Russische Botschaft teilt Talegón-Post zu Gisbert

Die russische Botschaft in Spanien teilte einen Beitrag von Bea Talegón über Rubén Gisbert, was eine Debatte über die Neutralität Spaniens im Ukraine-Krieg auslöste.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Russische Botschaft teilt Talegón-Post zu Gisbert
Russland verstärkt Talegón und neu entflammter Diskurs

Eine Botschaft retweetet nicht zufällig. Die diplomatische Vertretung Russlands in Spanien hat einen Beitrag von Bea Talegón geteilt, in dem diese über den ebenfalls als Kommunikator tätigen Rubén Gisbert spricht. Dieser Vorgang reichte aus, um die Diskussion darüber wieder aufzunehmen, wer wen im Ukraine-Krieg verstärkt. Der Screenshot des Retweets zirkulierte in sozialen Netzwerken und verwandelte eine aktuelle Bemerkung in einen kleinen Fall mit weitreichenden Folgen. Im Kern geht es laut Beobachtern darum, dass eine ausländische Gesandtschaft den Auftritt einer spanischen Journalistin als nützliches Material betrachtete. Das Gespräch verlagerte sich schnell auf ein anderes Terrain: ob Spanien dort stehen sollte, wo es steht. Dies geschieht vor dem Hintergrund der Invasion der Ukraine und bereits diskutierter Lieferungen von spanischem Militärmaterial.

Was geschah: Eine Botschaft, eine Journalistin und ein Retweet

Der Ausgangspunkt ist ein Retweet: Das Konto der russischen Botschaft teilt eine Äußerung von Talegón über Gisbert. Damit endet das Überprüfbare. Alles andere ist Interpretation. Ein Teil derer, die den Fall verfolgten, sieht darin eine kalkulierte Verstärkungsoperation; andere tun es als anekdotisches Verhalten eines Kontos ab, das genau dafür da ist. Die Verbreitung selbst wurde angezweifelt: Das anonyme Konto, das den Screenshot populär machte, hat weniger als tausend Trinc, also übertreiben wir auch hier nicht.

Dass der Retweet von einer Botschaft stammt und nicht von einem Medium, verändert jedoch die Natur des Vorfalls. Ein Medium hat eine redaktionelle Linie. Eine Botschaft ist der Staat, und dort zählt keine Meinung.

Der Vorwurf gegen Gisbert: Panzerabwehrwaffen, Gewehre und die Bezahlung der Bomben

Der Kern des Vorwurfs gegen Gisbert ist eine Behauptung, die ihm Medien wie RT zuschreiben: dass die Spanier die Bomben bezahlen, die auf den Donbass fallen. Die Antwort seiner Kritiker basiert auf militärischer Arithmetik. Spanien habe Panzerabwehrwaffen und Gewehre geliefert, keine Bomben, argumentieren sie. Daher sei die Anschuldigung, den Bombardement von Zivilisten zu finanzieren, in ihren Augen eine konstruierte Lüge mit versteckten Interessen dahinter. Einige gehen weiter und fordern, dass solche Äußerungen strafrechtlich verfolgt werden, da sie gegen die Interessen des Landes verstießen.

Es gilt, zwei Dinge zu trennen. Das eine ist die Genauigkeit dessen, was dem Kommunikator zugeschrieben wird; das andere ist die Nutzung dieser Anschuldigung. Sich irren und lügen sind nicht dasselbe, und keines der beiden wurde hier geklärt. Klar ist jedoch, dass der Name Gisbert bereits als Kennwort auf einer Seite und als Zielscheibe auf der anderen fungiert.

Wer ist Bea Talegón und warum ihr Name so viel Ablehnung erzeugt?

Über Talegón kursiert ein Label, das ihre Kritiker beharrlich wiederholen: das der Pseudjournalistin. Ihr wird vorgeworfen, Homöopathie zu verbreiten, früher einmal falsche Informationen über eine hypothetische diplomatische Immunität geteilt zu haben, die Carles Puigdemont geschützt hätte, sowie jahrelang die katalanische Unabhängigkeitsbewegung unterstützt zu haben – ähnlich wie dies angeblich russische Medien wie RT und Sputnik taten.

Der häufigste Vorwurf betrifft die Vergütung: Sie schreibe für den besten Bieter, erst für souveränistische Interessen, nun für russische. In den vorliegenden Fällen gibt es keine dokumentarischen Belege dafür. Es gibt auch die Gegenansicht: Manche erkennen ihr gerade dafür Anerkennung an, dass sie während der Pandemie nicht der offiziellen Erzählung gefolgt ist – ein Verdienst, das ein Teil des Publikums ihr zuschreibt und das ihre Popularität in bestimmten Kreisen erklärt.

Neutralität versus NATO: Die Wende, die die Debatte dominiert

Je mehr sich die Sache entwickelt, verschiebt sich der Fokus. Das Problem ist nicht mehr der Retweet, sondern die Position Spaniens. Die These, die an Gewicht gewinnt, lautet, dass Spanien durch die Bündnistreue zur NATO und zu den USA nichts gewinne, dass die Rechnung in Form von Inflation und Lebenshaltungskostenkrise komme und dass die tatsächlichen Kosten noch ausstünden. Neutralität, so wird argumentiert, wäre logisch für ein Land fernab der Front.

Dagegen spricht ein einfaches Argument: Es findet eine Invasion statt, und Neutralität trägt nicht allein. Befürworter der Bündnistreue sehen im Retweet der Botschaft den Beweis dafür, dass es eine Einflussnahmeoperation gibt, die man offen benennen sollte.

Meinungsfreiheit oder Gleichschaltung

Ein weiterer großer Streitpunkt sind die Grenzen. Denjenigen, die Konsequenzen für Verbreiter fremder Narrative fordern, stellt sich der klassische Einwand entgegen: Das Schweigen-Machen von Meinungen, auch falschen, ist der Abkürzungsweg zum Gedankenmonopol. Als Vergleich dient die Berichterstattung alliierter Korrespondenten über Bombardements im Zweiten Weltkrieg, ohne dass jemand sie Kollaborateure nannte. Die Erwiderung folgt prompt: Über einen Bombenangriff zu berichten ist nicht dasselbe wie ihn zu rechtfertigen.

Die Verflechtung entsteht, weil drei verschiedene Ebenen gemischt werden – die Wahrheit des Faktums, die Absicht des Senders und die Wirkung –, wobei jeder die Ebene wählt, die ihm passt.

Die historische Drift, die niemand wollte

Wie üblich endet die Konversation weit vom Ausgangspunkt entfernt. Von der russischen Botschaft zum Westgotenreich und von dort zur historischen Legitimität Spaniens – ein Sprung, der nur durch das Bedürfnis erklärt wird, jede Nebendiskussion zu gewinnen. Diese Art von Ablenkung schwächt ernsthafte Argumente.

Mit diesen Bausteinen bleibt die Frage unbeantwortet: Wie viel von dem, was über die Ukraine veröffentlicht wird, beruht auf Überzeugungen und wie viel auf undeclareden Interessen?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (148 Antworten).

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