die jetzige Blase wäre komplexer, aber letztlich Spekulation mit einem Grundbedürfnisgut.
Was passiert, wenn die Bauarbeiten stoppen oder der Bauträger insolvent geht?
Dies ist die entscheidende Frage. Die Szenarien sind unangenehm: Das Projekt kann nicht gebaut werden, ein wirtschaftlicher Stillstand bremst die Arbeiten, die Baufirma geht in Insolvenz, die Liquiditätsberechnung ist falsch und das Projekt bleibt halb fertig. In all diesen Fällen ist das Geld des Kleinanlegers das letzte in der Schlange.
Wer einen anderen Weg wählt, ist klar: Wenn man in Immobilien investieren will, kauft man die Wohnung direkt; und wenn man dafür kein Kapital hat, nutzt man börsengehandelte Immobilienfonds oder Fahrzeuge mit prüfbaren Konten. Bruchstücke von Immobilien, desto weniger, desto besser.
Wer steckt hinter der Plattform?
Die verfügbaren Unternehmensdaten zeichnen eine einfache Struktur: Die Gesellschaft Urbanitae (NIF B88393962) hat ihren Sitz in der Calle Castello 23 in Madrid, einem Bürogebäude ohne große Schilder, und hängt von einer Muttergesellschaft ab, Proptech Ventures, S.L., die früher Housemark Real Estate hieß. Beide sollen laut diesen Informationen mit Diego Bestard Navarro-Rubio verbunden sein.
Es gibt keine Illegalität wegen der Firmennamen oder des Sitzes. Aber in einem Geschäft, in dem Vertrauen das wichtigste Asset ist, ist die Knappheit an Dokumentation – dünne Websites darüber, wer die Arbeit ausführt oder wer die zehnjährige Garantie deckt – zumindest ein schlechtes Zeichen.
Das Problem ist nicht Urbanitae, es ist das Modell
Vorbilder helfen, das Risiko einzuordnen. Comunitae vergab bereits Darlehen und der Name reimt sich fast; Lendermarket oder der Skandal um Hierba-Investitionen ließen viele Leute mit null Euro zurück. Housers, ein anderer Veteran des Immobilien-Crowdfundings, schleppt jahrelange lange Zeiträume und festgefahrene Projekte mit sich. Der Verdacht auf ein Schneeballsystem liegt über allen, obwohl hier, mit konkreten Projekten, Fristen und Dokumentationen, das Schema eher in die Kategorie Hochrisikogeschäft als in reinen Betrug passt.
Was alle diese Fahrzeuge gemeinsam haben, ist das Kleingedruckte: Wenn die Operation fehlschlägt, verliert der Investor sein Geld. Und der Verwalter verdient währenddessen beim Kauf, beim Verkauf und bei der Renovierung. Sie riskieren ihren Ruf; der Sparer riskiert sein Vermögen.
Die versprochene Rendite – diese 10,5% oder 15% – hat noch niemand erhalten, der sie preist: Die Projekte brauchen Jahre, um das Kapital zurückzugeben. Und das Detail, das die Erzählung des Anfängers bricht, der Rat sucht, ist, dass die Operationen, die er als seine angab, bereits finanziert waren. Zu fragen, ob es sich lohnt, in etwas zu investieren, das theoretisch nicht mehr verfügbar ist, hat einen Hauch von Falle. Oder von etwas anderem.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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