Mbappé und der Mao-Meme: China kündigt Verträge

Mbappé nannte Mao in einem Meme „Diktator“, und China schlägt zurück: Dongpeng, Mengniu und Milkground kündigen Verträge, CCTV stoppt die LaLiga-Übertragungen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Mbappé und der Mao-Meme: China kündigt Verträge
Mbappé sagt „Diktator“ – und China zieht seine Werbung zurück

Ein Meme. Das hätte genügt. Kylian Mbappé, Stürmer von Real Madrid und Zweiter hinter Harry Kane bei der Wahl zum Ballon d'Or, reagierte auf Nutzer, die ihn in sozialen Medien „Diktator“ nannten, mit dem Hinweis, sein Lieblingsmeme sei „das, in dem sie mein Gesicht auf einen chinesischen Diktator setzen“ – eine Anspielung auf Mao Zedong, ohne ihn beim Namen zu nennen. Der Witz hat ihm laut EFE Werbeverträge in China gekostet und die Aussetzung der El futbol español-Übertragungen im staatlichen Fernsehen CCTV.

Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Guo Jiakun, steckte den Rahmen ab: Worte und Handlungen, die „die Gefühle des chinesischen Volkes verletzen, würden von allen Teilen der Gesellschaft zurückgewiesen“. In China werden Satiren über frühere Führer der Kommunistischen Partei nach dem Straftatbestand der „Verleumdung von Helden und Märtyrern“ verfolgt. Das ist keine rhetorische Warnung.

Wer sich von Mbappé getrennt hat – und wie viel es kostet

Die Dongpeng Beverage Group bestätigte über ihren Hauptaccount und ihre Marke Bu Shui La die sofortige Trennung ihrer geschäftlichen Beziehungen zum Spieler in Erklärungen auf Weibo, ohne die genauen Vorfälle zu benennen. Mengniu und Milkground kündigten am selben Dienstag das Ende ihrer Zusammenarbeit an und lehnten jedes Verhalten ab, das die Gefühle des chinesischen Volkes verletzt.

Der Schlag hat Gewicht, denn Mbappés Werbung für Bu Shui La hatte im Sommer Litfaßsäulen, Busse und Aufzüge in chinesischen Städten geflutet – passend zur FIFA-Weltmeisterschaft 2026. Die Werbemaschinerie lief auf Hochtouren. Jetzt wird sie abgebaut.

CCTV streicht El futbol español, die Werbung verschwindet

Das chinesische Staatsfernsehen setzte ab Montagabend die Übertragungen der spanischen Liga und der Spiele mit Mbappé aus und entfernte zudem Werbung und Videos mit dem Fußballer, wie The Paper unter Verweis auf Quellen beim öffentlich-rechtlichen Sender berichtet. Die Strafe bleibt nicht beim Sponsoring: Sie erreicht das Sportprogramm.

Es ist nicht der erste Konflikt des spanischen Fußballs mit Peking. Im September kritisierten offizielle chinesische Medien Real Madrid wegen einer Mitteilung, die nach einer Flutkatastrophe Nepal und die Region Tibet gemeinsam erwähnte – eine Formulierung, die als „falsch“ galt, weil beide Gebiete gleichgesetzt wurden. Im April bat der FC Barcelona um Entschuldigung, nachdem die Flagge Taiwans auf einer von Dritten betriebenen Seite seiner internationalen Akademie aufgetaucht war. Und im Februar verbreitete Real Madrid auf Weibo Entschuldigungen, die seinem Verteidiger Dean Huijsen zugeschrieben wurden, nachdem dieser einen als rassistisch und gegenüber asiatischen Bürgern beleidigend eingestuften Inhalt geteilt hatte.

Das China-Geschäft als Minenfeld

Das Muster wiederholt sich: Ein Verein oder ein Spieler berührt ein sensibles Symbol, die Antwort kommt in Form einer Erklärung und eines Sichtbarkeitsverlusts auf dem größten Markt der Welt. Die Frage, die im Raum steht: Wie viel ist ein Meme wert? Für Mbappé wird die Antwort in gekündigten Verträgen und Spielen gemessen, die in China nicht mehr zu sehen sind. Für Real Madrid in einer globalen Marke, die der Politik eines anderen Landes ausgeliefert ist.

Manche halten dagegen, der Fußballer habe nur einen Internet-Witz mitgemacht und die Reaktion sei überzogen; dem steht entgegen, dass jede öffentliche Figur mit kommerziellen Interessen in China die Spielregeln kennt. Die vollständige Rechnung dessen, was der Spieler künftig weniger einnimmt, Vertrag für Vertrag, hat noch niemand auf den Tisch gelegt.

Vorerst lautet der Spielstand klar: ein Satz ohne Eigennamen, drei Firmen ausgestiegen und ein Fernsehsender, der das Signal abschaltet. Das Meme war gratis. Die Rechnung nicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (16 Antworten).

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