Vier weitere Jahre Sánchez: Wohnen, Mindestlohn und Steuern ungewiss
Pedro Sánchez bleibt an der Spitze der spanischen Regierung, und die neue Legislaturperiode umfasst vier Jahre. Das tragende Bündnis hat sich neu formiert, während die Rechte erneut in der Opposition verbleibt. Die Entscheidung hat selbst Nichtwähler gespalten: Einige geben zu, dass ihnen die PSOE egal ist, solange sie nur das Chaos bei den Gegnern sehen; andere können den Kurswechsel nicht verzeihen und erinnern bitter daran, dass der Präsident versprochen hatte, bestimmte Partner nicht in die Regierung aufzunehmen.
Der entscheidende Fakt zum Start ist simpel: vier Jahre. Alles andere ist Interpretation. Auf dem Tisch liegen bereits drei Fronten, die keine Ausreden dulden: Mieten, Mindestlohn und Steuerlast.
Welche Änderungen bringt die neue Regierung für Mieten und Wohnraum?
Das konkreteste Versprechen kommt von Yolanda Díaz: Regulierung der saisonalen Vermietung, Abschaffung der Golden Visas und Überprüfung der steuerlichen Begünstigungen beim Immobilienkauf. Dies ist der Punkt, der am meisten Widerstand hervorruft, da er sowohl die Ersparnisse eines Teils der Mittelschicht als auch das Geschäft mit Kurzzeitvermietungen betrifft. Die verbreitete Idee lautet, dass die Eigentumswohnung als Altersvorsorge ausgedient hat.
Einige behaupten, diese Ankündigungen würden im Schublade verschwinden und die Regulierung auf die nächste Legislaturperiode vertagt. Andere glauben das Gegenteil: Der externe Druck werde dafür sorgen, dass es umgesetzt wird, denn der Text stammt nicht aus Madrid. Bislang ist nur das politische Bekenntnis überprüfbar, ohne Gesetzestext oder Zeitplan.
Die Erzählung, die alles erklärt: Brüssel, Ölkrise von 2018 und Agenda 2030
Es kursiert eine These, die man als Hypothese ohne Beweise betrachten sollte: Das Wohnungsbaupaket sei von Brüssel im Austausch gegen EU-Mittel auferlegt worden, dahinter liege eine Krise durch Ölmangel – das sogenannte PEAK OIL-Phänomen von 2018 –, und das Ziel der Agenda 2030 sei es, die Bevölkerung in die Städte und nahe an die Fabriken zu drängen, weg vom eigenen Auto. In diesem Rahmen wäre die spanische Regierung kaum mehr als ein Verwalter fremder Entscheidungen.
Dies ist keine isolierte Lesart. Sie erklärt, warum manche Maßnahmen hastig beschlossen werden, und dient auch zur Rechtfertigung der Enthaltung: Wenn alles anderswo geschrieben steht, ist das Wählen sinnlos. Das praktische Ergebnis entspricht der klassischen Enttäuschung, was bei knappen Mehrheiten schwer wiegt.
Was kostet der Pakt bei den Steuern?
Hier taucht eine konkrete Zahl auf, genannt von einem Teilnehmer der Debatte, die man mit Vorsicht genießen sollte: fast 650 Euro mehr pro Jahr an Steuern. Diese Summe wurde offiziell nie Posten für Posten aufgeschlüsselt. Die Schätzung erfolgt zudem in einem Kontext des steuerlichen Wettbewerbs zwischen den Regionen, wo jede Senkungsankündigung die anderen zum Nachziehen zwingt.
Daher wiederholt sich die Warnung: Wenn eine Region die Steuern senkt, muss die nächste dasselbe tun oder zurückfallen. Dieser Wettbewerb bestimmt letztlich mehr darüber, wie viel jeder Steuerzahler zahlt, als die ideologische Debatte.
Mindestlohn und die eigentlichen Erwartungen an die Legislaturperiode
Die wiederkehrende Forderung, ohne Umschweife, ist eine Erhöhung des Mindestlohns (SMI) und das Ende von Schaufensterpolitik. Es liegt keine Zahl auf dem Tisch, aber es herrscht das Gefühl, dass der Mindestlohn die einzige Politik ist, die noch im selben Monat der Beschlussfassung im Geldbeutel der Bürger ankommt.
Beim Wohnen ist es umgekehrt. Der Skeptizismus dominiert: Man bezweifelt, dass Millionen Sozialwohnungen gebaut werden oder dass die Preise spürbar sinken. Die häufigste Prognose ist, dass die großen Projekte auf die nächste Legislaturperiode verschoben werden, weil der Zeitplan nicht alles zulässt.
Wird es vor 2027 vorgezogene Neuwahlen geben?
Diese Unsicherheit durchzieht die gesamte Diskussion: Ob die Regierung die vier Jahre durchhält oder ob es zu einer Wahlvorverlegung kommt. Niemand unterzeichnet eine Vorhersage, und bei diesen parlamentarischen Zahlen sollte das auch niemand tun. Was jedoch als sicher gilt, ist das Szenario auf der anderen Seite: Der PP-Chef wird als politischer Leichnam beschrieben, nachdem er den vergifteten Kelch geleert hat, und Ayuso wird als zukünftige Kandidatin gehandelt, mit einer kurzen Hauptrolle, die ihr Chef seit Monaten nicht innehat.
Die andere strukturelle Warnung lautet: Solange VOX sein Gewicht hält, wird es für das rechte Lager schwierig, eine Mehrheit zu bilden, was laut Beobachtern die Lebensdauer der aktuellen Regierung verlängert. Am anderen Ende atmen einige auf, weil sie glauben, dass eine Rückkehr der PP keine neuen Pandemiegeseetze mit sich bringen würde.
Das baskische Labor: Gemischte Gesellschaften und öffentlicher Mietwohnraum
Wenn gefragt wird, wie man öffentlichen Wohnraum schafft, ohne bankrott zu gehen, fallen drei Namen: Alokabide, Visesa und Etxebide. Das beschriebene Modell kombiniert zu 50 % öffentliche und zu 50 % private Gesellschaften, was in der Praxis bedeutet, dass das Management nach Geschäfts- und nicht nach Wohltätigkeitskriterien erfolgt.
Daraus ergeben sich zwei Lesarten. Eine besagt, dass dies im Baskenland funktioniert und nun auf den Rest des Landes übertragen wird. Die andere erinnert daran, dass lokale Erfolge nicht einfach übertragbar sind: Es handelt sich um Geschäfte, die von Steuern und Mieterbedürfnissen leben, und ihre Effizienz hängt davon ab, wer sie kontrolliert.
Was bleibt abzuwarten
Wenn der Wohnungsbauplan genau so durchkommt, wird die Legislaturperiode dadurch definiert. Wenn es nur bei Ankündigungen bleibt, ebenfalls. Die vernünftige Wette, mit aller gebotenen Vorsicht angesichts einer Regierung, die von Partnern abhängt, die bereits Zähne gezeigt haben, ist, dass etwas beschlossen wird – spät und verwässert – und dass der Streit um die Mieten bis zum letzten Tag andauern wird.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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