Sabadells Bürgermeisterin kündigt gleiche Härte gegen Radikale und Hausbesetzer an

Nach zwei Unruhenächten mit einem Festgenommenen und einem Messeropfer verspricht die Bürgermeisterin von Sabadell gleiches Vorgehen gegen Radikale und Besetzer.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Sabadells Bürgermeisterin kündigt gleiche Härte gegen Radikale und Hausbesetzer an
Sabadells Bürgermeisterin kündigt gleiche Härte gegen Radikale und Hausbesetzer an

Zwei Nächte der Unruhen, ein Festgenommener, ein Messerverletzter und ein verletzter Mossos-Beamter. Das ist das Ergebnis des Konflikts um ein besetztes Gebäude in Sabadell, der fünftgrößten Stadt Kataloniens mit 221.000 Einwohnern, nachdem Bürgermeisterin Marta Farrés (PSC) angekündigt hat, ihr Rathaus werde "gegenüber Radikalen ebenso konsequent wie gegenüber Hausbesetzern" vorgehen. Die Aussage während einer öffentlichen Stellungnahme traf die Anwohner des Viertels Les Termes hart, die seit Wochen über Zwischenfälle berichten.

Die sozialistische Stadträtin verteidigte die Effizienz der Gemeinde: Anzeige am Samstag, Räumungsbefehl innerhalb von drei Werktagen. "Nennen Sie mir eine andere spanische Stadt, die so schnell gehandelt hat", forderte sie heraus. In derselben Nacht nahmen die Mossos die beiden Besetzer fest, einer von ihnen lokal als El coji bekannt wegen eines fehlenden Beins. Beide wurden dem Richter vorgeführt.

Was geschah in den zwei Nächten der Unruhen

Offiziellen Angaben zufolge lag der Ursprung in einem besetzten Lokal in Les Termes, dessen Bewohner angeblich tagelang für Störungen sorgten. Nach den Festnahmen verbreiteten sich in sozialen Medien Gerüchte, die Verdächtigen hätten sich zu einer weiteren besetzten Immobilie in Creu de Barberà begeben. Dutzende versammelten sich vor diesem zweiten Objekt, doch die Polizei fand niemanden darin. Die Mossos betonen, dass weder der Festgenommene noch das Messeropfer etwas mit den Bewohnern des zweiten Objekts zu tun hatten, für das noch kein Räumungsbefehl vorliegt, da der Eigentümer erst am Folgetag Anzeige erstatten sollte.

Das Verbrennen von Containern und das Werfen von Gegenständen führten zur Festnahme eines Minderjährigen, einem hospitalisierten Messerverletzten, einer Person mit Prellungen und einem verletzten Beamten. Die Bürgermeisterin führte die Eskalation auf "radikale Gruppen" zurück, die über soziale Netzwerke organisiert seien und "Leute von außerhalb der Stadt" einschlossen.

Reaktion der Anwohner und Bürgerpatrouillen

Rathaus und Polizei warnten vor Maßnahmen gegen organisierte Nachbarschaftspatrouillen, die Hausbesetzungen rückgängig machen wollen. Diese Symmetrie – gleicher Umgang mit Besetzern und jenen, die deren Vertreibung organisieren – hat eine Debatte ausgelöst. Einige Analysten argumentieren, wenn die Konsequenz gegenüber sogenannten Radikalen der gegenüber Hausbesetzern gleicht, werde gegen keine Gruppe etwas unternommen. Eine härtere Sichtweise sieht das Problem nicht in den Patrouillen, sondern in der wahrgenommenen Straflosigkeit: Manche behaupten, Gesetze würden ohne Folgen ignoriert, was die Anwohner zur Selbstorganisation treibe.

Politische Hintergründe verschärfen die Lage. Farrés regiert seit 2023 mit absoluter Mehrheit und nahm fünf Monate nach der Wahl zwei Junts-Stadträte in ihr Team auf, mitten in den Brüsseler Verhandlungen um die Investitur von Pedro Sánchez. Am nächsten Montag sind die lokalen Junts-Mitglieder zu einer Konsultation über das Bündnis mit den Sozialisten aufgerufen, das im Herbst über den Fortbestand des Pakts entscheidet.

Debatte darüber, wen das Gesetz schützt

Der Vergleich der Bürgermeisterin zwischen Hausbesetzern und Radikalen weist einen grundlegenden Fehler auf, den das Viertel gut kennt: Eine Immobilie zu besetzen unterscheidet sich davon, sich für ihre Räumung zu organisieren. Ersteres ist strafbar; Letzteres kann je nach Ausführung Nötigung oder bloßer bürgerschaftlicher Druck sein. Beide gleich zu behandeln bedeutet nach dieser Lesart, dass die Reaktion – nicht die Ursache – das Problem sei.

Einige argumentieren, die Gemeinde handle rekordverdächtig schnell – drei Werktage von Anzeige bis Räumungsbefehl – und die Gewalt komme von außen. Gegenargumente lauten, der Befehl habe existiert, sei aber nicht rechtzeitig vollstreckt worden, und die Versammlung am Mittwoch habe bereits Außenstehende eingeschlossen. Ergebnis: zwei Nächte brennender Container und ein Messerverletzter.

Status des zweiten besetzten Objekts

Für das zweite Gebäude in Creu de Barberà liegt weiterhin kein Räumungsbefehl vor. Der Eigentümer muss Anzeige erstatten, ein Schritt, der die städtischen Maßnahmen auslöst. Unterdessen lässt die Junts-Konsultation vom Montag die Stabilität der lokalen Regierung offen. Die Frage im Viertel lautet nicht, wer besetzt, sondern wie lange es dauert, bis der nächste Befehl vollstreckt wird.

Die Bürgermeisterin verspricht Konsequenz "gegenüber Radikalen". Wenn diese Konsequenz der gegenüber Hausbesetzern gleicht, wissen die Anwohner, was das bedeutet: nichts. Die Analyse scheitert genau dort, wo rhetorische Symmetrie auf die reale Asymmetrie der Umstände trifft.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (114 Antworten).

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