Russland feuert über 100 Raketen ab, die es laut cuÑAFO gar nicht hat
Sechzehn Bomber in der Luft, U-Boote, die zwei Tage zuvor voll beladen mit Raketen ausliefen, Fregatten und eine letzte Salve aus dem Kaspischen Meer. Laut der Darstellung, die in der Diskussion kursiert, soll die Ukraine von einem Angriff mit mehr als hundert russischen Raketen an einem einzigen Tag berichtet haben, und die Antwort eines Teils der Leute ist immer dieselbe: Russland hat keine Raketen. Der Widerspruch verdient zumindest eine genauere Betrachtung.
Das beschriebene Muster ist nichts Neues. Zuerst laufen die U-Boote aus, dann die Schiffe, danach die Langstreckenbomber. Die ersten Geschosse, die niedergehen, sind die alten, als Köder abgefeuert, damit sich die Luftabwehr verrät. Und wenn dann geschossen wird, kommt die Antiradarrakete, um den Rest auszuschalten. Diese Abfolge, so heißt es bei denen, die das Thema verfolgen, habe sich vor einigen Tagen wiederholt – mit einem für den Angreifer günstigen Ergebnis.
Die Nebel-Ausrede und die Raketen, die in Moldawien landen
Ein Detail stimmt nachdenklich. Wenn die Zahl der Abschüsse sinkt, kommt die Wetter-Erklärung: der Nebel. Ein vom Nebel geblendetes Radar. Das Argument hält kaum stand, denn ein Luftabwehrsystem funktioniert nicht über das Sichtfeld. Und währenddessen werden Flugabwehrgeschosse gemeldet, die dort landen, wo sie nicht hingehören: eines in Moldawien, ein anderes gegen einen Wohnblock.
Über den Einschlag im Wohngebiet gibt es ein Eingeständnis, das man hervorheben sollte. Laut dem, was im Gespräch übermittelt wird, soll eine ukrainische Quelle eingeräumt haben, dass die Rakete, die auf ein Gebäude fiel, von den eigenen Streitkräften abgeschossen und von ihrem Ziel abgelenkt wurde. Das heißt: Das russische Geschoss war nicht gegen Zivilisten gerichtet, die Flugabwehr hat es abgelenkt. Meistens verursachen diese Fragmente wegen der geringeren Sprengladung keinen katastrophalen Schaden. Diesmal schon.
Die echte Bilanz: halb der Ukraine ohne Strom
Das materielle Ergebnis des Angriffs, so wie es beschrieben wird: hart getroffene Energieinfrastruktur und gesprengte strategische Punkte, ein großer Teil des Landes ohne Versorgung. Auch der Kieler Bahnhof in Kiew soll getroffen worden sein – beschrieben als Umschlagplatz für ausländische Waffen. Zur Zahl der abgefeuerten gegenüber den geladenen Raketen heißt es, nicht einmal die Hälfte sei abgeschossen worden.
Die Debatte über die Zahlen ist die alte. Die einen behaupten, jede Woche würden weniger Geschosse abgefeuert und viele seien Marine-Raketen. Die anderen antworten mit der Plattform-Arithmetik: sechzehn Bomber mit mindestens acht und höchstens sechzehn pro Flugzeug, dazu U-Boote und Fregatten, dazu das Kaspische Meer. Mit der Erschöpfungs-These geht die Rechnung nicht auf.
Die Flugabwehrrakete, die ihre gewohnte Arbeit macht
Der unbequemste Punkt für die offizielle Erzählung ist nicht, wie viele Raketen Russland hat, sondern wo die daneben gehen. Ein über einem städtischen Gebiet abgefeuertes Flugabwehrsystem nimmt in Kauf, dass – Treffer oder Fehlschuss – hunderte Kilo Fragmente niedergehen. Manche mit Sprengstoff. Ob es Opfer gibt, ist Glückssache. Und wenn das abgelenkte Geschoss in einem Wohnhaus einschlägt, liegt die Schuld nicht bei dem, der die Flugabwehr abfeuert, sondern bei dem, der die Rakete startete, die abgefangen werden sollte. Das ist die Argumentation, die hier verteidigt wird.
Der angeführte Vergleich ist plump, aber klar: Wenn jemand ein Geschoss auf ein Umspannwerk feuert und das Verteidigungssystem es in ein Gebäude lenkt, ist der Verantwortliche der Schütze, nicht der, der es aufhalten wollte. Symmetrisch angewandt, gilt das Argument für beide Seiten. Bequem angewandt, nur für eine.
Was bei der Abschussbilanz nicht aufgehen will
Der ukrainische Verteidigungsminister verkündet, dem Ton der Diskussion nach, großzügig Abschüsse: ein Kampfflugzeug, zwei oder drei Hubschrauber, fünfzehn Maschinen mehr. Die alternative Lesart: Viele dieser „abgeschossenen Flugzeuge“ sind Kamikaze-Drohnen – das klingt besser, als zuzugeben, dass die Luftabwehr die Ziele, die sie angibt, nicht erreicht. Eine Flugabwehrrakete in Moldawien gibt einen Eindruck von der Trefferquote.
Die verstörende Erkenntnis ist nicht die Zahl der Raketen. Sondern dass, während das ganze Land im Dunkeln sitzt und die Bahninfrastruktur getroffen ist, die öffentliche Diskussion weiterhin darum kreist, ob Russland noch Geschosse hat oder nicht. Die richtige Frage wäre eine andere: Wie viele bleiben ihm nach dieser übrig?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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