Russland blockiert US-Resolution zur Autonomie in Westsahara

Russlands Veto vom 30. Oktober 2026 verhindert, dass die marokkanische Autonomie alleinige Verhandlungsgrundlage in der Westsahara wird. Elf von fünfzehn Mitgliedern stimmten dafür.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Russland legte im UN-Sicherheitsrat sein Veto gegen eine US-Resolution ein, die die Autonomie unter marokkanischer Souveränität als alleinige Grundlage zur Lösung des Westsahara-Konflikts festschreiben und den Verweis auf das Referendum streichen sollte. Der Text erhielt elf Ja-Stimmen, drei Enthaltungen und die einzige Gegenstimme aus Moskau.

Am Freitag, den **30. Oktober 2026**, erlebte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eine jener Sitzungen, an die man sich erinnern wird. Die Vereinigten Staaten hatten eine Resolution zur Verlängerung des Mandats der UN-Mission in der Westsahara, der MINURSO, vorangetrieben – und zwar mit einer Zuspitzung, die seit Jahren vorbereitet wurde: Die Autonomie unter marokkanischer Souveränität sollte zur alleinigen Grundlage der Verhandlungen werden. Der Text erhielt **elf Ja-Stimmen** von den fünfzehn Mitgliedern des Gremiums. China, Pakistan und Somalia enthielten sich. Russland stimmte dagegen und machte als ständiges Mitglied sein Vetorecht geltend. Die Resolution kam nicht zustande.

Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, **Mike Waltz**, bedauerte das Ergebnis und griff Moskau an, weil es sein Veto, so seine Worte, nutze, um den Buchstaben R für Referendum zu bewahren. Waltz erinnerte daran, dass die Verantwortlichen der Vereinten Nationen seit **30 Jahren** erklären, dass eine solche Abstimmung nicht durchführbar sei. Die Resolution wollte neben der Festlegung der Autonomie als Kernstück auch den Verweis auf das Referendum streichen, der seit dem Einsatz der Mission im Jahr **1991** in deren Namen stand, als ein Regelungsplan verabschiedet wurde, der eine Abstimmung vorsah, in der die saharauische Bevölkerung über die Zukunft des Gebiets entscheiden sollte. Diese Abstimmung fand nie statt.

## Was der abgelehnte Text genau verlangte

Der US-Vorschlag war keine gewöhnliche Verlängerung. Er schrieb den marokkanischen Autonomievorschlag unter marokkanischer Souveränität als Achse der Verhandlungen fest und machte ihn zur alleinigen Grundlage für weitere Gespräche. Das heißt, er verschloss die Tür für andere Lösungen außerhalb dieses Rahmens. Zudem sollte das Wort Referendum aus dem Namen der Mission gestrichen werden, das sie seit **1991** trägt.

Waltz verteidigte die Initiative als Weg zu einer Lösung und zu einem Ende der Lage der saharauischen Flüchtlinge in den Lagern von **Tindouf** in Algerien. Sein Satz in der Sitzung war deutlich: Man unterstütze keinen Status quo, der sie alle zu weiteren fünf Jahrzehnten verurteile. Der Diplomat zitierte aktuelle UN-Berichte über die humanitäre Lage in diesen Lagern: Rund **zwei Drittel** der Kinder unter fünf Jahren leiden an Anämie, **ein Drittel** zeigt Wachstumsverzögerungen, und **90 %** erhalten keine minimal akzeptable Ernährung. Das sind Zahlen, die seit Jahren auf dem Tisch liegen und die keine Resolution umzukehren vermochte.

Trotz des Vetos erklärte Waltz, Washington werde weiter mit dem persönlichen Sondergesandten des Generalsekretärs für die Westsahara, **Staffan de Mistura**, und den beteiligten Parteien an einer verhandelten Lösung arbeiten. Er wies auch darauf hin, dass ein geordneter und stabiler Abbau der Präsenz der Mission gewährleistet werden müsse. Er betonte, die Vereinigten Staaten unterstützten weiterhin das Prinzip der Selbstbestimmung, und argumentierte, es gebe viele Wege, den Willen eines Volkes umzusetzen und auszudrücken. Der Satz hat es in sich: Er sagt, dass man über Selbstbestimmung sprechen kann, ohne ein Referendum.

## Das Referendum, das seit Jahrzehnten nicht stattfindet

Um das Veto zu verstehen, muss man bis **1991** zurückgehen. In jenem Jahr wurde die MINURSO im Rahmen eines Regelungsplans entsandt, der eine Abstimmung vorsah, in der die saharauische Bevölkerung über die Zukunft des Gebiets entscheiden sollte. Die Mission trägt seither in ihrem Namen, was vor Ort nie geschehen ist. Drei Jahrzehnte später hält die UN diese Abstimmung weiterhin für nicht durchführbar, so die Darstellung von Waltz in der Sitzung.

Die US-Resolution wollte die juristische Realität an die Realität vor Ort anpassen. Wenn das Referendum ohnehin nicht stattfinde, so das Argument, solle man aufhören, so zu tun, als stehe es bevor. Das Problem: Diese Anpassung hätte die marokkanische Autonomie als einzigen Ausweg gesegnet und nebenbei die Debatte über die Selbstbestimmung beendet. Russland weigerte sich, dieses Papier zu unterzeichnen.

Moskau vertritt die Auffassung, dass die einzige Lösung für die Sahara ein von den UN überwachtes Referendum ist, in dem allein das saharauische Volk frei über seine Zukunft entscheidet. Das ist die Position, die es seit Jahren vertritt und am Freitag erneut mit dem Veto verteidigte. Die Russische Föderation hat keine bekannten materiellen Interessen in der Sahara, und die Polisario-Front hat Moskau wirtschaftlich nichts zu bieten. Die Geste ist vor allem politisch.

## Der Preis eines Vetos, das die Karte nicht verändert

Ein Veto im Sicherheitsrat verändert die Karte nicht. Marokko kontrolliert weiterhin den Großteil des Gebiets, und die MINURSO bleibt vor Ort, wenn auch mit ungewissem Mandat. Was sich ändert, ist der Rahmen der Verhandlung. Die Resolution wollte die Autonomie als alleinige Grundlage festschreiben – diese Verankerung wurde nicht gebilligt. Die Gespräche kehren zu einem früheren Punkt zurück, mit dem unangetasteten Verweis auf das Referendum im Namen der Mission und ohne klare Grundlage für ein Weitermachen.

Die Abstimmung hinterlässt auch ein aufschlussreiches Bild: **elf Ja-Stimmen**, drei Enthaltungen und ein Veto. China, Pakistan und Somalia unterstützten den US-Text nicht. Sie stimmten nicht dagegen, stellten sich aber auch nicht schützend davor. In einem Gremium, in dem jede Stimme zählt und jede Enthaltung diplomatisch gelesen wird, sagt diese Verteilung einiges darüber aus, wie sich der sogenannte Globale Süden in Konflikten positioniert, die nicht die seinen sind, ihm aber helfen, ein Profil zu markieren.

Marokko hatte den Tag als Feier vorbereitet. Die zu verabschiedende Resolution hätte die Autonomie unter seiner Souveränität gekrönt, die für jenen Abend geplante Rede wurde abgesagt. Für Rabat ist das russische Veto eine vollwertige Niederlage. Für die Polisario-Front und die saharauischen Flüchtlinge ein Grund zum Feiern in den Lagern. Für Washington eine Erinnerung daran, dass der Sicherheitsrat weiterhin ein Spielfeld ist, auf dem eine einzige Stimme einen Text zu Fall bringen kann, den elf Länder unterstützten.

Die Frage, die in der Luft bleibt, betrifft die MINURSO. Waltz sprach von einem geordneten und stabilen Abbau der Präsenz der Mission. Ohne verlängertes Mandat ist dieser Abbau keine Option mehr, sondern eine Pflicht. Der persönliche Gesandte, **Staffan de Mistura**, wird die Gespräche mit den beteiligten Parteien neu aufnehmen müssen – und zwar ohne vereinbarte Grundlage. So ist die Diplomatie: Manchmal gewinnt der, der sein Veto einlegt, und verliert der, der die Stimmen gezählt hat.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (3 Antworten).

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