Prigoschin spaziert am Panzerdenkmal in Bachmuts Feuerlinie

Der Wagner-Chef filmt sich am Panzerdenkmal in Bachmut und fordert Selenskyj auf, Kinder und Alte in Sicherheit zu bringen, während Explosionen zu hören sind.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Prigoschin spaziert am Panzerdenkmal in Bachmuts Feuerlinie
Wagner-Chef filmt sich neben einem Panzer in Bachmut, während seine Gruppe die Stadt belagert

Ein glatzköpfiger Mann in makelloser Uniform gestikuliert vor der Kamera. Dahinter ein Panzer auf einem Sockel und der klare Ton der Artillerie. Der Anführer der Gruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, hat eine Botschaft veröffentlicht, die laut dem Material unmittelbar an der Front von Bachmut aufgenommen wurde, nur wenige Häuserblocks vom Feind entfernt. In dem Video fordert er Wolodymyr Selenskyj auf, Alte und Kinder aus der Stadt zu holen und sie durch echte Kampfeinheiten zu ersetzen. Er fügt hinzu, dass, wenn Bachmut fällt, die Einheiten der russischen Armee eingreifen werden, die bereits lange warten. Die Szene, mit der Wagner-Fahne über der Panzerung, hat unterschiedlichste Reaktionen ausgelöst: von Lob für die Tollkühnheit bis zum Verdacht, dass die Kulisse nur eine Filmkulisse ist.

Eine Botschaft an Selenskyj mit Artillerie im Hintergrund

Der Inhalt der Botschaft ist kurz und direkt. Prigoschin richtet sich mit zwei Forderungen an den ukrainischen Präsidenten: die Kinder und Alten aus Bachmut holen und sie durch ausgebildete Soldaten ersetzen. Der zweite Teil ist eine Warnung: Wenn die Stadt fällt, würden die Einheiten der russischen Armee ins Geschehen eingreifen, die nach seinen Worten auf ihren Moment warten. Die gewählte Kulisse ist kein Zufall: Das Panzerdenkmal, ein sowjetisches Symbol des Großen Vaterländischen Krieges, dient als Hintergrund, während Explosionen und das Pfeifen der Geschosse zu hören sind. Die Ansprache, laut einigen Kommentaren bei Sonnenaufgang aufgenommen, enthält das Detail, dass die Wagner-Fahne über der Panzerung weht. Eine perfekte Filmkulisse für jemanden, der an der Front ein Bild der Befehlsgewalt projizieren will.

Die Greenscreen-Frage, die sauberen Uniformen und die genaue Uhrzeit

Der Unglaube machte sich schnell breit. Mehrere Stimmen wiesen darauf hin, dass die Fahne weht, die Uniformen makellos sind und kein Schmutz von den Explosionen zu sehen ist, was den Verdacht einer Inszenierung nährte. Das Argument, auf die Spitze getrieben, lautet: Wenn man die Füße nicht sieht, ist es ein Greenscreen. Die Ironie kennt keine Grenzen: "Der vom Greenscreen" ist zum bequemen Mittel geworden, um jedes Bild zu diskreditieren. Demgegenüber betonen andere, dass die Explosionen der Artilleriegranaten und das Flug der Geschosse deutlich zu hören sind und die Leibwächter eine Nervosität zeigen, die schwer zu simulieren ist. Die Diskussion verlagerte sich auf das Detail der Uhrzeit: Eine Aufnahme bei Sonnenaufgang erlaubt Rückschlüsse auf die genaue Position, was der Szene ein zusätzliches Risiko verleiht.

Der Koch, der die Militärführung verunsichert

Prigoschin ist kein Berufssoldat. Seine Vergangenheit liegt in der Gastronomie, daher der Spitzname. Weit davon entfernt, ihm bei seinen Anhängern Glaubwürdigkeit zu nehmen, wird diese Herkunft zum Verdienst: ein Unternehmer, der die Führung einer privaten Militärfirma übernommen hat und der nach Aussage seiner Verteidiger eine von der NATO ausgebildete Armee in die Knie zwingt. Vergleiche mit El Cid oder einem neofeudalen Kriegsherren tauchen in den Kommentaren auf. Auch die Warnung, dass seine wachsende Popularität und sein Reichtum ihm Feinde in der russischen Militärführung machen, wo nicht alle gutheißen, dass sich ein Emporkömmling an der Front filmen lässt. Die Frage nach seiner politischen Zukunft schwebt in der Luft: Er hat Ambitionen bestritten, doch sein Medienprofil wächst.

Bachmut als Symbol und als Falle

Die Stadt ist zum Epizentrum der Abnutzung geworden. Die Berichte sprechen von ukrainischen Verstärkungen, um zu verhindern, dass die Verbliebenen fliehen, von hohen Verlusten und von einem anhaltenden Widerstand. Prigoschins Geste, am Denkmal entlangzuspazieren, wird als Herausforderung der offiziellen Erzählung und als Beweis dafür interpretiert, dass seine Gruppe die ist, die wirklich kämpft. Der Verweis auf den Panzer ist nicht belanglos: Es wird daran erinnert, dass einige Museumspanzer im Donbas mangels Material wiederhergestellt wurden. Die Geschichte wiederholt sich in Form von Schrott. Unterdessen dröhnt die Artillerie weiter, und die Fahne weht weiter.

Der Krieg der Bilder und die Abnutzung der Erzählung

Die Episode veranschaulicht eine parallele Schlacht: die der Propaganda. Ein Video, das angeblich wenige Häuserblocks vom Feind entfernt aufgenommen wurde, dient dazu, Mut zu projizieren, aber auch, um Theorien über Inszenierungen zu nähren. Die Diskussion darüber, ob die Kulisse echt oder nur eine Filmkulisse ist, spiegelt das Misstrauen gegenüber allem wider, was von der Front kommt. Mittlerweile wächst die Figur Prigoschins: ein Koch, der zum Kriegsherrn wurde und sich über Kameras und Präzisionsraketen lustig macht. Die Frage, die in der Luft bleibt, ist, wie viel von diesem Bild der Abnutzung des Krieges standhalten wird und wie viel reines Theater ist.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (56 Antworten).

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