Analyse eines pensionierten Obersten: Die Ukraine hat den Krieg verloren

Ein Text, der einem pensionierten Obersten und Trump-Berater zugeschrieben wird, behauptet, die Ukraine sei verloren, und die Medien bereiteten das Narrativ eines militärischen Zusammenbruchs vor.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Analyse eines pensionierten Obersten: Die Ukraine hat den Krieg verloren
Vom Sieges-Narrativ zur Warnung vor dem Zusammenbruch: der Medienwandel bei der Ukraine

Westliche Medien haben aufgehört, einen stärkeren ukrainischen Widerstand zu verkaufen, als er war, und bereiten die Öffentlichkeit nun auf deren militärische Niederlage vor. Eine Analyse, die einem pensionierten US-Obersten und Trump-Berater zugeschrieben wird, hält die ukrainische Position für „hoffnungslos“ und westliche Waffen allein für nicht ausreichend, um das zu ändern. Der Beitrag, veröffentlicht in The American Conservative, kursiert in einer Debatte über Militärhilfen und die Abnutzung der Kräfte an der Front.

Die zentrale These des Textes lautet, dass der Ukraine-Krieg verloren ist und dass die episodenhafte Zufuhr amerikanischer und alliierter Waffen das Sterben nur verlängert hat. Nach dieser Analyse konzentriert sich Moskau auf die Zerstörung der ukrainischen Kräfte, nicht auf die Besetzung von Städten oder die Eroberung von Gebiet westlich des Dnepr. Das Ergebnis sei die abschnittsweise Vernichtung dieser Kräfte, mit steigenden Verlusten und zu wenig ausgebildetem Ersatz.

Der Wandel des Narrativs: vom heroischen Widerstand zur Warnung vor der Niederlage

Der Artikel beschreibt, wie westliche Medien die Stärke der ukrainischen Verteidigung aufgebauscht haben. Es seien immer wieder dieselben Videos von angegriffenen russischen Fahrzeugen gezeigt worden, örtliche Gegenangriffe seien als operative Manöver dargestellt und russische Fehler maßlos übertrieben worden. Russische Verluste und das tatsächliche Ausmaß der ukrainischen seien verzerrt, erfunden oder schlicht ignoriert worden.

Dieses Narrativ widerspricht der Entwicklung an der Front. Als sich die ukrainischen Kräfte in statischen Verteidigungsstellungen in städtischen Gebieten und im zentralen Donbas festfuhren, wurde ihre Lage laut dem Text „hoffnungslos“. Dennoch wurde diese Entwicklung als russisches Scheitern bei der Erreichung „ihrer Ziele“ dargestellt.

Warum das Festfahren in vorbereiteten Stellungen tödlich ist

Die Analyse legt ein militärisches Prinzip dar: Bodentruppen, die ihre Soldaten in vorbereiteten Verteidigungen festsetzen, werden identifiziert, markiert und aus der Distanz zerstört. Wenn persistente Aufklärungs-, Überwachungs- und Erkennungsassets — bemannt oder unbemannt — mit Präzisionswaffen oder moderner Artillerie mit genauen Zieldaten gekoppelt sind, wird das „Halten von Gelände“ für jede Bodentruppe tödlich.

In der Ukraine habe sich das verschärft, weil Moskau von Anfang an die Zerstörung der ukrainischen Kräfte priorisierte. Es ging nicht darum, Städte zu besetzen oder Gebiet westlich des Dnepr zu erobern. Dieser Unterschied bei den Zielen erkläre, so der Text, warum die Abnutzung die ukrainische Seite besonders hart trifft.

Verluste, Ersatz und die Grenzen der westlichen Lieferungen

Der Artikel behauptet, die ukrainischen Kräfte würden ausgeblutet, dass ausgebildeter Ersatz in ausreichender Zahl fehle, um die Schlacht zu beeinflussen, und dass sich die Lage stündlich verschärfe. Keine Menge amerikanischer und alliierter Militärhilfe — abgesehen von einer direkten Militärintervention durch US- und NATO-Bodentruppen — könne diese Realität ändern.

In der Diskussion wird eine grobe Rechnung angestellt: Bei 1.000 Verlusten täglich würde das Erreichen einer Schmerzschwelle von einer Million Verlusten rund drei Jahre Gemetzel und Selbstsanktionen bedeuten. Es ist eine kursierende Schätzung, keine offizielle Zahl, die das Ausmaß der Abnutzung veranschaulichen soll.

Die Debatte über Waffenlieferungen und Intervention

Das Gespräch verlagerte sich auf die Rolle der NATO und die Waffenlieferungen. Ein Teil vertritt die Ansicht, das Bündnis kämpfe „bis zum letzten Ukrainer“, und die Grenze sei erreicht, wenn Rekruten sich weigern, an die Front zurückzukehren. Eine andere Strömung hält dagegen, dass die Ukraine niemals kapitulieren werde und Widerstand die einzige Option gegen die Invasion sei.

Auch Vergleiche mit anderen Konflikten kamen auf: Es wurde erwähnt, dass Russland 100.000 Truppen einsetze, gegenüber den über 500.000 Alliierten und 40 Tagen wahlloser Bombardierungen der Operation Desert Storm. Der Kontrast dient dazu, die Idee in Frage zu stellen, dass zahlenmäßige oder materielle Überlegenheit den Ausgang garantiert.

Was die Ukraine und was der Westen verlieren

Der Originaltext stellt fest, dass das Problem nicht mehr darin besteht, Gebiet und Bevölkerung in der Ostukraine abzugeben, die Moskau kontrolliert. Die Zukunft dieser Regionen am Donbas sei entschieden. Die Frage sei, wie viel mehr das ukrainische Volk zu leiden bereit ist, bevor sich eine verhandelte Lösung durchsetzt.

Die Diskussion spiegelt eine tiefe Spaltung wider: die einen sehen im ukrainischen Widerstand eine Sache des Westens selbst, die anderen betrachten es als einen Stellvertreterkrieg, der Russland auf Kosten der ukrainischen Abnutzung schwächt. Die Analyse, die dem pensionierten Obersten zugeschrieben wird, reiht sich in die zweite Lesart ein und prognostiziert, dass sich das Medien-Narrativ weiter der Realität an der Front anpassen wird, wenn auch zu spät.



Die Prognose mit Vorbehalten: Bleiben die westlichen Lieferungen aufrechterhalten, geht die Abnutzung weiter; werden sie eingestellt, kommt der Zusammenbruch schneller. Niemand in der Debatte wagt es, einen Zeitpunkt für den Wendepunkt zu nennen.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (84 Antworten).

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