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Ukrainische Gegenoffensive: Erzählung vs. Realität
Analysten behaupten, die ukrainische Gegenoffensive laufe optimal. Berichte nennen jedoch 300 zerstörte Panzer und über 10.000 Verluste.
„Es könnte nicht besser laufen“: 10.000 Verluste ohne Durchbruch
Man kann jeden Krieg gewinnen, ohne einen Schuss abzugeben, indem man behauptet, er habe noch gar nicht richtig begonnen. Einige Analysen vertreten die Ansicht, die ukrainische Gegenoffensive „könne nicht besser laufen“, da das Militär sich noch in der Vorbereitungsphase befinde und die Frontlinie mit kleinen Operationen sondiere. Das Argument hat eine gewisse Logik: Wenn bisher nur Scharmützel stattgefunden haben, muss alles Weitere besser sein als das Gesehene. Das Problem ist, dass die Realität an der Front seit Wochen etwas anderes erzählt.
Was wurde in der Gegenoffensive tatsächlich erreicht?
Die optimistische These stützt sich auf drei Annahmen: Wenig Personal und Material riskieren, feindliche Artilleriestellungen aufklären und Nachschubwege lokalisieren. Unter diesem Blickwinkel sind Angriffe auf Munitionslager, Depots und Lastwagen kein Misserfolg, sondern der Abnutzungskrieg vor der harten Offensive, die angeblich „wie ein Messer“ durch die Schwachstellen stoßen wird.
Der Widerspruch zu den Fakten ist eklatant. Nach fast drei Wochen liegen die beschädigten oder zerstörten Panzer bei rund 300 und die ukrainischen Verluste übersteigen 10.000. Andere Stimmen erhöhen diese Zahl auf 15.000 Tote und rahmen sie, mit einem gewissen Sarkasmus, als Bilanz einer „großen Offensive“ ein, die nicht einmal die erste von drei russischen Verteidigungslinien erreicht hat.
Dort liegt die Paradoxie, die die Behauptung „es könnte nicht besser laufen“ widerlegt. Der Fortschritt wird in Metern gemessen, nicht in Kilometern.
Ist es ein Niedrigintensitätskrieg oder ein Abnutzungskrieg?
Angesichts der Polarisierung zwischen den Lagern entsteht eine unbequeme Lesart für beide Seiten. Dies ähnelt nicht dem totalen Krieg, den viele ankündigen: Es ist die Rede von Gefechten mit Hunderten oder Tausenden Soldaten, nicht mit Hunderttausenden, und Nachrichten über zwei abgeschossene Panzer und zwei Flugzeuge werden wie Schlagzeilen aus einem Guerillakrieg gelesen. Die Schlussfolgerung derer, die diese Sichtweise vertreten, ist gleichzeitig pessimistisch und vernünftig: Kein Lager weiß, wie es aus der Pattsituation herauskommt, ohne mehr Territorium einzunehmen, als es verdauen kann.
Die Kritik geht in beide Richtungen. Wenn eine Seite eine Schlacht verliert, taucht sofort die Ausrede auf, es sei „absichtlich“ gewesen oder man habe nur sondiert. Diese Ausrede dient dazu, jeden Rückzug zu rechtfertigen.
Doppelte Standards beim Scheitern der Gegenoffensive
Ein chronologisches Detail wiederholt sich mit verzweifelter Regelmäßigkeit. Dieselben Stimmen, die monatelang den baldigen Fall von Positionen wie Bachmut prognostizierten, bescheinigen nun am zweiten Tag des Beginns das Scheitern der Gegenoffensive. Der Maßstab verschiebt sich je nachdem, was der Erzählung nützt.
Das rettet nicht den handbuchmäßigen Optimismus. Dass der Gegner Zahlen übertreibt, macht einen an der ersten Linie steckengebliebenen Vormarsch nicht zum Erfolg. Beides kann gleichzeitig wahr sein: Propaganda wirkt in beide Richtungen und Zahlen, die aufhören zu wachsen, lügen nicht.
Warum Europa diesen Krieg nicht führen will
Während an der Front jeder Kilometer diskutiert wird, lautet die Grundfrage: Wer würde Fleisch auf den Tisch legen? Die vorherrschende Lesart in Teilen der Analyse ist, dass es sehr schwierig wäre, die europäische Bevölkerung davon zu überzeugen, in einen Krieg gegen Russland einzutreten. Die überwiegende Wahrnehmung, außer in den Ländern des ehemaligen Ostblocks, ist, dass Ukrainer und Russen „dasselbe“ seien, etwas, das selbst die solidarische Propaganda nicht aufbrechen konnte.
Vielleicht Truppen zur Trennung, wie auf dem Balkan. Kampfeinheiten, nein. Dies ist eine Nuance, die verbale Unterstützung vom tatsächlichen Engagement unterscheidet, die Kinder jemandes an eine ferne Grenze zu schicken, um dort zu sterben.
Die Logistik, die die Front trägt
Unter den Argumenten, die einen eigenen Abschnitt verdienen, ist die Rolle der Frau im Kriegseffort. Es wurde halb scherzhaft, halb ernst angemerkt, dass die Gegenoffensive ohne diesen Beitrag direkt unmöglich wäre. Der Kommentar hat mehr Tiefe als er vorgibt: Er trägt eine Versorgungslogistik, die nicht in den Schlagzeilen erscheint.
Und dann gibt es die Lieferung von Langstreckenraketen, die als Schlüssel dargestellt werden, um die logistischen Ursprungsziele zu treffen. Auf dem Papier würde dies die Front mit Munition und Kraftstoff austrocknen, um endlich die harte Offensive zu starten. Man sollte daran denken, dass jedes Versprechen einer Eskalation zuvor mit der Evidenz einer Front konfrontiert war, die sich kaum bewegt.
Was, wenn das Problem nicht darin besteht, dass die Gegenoffensive langsam verläuft, sondern dass niemand bisher erklärt hat, was „Sieg“ bedeutet? Wenn Erfolg darin besteht, noch nicht angefangen zu haben, taugt jedes Ergebnis, um dieselbe Geschichte weiterzuerzählen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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