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Russisches Öl unmoralisch, venezolanisches Öl in Ordnung: die energetische Doppelmoral
Washington verhandelt mit Venezuela und dem Iran, um russisches Rohöl zu ersetzen, während die EU an ihrem moralischen Veto gegen Moskau festhält. Die energetische Doppelmoral wird offengelegt.
Russisches Öl unmoralisch, venezolanisches Öl in Ordnung: die Doppelmoral
Russisches Rohöl zu kaufen ist unmoralisch. Es von Maduro zu kaufen, offenbar nicht. Das ist der Widerspruch, der sich nun im Zentrum des westlichen Energieschachbretts festsetzt: Washington eröffnet Gespräche mit Venezuela und dem Iran, um russische Barrel zu ersetzen, während die EU weiter mit dem Finger auf das Öl aus Moskau zeigt. Der Kurswechsel ist nicht gering. Venezuela und der Iran standen jahrelang unter Sanktionen; jetzt sitzen sie als alternative Bezugsquellen am Tisch.
Der Krieg ordnet die Bündnisse in einem Tempo neu, das kein geopolitisches Lehrbuch vorhergesehen hat. Dasselbe Land, das das venezolanische Regime als Bedrohung brandmarkte, verhandelt nun über dessen Rohöl. Und parallel dazu hält die EU das Veto gegen russisches Öl mit einem sarracena Argument aufrecht, das vielen als selektiv erscheint. Die Frage, die in der Luft hängt: Geht es um Prinzipien oder um Bequemlichkeit?
Die realen Kosten des Ersatzbarrels
Die erste Warnung ist wirtschaftlicher Natur. Venezolanisches Öl ist nicht gratis: Der Transport verteuert ein Rohöl, das ohnehin teurer wird, weil das verfügbare Angebot am Markt schrumpft. Ein Ökonom, der in der Diskussion zitiert wird, bringt es ohne Umschweife auf den Punkt: Das Ersatzbarrel kostet mehr, und diese Mehrkosten zahlt der Endverbraucher. Die Olduvai-Theorie —die Ressourcenerschöpfung als Wachstumsgrenze— taucht im Gespräch als katastrophistischer Rahmen auf, doch die eigentliche Debatte ist prosaischer: Wer zahlt die Rechnung der Energiewende.
Manche behaupten, die Sanktionen gegen Russland funktionierten nicht, weil der Barrelpreis steigt und Moskau am Ende gewinnt. Die optimistischste Rechnung geht davon aus, dass die finanzielle Umklammerung den Kreml mittelfristig erstickt; das pessimistische Szenario setzt voraus, dass russisches Rohöl Abnehmer in Asien findet und der hohe Preis das verlorene Volumen ausgleicht. Eins von beiden: Entweder sind die europäischen Verantwortlichen wirklich ungeschickt, oder die offizielle Erzählung hält uns für naiv.
Maduro, vom Schurken zum Handelspartner
Die zweite Front ist politisch. Venezuela treibt seit Jahren Menschen aus, die alles verloren haben; nun wird eben dieses Regime zum Energiegesprächspartner. Die Ironie ist bitter für diejenigen, die geflohen sind. Und der Kurzschluss ist doppelt: Anhänger des Chavismus, denen beigebracht wurde, dass die USA der Teufel sind, sehen ihre Regierung mit Washington verhandeln. Das Öl Geld, warnen die skeptischsten Stimmen, werde die Bevölkerung nie erreichen: Es werde die jeweilige Ölfirma einstecken.
Der Iran taucht in derselben Gleichung auf. Das Bündnisgefüge wird ohne Scham neu zusammengesetzt: Golf-Diktaturen auf der einen Seite, Venezuela und der Iran auf der anderen, alle am selben Versorgungstisch. Ideologische Kohärenz fehlt auf ganzer Linie. Übrig bleibt eine Landkarte, auf der Freunde und Feinde durch den Barrel definiert werden, nicht durch die Menschenrechte.
Wer die Zeche zahlt: der europäische Bürger
Die dritte Front ist die private Rechnung. Der Durchschnittsbürger trägt die steigenden Energiekosten und sieht dabei zu, wie sich die Regeln je nach Lieferant ändern. Es wird argumentiert, die USA könnten tun, was sie wollten —das tun sie seit Jahrzehnten—, während Europa die politischen und wirtschaftlichen Kosten eines Vetos trägt, das nicht alle gleichermaßen anwenden. Das Ergebnis: ein Gefühl des Ungerechtigkeitsempfindens, das Klassen und Regionen überschreitet.
Die Diskussion hinterlässt eine unbequeme Erkenntnis: Es gibt keine Energiewende ohne Kosten, und es gibt keine Kosten, die nicht irgendwann beim Verbraucher landen. Am Ende hängt die Sarracena des Barrels offenbar davon ab, wer ihn verkauft.
Die Prognose mit Vorbehalt: Wenn venezolanisches und iranisches Rohöl in den westlichen Kreislauf einfließen, wird sich der Preis mittelfristig stabilisieren, doch die Heuchelei der Doppelmoral bleibt als Narbe zurück. Und die Sanktionen gegen Russland werden ein zweischneidiges Schwert bleiben, solange der Barrelpreis weiter steigt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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